Anwaltsserien: Die 20 besten Serien über Anwälte

Richterhammer
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Liebe Leser, wir begrüßen euch herzlich zu unserer heutigen Verhandlung. Im Mittelpunkt des Prozesses stehen 20 Anwaltsserien, welchen der Tatverdacht der „Großartigkeit“ vorgeworfen wird. Nun liegt es an uns, die Vorwürfe auf Herz und Nieren zu prüfen, um anschließend das entsprechende Strafmaß festzulegen. Wir wünschen euch viel Spaß im Zeugenstand!

Platz 1: „Suits“ (seit 2011)


Dieser verdammte Numerus Clausus! Wenn das Abizeugnis eurer Anwaltskarriere auch einst einen Strich durch die Rechnung machte, haben wir an dieser Stelle eine frohe Botschaft zu verkünden. Sofern ihr euch als außergewöhnliches Genie samt fotografischem Gedächtnis bezeichnen könnt, müsst ihr nur die richtigen Leute kennen, damit ihr trotzdem im Handumdrehen zum rechtschaffenden Robenträger aufsteigt. So erging es jedenfalls Mike Ross (Patrick J. Adams) in der US-amerikanischen Anwaltsserie „Suits“. Glücklicherweise erkannte sein künftiger Partner Harvey Spector (Gabriel Macht) das Potenzial des Schützlings und pfiff kurzerhand auf offizielle Wische.

Die beiden Rechtsverfechter bilden dabei ein ungleiches und gerade deshalb so charmantes Duo, welches seine Fälle am liebsten außerhalb muffiger Gerichtssäle löst.

Platz 2: „Good Wife“ (2009-2016)


Eigentlich stand der Karriere von Staatsanwalt Peter Florrick (Chris Noth) nichts im Wege. Wäre da bloß nicht die Sache mit dem Sex- und Korruptionsskandal gewesen, welche den einstigen Vorzeigeehemann prompt hinter schwedische Gardinen brachte. Wohl dem, der einen starken Charakter wie Ehefrau Alicia (Julianna Margulies) hat. Auf sich allein gestellt beschließt die Hintergangene eine Laufbahn als Strafverteidigern einzuschlagen. Obwohl nicht gerade im klassischen Azubi-Alter, geht die Mutter zweier Teenies unbeirrt ihren neuen beruflichen Weg. Schließlich ist die Situation der kleinen Familie durchaus existenziell bedrohlich: Die Gerichtsverfahren des Herrn Ehegatten haben alle Ersparnisse verschlungen, und auch die Anstellung Alicias steht des Öfteren auf der Kippe.

Das Hauptaugenmerk der Serie liegt natürlich auf den in sich geschlossenen Fällen, sie beleuchtet die Figuren jedoch auch von einer emotionalen, privaten Seite. Wie geht eine Frau damit um, betrogen worden zu sein? Wie verkraftet es ein Mann, womöglich zu Unrecht bestraft zu werden? Diesen Fragen stellt sich „Good Wife“ in 156 Episoden, welche auf sieben Staffeln verteilt wurden.

Platz 3: „Boston Legal“ (2004-2008)


Im Mittelpunkt von „Boston Legal“ steht die Kanzlei Crane, Pool and Schmidt, welche sich vor allem mit Zivilrechtsklagen und dem eigenen personellen Zerfall herumschlägt. Die Show ist eine jener Anwaltsserien, welche uns die Lackschuhtragenden Strafverteidiger nicht als unantastbare Halbgötter verkauft. Persönliche Schicksalsschläge, Nervenzusammenbrüche und der Konflikt um moralische Zweifel stehen an der Tagesordnung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Serie keinen Platz für Ironie und Spott übrig hätte. Getragen wird „Boston Legal“ vor allem von den Schultern James Spaders und William Shatners, zu denen sich ein wechselnder Cast gesellt. Beide Schauspieler waren bereits gemeinsam in „The Practice“ zu sehen, weshalb „Boston Legal“ auch als dessen direkter Ableger gilt. Die Anwaltsserie, die aus der Feder von David E. Kelley stammt, sahnte zudem zahlreiche Golden Globes und Emmys ab.

