10 Welthits, die fast nicht veröffentlicht wurden

Frau ist auf einem Konzert
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Es gibt viele internationale Hits, die im Radio gespielt werden. Einige von ihnen hätten fast nicht den Weg in die Musik-Charts geschafft, weil es sie einfach nicht gegeben hätte. Kaum vorstellbar, wenn es hierbei um „Nothing Else Matters“ von Metallica gehen würde. Wie gut, dass dieser und weitere Songs doch noch veröffentlicht wurden. Warum die folgenden Hits fast nicht herausgebracht wurden, erfährt ihr hier.

1. „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana


Als 1991 Kurt Cobain den ersten Eröffnungsriff für „Smells Like Teen Spirit“ den Bassisten Krist Novoselic und den Schlagzeuger Dave Grohl vorspielte, hielt Novoselic ihn für albern und Grohl mochte diesen überhaupt nicht.

Die Band arbeitete und veränderte den Song so lange, bis ihn schließlich fast jeder aus der Band mochte. Aber Grohl war nicht überzeugt und sagte 2011 in einem BBC-Dokumentarfilm: „Das ist so ein Pixies-Riff. Er wurde an einem Punkt fast weggeworfen, weil er den Pixies zu sehr ähnlich war.

Nirvana nahm den Song auf und veröffentlichte ihn 1991 als Lead-Off-Track von „Nevermind*„. Er wurde sofort ein Hit und wenig später zu einer Hymne einer neuen Musikbewegung in den frühen 90er Jahren.

2. „Nothing Else Matters“ von Metallica


Metallicas „Nothing Else Matters“ sollte ursprünglich nicht herausgebracht werden. Denn hier ging es um einen sehr persönlichen Song, den der Gitarrist und Sänger James Hetfield in den frühen 90er Jahren für seine damalige Freundin schrieb.

Während einer Tour spielte er den Song durch das Telefon für sie. Als der Schlagzeuger Lars Ulrich „Nothing Else Matters“ hörte, wollte er ihn als Metallica-Song veröffentlichen. Hetfield sagte in einem Interview: „Bei diesem Song dachte ich, dass er am wenigsten Metallica verkörpert und der wahrscheinlich von uns nie gespielt werden würde. Das ist der letzte Song, den jeder wirklich hören will. Es war für mich ein bedeutungsvolles Lied, während ich in meinem Zimmer auf Tour war und darüber nachdachte, nicht zu Hause zu sein. Ich bin dankbar, dass die Jungs mich dazu zwangen, es von meinem Kassettenrekorder für Metallica neu aufzunehmen.

3. „What’s Going On“ von Marvin Gaye


Nachdem sie während einer Antikriegsdemonstration Zeuge von polizeilicher Gewalt wurden, schrieben die Songwriter Renaldo „Obie“ Benson und Al Cleveland den Protestsong „What’s Going On“. Obwohl er ursprünglich für die Bensons Band „The Four Tops“ gedacht war, lehnte diese den Hit wegen des Themas ab.

Cleveland und Benson boten später Marvin Gaye an, trotz der Proteste des Plattenbosses Berry Gordy Junior „What’s Going On“ aufzunehmen. Gordy erwiderte: „Marvin, mach dich nicht lächerlich. Das geht zu weit.“ Unbeirrt überarbeitete Gaye das Album „What’s Going On“ und präsentierte es Gordy, der daraufhin meinte, dass es das Schlimmste sei, was er bisher in seinem Leben gehört habe. Er wollte den Song nicht herausbringen. Gaye drohte damit, für die Plattenfirma keinen anderen Song mehr aufnehmen, außer, der Song wird veröffentlicht. Die Plattenfirma brachte ihn schließlich unter der Tochtergesellschaft Tamla Records heraus. „What’s Going On“ wurde nicht nur als Hit in den US Billboard Hot 100 gelistet, sondern auch auf Platz vier der 500 besten Songs aller Zeiten aufgeführt.

4. „(I Can’t Get No) Satisfaction“ von The Rolling Stones


Bevor Keith Richards einschlief, nahm er 1965 mitten in der Nacht eine Gitarrenspur auf. Später beim Abspielen des Bands hörte er zwei Minuten lang akustische Gitarrenriffs. Keith Richards schrieb in seinen eigenen Worten: „Dann schnarchte ich die nächsten vierzig Minuten“.