Platz 4: „Better Call Saul“ (seit 2015)


Während der zwielichtige Anwalt Saul Goodman (Bob Odenkirk) im Serienepos „Breaking Bad“ nur eine zurückhaltende Rolle bekleidete, entschieden sich die „Heisenberg-Erfinder“ Vince Gilligan und Peter Gould im Jahre 2015 dazu, den Strafverteidiger im Rahmen eines Prequels in den Mittelpunkt der Show zu stellen. Die Serie spielt demnach einige Jahre vor der Zeit, in der sich Walter White (Bryan Cranston) dazu entschied, vom Chemielehrer zum Drogenbaron aufzusteigen. Wir begleiten den alten Saul also zurück zu jenen Tagen, als dieser noch Jimmy Morgan McGil gerufen wurde. Damals hatte der junge, aber unbedeutende Anwalt tatsächlich noch so etwas wie geltende Moralvorstellungen. Wir werden Zeuge dessen, wie sich Saul zu jener Figur hin entwickelt, die wir aus „Breaking Bad“ kennen, und die mehr einer fleischgewordenen Werbeanzeige, als einem Mann mit Charakter gleicht. Und das alles natürlich nicht, ohne auf altbekannte Gesichter zu stoßen.

Platz 5: „Law & Order“ (1990-2010)


Ist der Bösewicht erst einmal unter Dach und Fach, neigen manche Shows dazu, die Credits einzublenden. Doch wenn die Arbeit der Exekutive aufhört, schlägt die Stunde von „Law & Order“. Zwei Dekaden lang begleiteten die Fans der Serie ihre Darsteller dabei, wie diese die New Yorker Verbrecherwelt in den Gerichtssälen zur Rechenschaft zog. Dabei schrieb sich die Sendung stets die detailgetreue Realitätsnähe groß auf die Fahnen. So beruhen die meisten der dargestellten Fälle lose auf echten Geschehnissen. Hinsichtlich der Laufzeit und der Anzahl an Ablegern stellt „Law & Order“ so etwas wie eine internationale Blaupause für viele folgende Anwaltsshows dar. Der Dauerbrenner wurde unter anderem mit sechs Emmys geehrt.

Platz 6: „Damages – Im Netz der Macht“ (2007-2012)


„Damages“ ist ein klassischer Geheimtipp. Denn obwohl das Geschehen rund um die gleichermaßen ambitionierte wie gerissene Anwältin Patty Hewes (Glenn Close) sowohl inszenatorisch als auch erzählerisch punktet, blieb die Serie weitestgehend unter dem Radar der Zuseherschaft. Die rar gesäte Fangemeinde freute sich trotzdem, dass es die Serie trotz unterirdischer Einschaltquoten auf immerhin 59 Episoden in fünf Staffeln schaffte. Einen besonderen Reiz von „Damages“ macht unter anderem das glaubhafte Motiv von Hauptcharakter Patty aus. Diese vertritt als Verteidigern nämlich vornehmlich jene Klientel, die aktuell unter demselben Arbeitgeber zu leiden hat, wie die Anwältin einst selbst. Mit dem Fortschreiten der Sendung wird dabei immer klarer, dass Patty bei ihrem persönlichen Rachefeldzug dazu bereit ist, zu weit drastischeren Mitteln als herkömmlichen Gesetzesbüchern zu greifen.

Platz 7: „Ally McBeal“ (1997-2002)


Ally McBeal ist nicht nur die Titelfigur der gleichnamigen Anwaltsserie, sondern gleichzeitig eine verdammt taffe Frau. Die Bostoner Strafverteidigerin zeichnet sich vor allem durch ein besonderes Charisma, eine gesunde Portion Egozentrismus und einer Schlagfertigkeit aus, um die sie so mancher Profiboxer beneiden dürfte. In „Ally McBeal“ steht kein staubtrockenes Aktenwälzen auf der Tagesordnung, sondern vor allem die verzwickte Dreiecksbeziehung rund um Ally, ihren einstigen Schwarm Billy (Gil Bellows) und dessen jetziger Ehefrau Georgia. Wenn es dann doch einmal in den Gerichtssaal geht, werden wir Zeuge von allerhand skurrilen Verhandlungen, deren verrückten Inhalte sich deutlich von denen anderer Genrevertreter unterscheiden.