Er spielte eine der Riffs (eine kurze, rhythmische Melodie) Mick Jagger vor. Die beiden begannen dann damit, einen Song zu komponieren. Dieses Riff wurde schließlich zu dem Song „(I Can’t Get No) Satisfaction“ ausgebaut. Und hätte man Richards an dieser Stelle gefragt, er hätte nie gewollt, dass der Riff später als Song herausgebracht wird. Denn Richards hasste so ziemlich alles an „Satisfaction“. Er meinte, dass es zu sehr nach einem Folk-Song klang und dem großen Hit von Martha & The Vandellas „Dancing in the Street“ ähnlich war.

Richards hielt die Aufnahme für eine unvollendete Demo. Er wollte sie nicht veröffentlichen. Doch glücklicherweise fanden die anderen Musiker der Rolling Stones gemeinsam mit ihrem Manager und dem Aufnahmeleiter, dass der Song ein Hit war. 1965 erreichte „(I Can’t Get No) Satisfaction“ Platz 1 der US- und UK-Charts.

5. „Like a Rolling Stone“ von Bob Dylan


2011 bezeichnete Rolling Stone „Like a Rolling Stone“ von Bob Dylan als den größten Song aller Zeiten. Er ist einer der einflussreichsten Teile eines legendären Werks, für den Dylan den Nobelpreis für Literatur erhielt.

In der New York Times schrieb Shaun Considine, der damalige Koordinator für Neuveröffentlichenungen bei Columbia, dass der Song fast zurückgestellt wurde. Laut Considine war „Like a Rolling Stone“ unter den Künstler, der Repertoire- und Promotion-Abteilung ein Hit. Aber die Marketing- und Vertriebs-Abteilung waren anderer Meinung. Zum einen lehnen sie es ab, Rock’n Roll zu veröffentlichen, obwohl das eigentliche Problem die sechsminütige Laufzeit war. Also wollten die Verantwortlichen den Song auf die Hälfte kürzen. Daher erklärte Considine, dass die Single von einem „sofortigen Special“ zu einer „Nicht-Veröffentlichung“ verschoben wurde.

Später rettete Considine den Song, indem er die Studioaufnahme zu einem angesagten Club in Manhattan mitnahm, wo alle sofort begeistert waren. In dem Club waren zwei der Verantwortlichen eines bedeutenden Radios in New York anwesend, die nach dem Song verlangten. Columbia teilten ihn in ein zwei-minütiges und in ein drei-minütiges Stück. Die DJs fügten später die beiden Teilstücke zusammen und spielten den Song weltweit. Als später die Single als Vollversion erschien, begann eine Musikrevolution.

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6. „Kiss“ von Prince


Ursprünglich schrieb Prince „Kiss“ für die Funkband Mazarati aus Minneapolis. Nachdem die Band und er an dem Hit mitgearbeitet hatten, veröffentlichte Prince ihn schließlich als erste Single von seinem Album „Parade*“ aus dem Jahr 1986. Eigentlich mochte die Plattenfirma von Prince den Song nicht, da er so minimalistisch war. Jedoch versicherte Prince, dass „Kiss“ ein Hit wird.

David Z, der Aufnahmetechniker von Prince, erinnert sich noch, wie der Star wortwörtlich zu ihn gesagt hat: „Das ist die Single. Und du bekommst keine andere, bis du diese herausbringst“. Tatsächlich erreichte „Kiss“ den ersten Platz der Billboard Hot 100 und erhielt später einen Grammy.

7. „Shake It Off“ von Taylor Swift


Taylor Swift machte vor 2014 Countrymusik. Um ihr fünftes Album „1989*“ aufzunehmen, setzte sie auf Pop-Musik. Von dieser Entscheidung war ihre Plattenfirma Big Machine nicht sehr begeistert. Swift meinte 2014 bei einem MTV-Interview: „Jeder hatte wirklich Angst, das Schema zu ändern. […] Warum tust du dir das an?“ Die Plattenfirma ging sogar so weit, dass man ihre erste Single „Shake It Off“ vor der Veröffentlichung blockieren wollte. Aber Swift bestand darauf, dass ihre erste Single ein Pop-Song werden sollte.

Selbst nach diesem gewonnenen Kampf (auch um den Namen des Albums und um dessen Cover), versuchte Big Machine, Swift zu überzeugen, auf dem Album einige Country-Songs mit einzubringen, damit sie ihre Fans durch ihren Übergang von Country zu Pop nicht entfremden würde. Swift lehnte ab: „Wenn Dinge auf das Album kommen, die nicht da hineingehören, werden die Leute, vor allem die Musikfans, es durchschauen, weil sie nicht dumm sind.

„Shake It Off“ erreichte Platz eins der US-Charts. Dieser Hit blieb 50 aufeinanderfolgende Wochen in den Charts. Mit dieser Single war Swift bisher am Erfolgreichsten.

8. „Where the Streets Have No Name“ von U2


Als U2 an ihrem Album „The Joshua Tree*“ arbeiteten, entschied sich der Gitarrist The Edge, den ultimativen U2-Live-Song zu komponieren, woraufhin „Where the Streets Have No Name“ entstand. Oder zumindest Teile davon. Denn laut dem Bassisten Adam Clayton hatte The Edge den Anfang und das Ende des Songs schon fertig, jedoch nicht das Mittelstück. Sie verbrachten unendlich viele Stunden damit, um den Akkordwechsel zu finden, der die beiden Teilstücke zusammenbringt. Diese Stunden belasteten den Produzenten Brian Eno schwer. Eno entschied, dass es am besten für alle wäre, wenn man einen „Unfall“ arrangiert, der den Song von den Tonbändern löscht.

Das Musikmagazin Rolling Stone zitiert den Produzenten Daniel Lanois mit den folgenden Worten: „Brian dachte, wenn er den Song einfach von den Bändern löschen könnte, würden wir aufhören, daran zu arbeiten … Ich bin mir sicher, dass sie dann einfach einen anderen Song genommen hätten.“ Zwischenzeitlich sagte Eno, dass er glaubte, dass wenn sie bei Null angefangen hätten, eine Lösung viel schneller in Sichtweite gewesen wäre. Jedenfalls gelang es ihm nicht, die Bänder zu löschen. „Where the Streets Have No Name“ bekam einen Grammy.

9. „Jimmy Mack“ von Martha & The Vandellas


„Jimmy Mack“, einer der späteren Hits von Martha & The Vandellas, hätte viel früher erscheinen sollen. Dieser Song wurde ursprünglich 1964 aufgenommen. Bei diesem Hit geht es um eine Frau, die hoffte, dass ihr Mann zurückkehrt, bevor sie sich in einen anderen verliebt. Er fiel jedoch bei der Qualitätskontrolle von der Plattenfirma Motown durch. Dann verstaubte das Lied die nächsten zwei Jahre im Regal.

Weshalb die Veröffentlichung scheiterte, ist nicht klar, obwohl einige spekulierten, dass er so klang, als ob er den The Supremes zu ähnlich klingen würden. Andere glaubten, dass man sich Sorgen machte, weil der eskalierende Vietnamkrieg das Lied in eine ungewollte politische Lage bringen würde und daher verworfen wurde.

Schließlich wurde es 1966 auf dem Album „Watchout!*“ veröffentlicht, nachdem das Lied erstmalig auf einem lokalen Radiosendern gespielt wurde. Berry Gordy Junior, der Gründer von Motown hörte den Song im Radio handelte sofort: „Mach dieses Ding sofort fertig. Es ist sehr hitverdächtig.

1967 wurde „Jimmy Mack“ als Single veröffentlicht und erreichte Platz zehn der US-Charts.

10. „Somebody That I Used to Know“ von Gotye featuring Kimbra


Nach der Aussage von dem australischen Songwriter und Sänger Gotye war „Somebody That I Used to Know“ schwierig zu schreiben und aufzunehmen. Der Sänger traf auf eine Straßensperre, als er den Song schrieb. Dabei wusste Gotye nicht, wie er die Geschichte über eine harte Trennung beenden sollte, welche er versucht, in dem Song zu erzählen.

Gotye, eigentlich Wouter De Backer genannt, sagte in einem Interview: „Ich schrieb den ersten und den zweiten Vers. Am Ende des ersten Refrains dachte ich zum ersten Mal, dass es nichts Interessantes gibt, um die Geschichte dieses Kerls zu ergänzen. Der Song fühlte sich schwach an.“ Aber Gotye hatte es dann doch irgendwie geschafft eine spannende Geschichte zu erzählen.

Lediglich die ursprüngliche, hochkarätige Sängerin, die für die Aufnahme geplant war, zog sich zurück und er konnte für sie nicht sofort einen passenden Ersatz finden. Gotye versuchte sogar seine Freundin für den Zweitgesang zu begeistern. Jedoch konnte sie nicht die Bitterkeit und Wut erfassen, die der Song verlangte. Der Sänger meinte, dass er kurz davor war, das Lied beiseitezulegen. Vielleicht sollte es einfach nicht veröffentlicht werden, denn das Album war ohne diesen Song schon ziemlich gut. Auf den Rat seines Produzenten nahm Gotye mit der neuseeländische Sängerin „Kimbra“ „Somebody That I Used to Know“ auf. Der Song wurde weltweit ein Hit. Mindestens 7,9 Millionen Singles wurden allein in den Vereinigten Staaten verkauft.

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