Platz 8: „Goliath“ (seit 2016)


Anwälte-/innen liegt die Welt zu Füßen. Die Rechtsleute sind steinreich, edel gekleidet und bewegen ihre studierten Hintern nur in extravaganten Sportwagen über den Asphalt. So jedenfalls in unserer verklärten, theoretischen Sicht. Dass das Leben eines Anwalts jedoch mit Nichten nur aus Glanz und Gloria besteht, muss Billy McBride (Billy Bob Thornten) im Zuge der US-amerikanischen Produktion „Goliath“ am eigenen Leib erfahren. Statt Hummer steht für den einst einflussreichen Verteidiger nun eine ausgeprägte Alkoholsucht auf dem Speiseplan. Nachdem Billy von seiner Frau den Laufpass bekommen hat, ist dieser öfter in Kneipen anzutreffen als in der Kanzlei. Eine unvorhergesehene Wendung des Schicksals führt schließlich jedoch dazu, dass sich Billy im Prozesssaal plötzlich seinem ehemaligen Anwaltsbüro mitsamt Exfrau gegenübersieht.

Platz 9: „L.A. Law – Staranwälte, Tricks, Prozesse“ (1986-1994)


Mit „L.A. Law“ begeben wir uns auf eine kleine Zeitreise. Immerhin sind schon mehr als 23 Jahre ins Land gezogen seitdem die US-Serie das erste Mal über die heimischen Bildschirme flackerte. Das Zentrum der Serie bildet die Kanzlei McKenzie, Brackman, Chaney and Kuzak. Wir lernen hier nicht nur den Arbeitsalltag der dort tätigen Juristen kennen, sondern wagen gleichzeitig noch einen Blick in deren persönlichen Charaktere. Dabei gelingt der Show ein wahrer Kunstgriff. Obwohl die Serie glaubhaft einen durchaus ernsten Stoff (u.a. Rassismus, Homophobie, Gewalt) thematisiert, verliert sie jedoch zu keiner Zeit ihren Humor. „L.A. Law“ besteht aus 8 Staffeln, die insgesamt 172 Folgen zählen.

Platz 10: „The Night Of – Die Wahrheit einer Nacht“ (2016)


Langatmigkeit sucht man bei „The Night Of – Die Wahrheit einer Nacht“ vergebens. Die Serie, welche nur 8 Folgen beinhaltet, ist vollgepackt mit Intensität und brisantem Tempo. Vor allem die darstellerische Leistung des Casts rund um Hauptdarsteller Riz Ahmed weiß zu fesseln und zieht uns in ihren Bann. Der Plot beinhaltet, dass der pakistanischstämmige Nasir „Naz“ Khan eines Tages die mysteriöse Andrea kennenlernt. Die beiden entschließen sich zu einem gemeinsamen Drogentrip, welcher verheerende Folgen mit sich bringt. Naz wacht am nächsten Morgen auf und findet seine Kumpanin verstümmelt in ihren eigenen Laken liegen. Erklärung? Fehlanzeige! Kurze Zeit später wird unser Hauptcharakter von der Polizei aufgegriffen. Daraufhin beginnt ein atemberaubender Gerichtsprozess, der nicht nur den Angeklagten selbst einiges an Nerven kosten wird! „The Night Of“ stellt überdies ein Remake der ersten Staffel von „Criminal Justice“ dar, welche im Jahre 2008 vom englischen Sender BBC produziert wurde.

Platz 11: „Scandal“ (2012-2018)


In „Scandal“ macht es sich Krisenmanagerin Olivia Pope, welche von Kerry Washington gemimt wird, zur Aufgabe, alle potenziellen, medienwirksamen Skandale rund um den fiktiven US-Präsidenten Fitzgerald Grant (Tony Goldwyn) zu verhindern. Bei diesem Vorhaben steht Olivia glücklicherweise nicht allein da. Ihr Team besteht aus namhaften Anwälte-/innen und setzt sich aus den unterschiedlichsten Charakteren zusammen. Die Rolle der Olivia Pope ist im Übrigen an die ehemalige Beraterin Judy Smith angelehnt, welche ihrerzeit dem damaligen US-Präsidenten George Bush senior mit Rat und Tat zur Seite stand. Spannend wird die Serie vor allem dann, wenn sich die Fiktion mit wahren Begebenheiten mischt. So ist es nicht selten, dass tatsächliche gesellschaftspolitische Geschehnisse immer wieder Einzug in die Episoden von „Scandal“ finden.

Platz 12: „Silk – Roben aus Seide“ (2011-2013)


Während viele bekannte Anwaltsserien in den Vereinigten Staaten angesiedelt sind, nimmt uns „Silk“ mit auf eine Reise in das Justizsystem auf der britischen Insel. Um die namensgebende seidene Anwaltsrobe zu erhalten, muss ein britischer Anwalt nämlich mit zehn Jahren Berufserfahrung aufwarten können und die systeminterne Rangleiter dementsprechend weit hochgeklettert sein. Neben einer schicken Garderobe erhält der jeweilige Jurist zudem den Titel des „Queen’s Counsel“ welcher ihm gleichzeitig das Privileg einräumt, an den höchsten britischen Gerichtshäusern arbeiten zu dürfen. Und eben jene Auszeichnung strebt die Hauptfigur Martha Costello (Maxine Peake) an. Ob die Mittdreißigerin ihren Traum verwirklich kann erfahrt in drei Staffeln, die insgesamt 18 Folgen umfassen.

Platz 13: „Benched“ (2014)


Anwältin Nina (Eliza Coupe) hat einen schweren persönlichen Rückschlag zu verdauen. Als eine der aufstrebenden Strafverteidigerinnen ihrer Kanzlei hatte die Nachwuchsjuristin eigentlich fest mit einer Beförderung gerechnet. Doch statt einer höheren Position innerhalb des Anwaltsbüros bekommt Nina einen Nervenzusammenbruch. Daraufhin bleibt der jungen Frau nur noch der Posten einer Pflichtverteidigerin. Doch wo Schatten ist, lässt sich bekanntlich auch Licht finden. Obwohl karrieretechnisch ein Rückschritt, eröffnen sich durch die neue Stelle für Nina bislang unbekannte Sichtweisen auf das Rechtssystem. Nicht nur die ärmere Klientel fasziniert die Protagonistin, auch Kollege Phil (Jay Harrington) hat es der Anwältin angetan. Im Oktober 2014 feierte die erste der insgesamt 12 Episoden ihre Premiere.

Platz 14: „Fearless“ (2017)


Es gibt manche Fälle, vor denen Anwälte bewusst zurückscheuen. Einerseits, weil die Beweislage gegen den Angeklagten erdrückend scheint. Andererseits, weil die Verteidigung eines besonders schweren Verbrechens durchaus schädlich für den eigenen Ruf sein kann. Emma Banville (Helen McCory) liebt allerdings genau diese Fälle. Sie ist sozusagen die „Frau fürs Unmögliche“ und vertritt auch deshalb den vermeintlichen Kindsmörder Kevin Russell (Sam Swainsbury), dem vorgeworfen wird, vor 14 Jahren ein kleines Schulmädchen brutal getötet zu haben. Die Recherchen der engagierten Verteidigerin ergeben dabei jedoch, dass hinter dem Fall womöglich ein großes Komplott von Polizei und Geheimdiensten stecken könnte. Fortan tut Emma alles dafür, die wahren Hintergründe des Mordes aufzuklären und die Unschuld ihres Mandanten zu beweisen. Im Zuge dessen beantwortet uns „Fearless“ die Frage, ob sich die Rechtsanwältin dabei nicht doch auf einen Kampf einlässt, den sie nicht gewinnen kann. Die Serie stammt aus Großbritannien und besteht aus 6 Episoden, die einzeln etwa 58 Minuten lang sind.

Platz 15: „The Defenders“ (2010-2011)


Las Vegas, du Stadt der Sünden! An einem Ort, wie der Metropole im Herzen Nevadas, an dem Glücksspiel und Gaunereien an der Tagesordnung stehen, fällt natürlicherweise mehr als genug Arbeit für Anwälte ab. Namentlich heißen die beiden Vertreter der verteidigen Zunft im Falle von „The Defenders“ Pete Kaczmarek (Jerry O’Connell) und Nick Morelli (James Belushi). Während sich Pete besonders durch ein ausgeprägtes Draufgängertum und ein glückliches Händchen für Frauen auszeichnet, stellt Nick den deutlich gröberen Gegenpart dar. Komplettiert wird die gemeinsame Kanzlei unter anderem durch Ex-Stripperin Lisa Tyler (Jurnee Smollett-Bell). Insgesamt bringt es „The Defenders“ auf 18 Folgen, die jeweils eine Laufzeit von 43 Minuten haben.

Platz 16: „Bull“ (seit 2016)

Platz 17: „When They See Us“ (2019)

Platz 18: „The Good Fight“ (2017)

Platz 19: „Burden of Truth“ (seit 2018)

Platz 20: „Shark“ (2006-2008)

Im Namen unserer Redaktion ergeht folgendes Urteil: Sämtliche Serien werden im Sinne der Anklage für schuldig befunden und sind somit juristisch großartig. Wir verknacken euch deshalb zu einer gepflegten Bingewatch-Session, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

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