Berühmte Geiger: Die 20 besten und beliebtesten Violinisten der Welt

Violinistin
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Die Geige gilt als die Königin unter den Streichinstrumenten, so dass auch die Violinisten unter den Musikern eine herausragende und einzigartige Stellung einnehmen. Die Tonerzeugung benötigt nicht umsonst eine ganz bestimmte Virtuosität, die durch das Streichen mit dem Bogen, dem Schlagen mit der Bogenstange und dem Zupfen der Finger über vier Seiten ihren einzigartigen Ausdruck findet. Viele Geiger beginnen bereits in sehr jungen Jahren, das Instrument zu erlernen und beherrschen daher auch die Griffe wie im Schlaf und mit einem ganz eigenen Ausdruck. Die Violine ist dabei mittlerweile nicht nur für klassische Stücke, sondern auch für den modernen Einsatz ein gern genutztes Instrument, z. B. als E-Geige oder für den Ausdruck rockiger, jazziger, bluesiger oder elektronischer Musikstücke. Durch Doppelgriffe oder das Vibrato entsteht eine außerordentliche Klangfarbe, die wiederum durch die Art der Bogenführung beeinflusst wird.

Zu den berühmten Komponisten, die auch Violinisten waren, gehören z. B. Antonio Vivaldi, Johannes Sebastian Bach oder Wolfgang Amadeus Mozart. Ganz im Sinne der Tradition waren im 17. Und im 18. Jahrhundert Komponisten häufig auch die Interpreten ihrer eigenen Werke. Hier sollen nun die wichtigsten und besten Künstler, aber auch aktuell bekannte Violinisten und Violinistinnen vorgestellt werden, die durch ihren besonderen musikalischen Ausdruck als die eigentlichen Größen im Fach gelten.

Die ersten Violinen wurden übrigens in Italien gebaut. Das Land hat viele berühmte Geigenbauer hervorgebracht, darunter bekannte Familien wie Bergonzi, Amati und Rugeri und natürlich den berühmten und erfolgreichen Antonio Stradivari. Dieser schuf Violinen, die bis heute weltweit für ihren warmen und einmalig schönen Klang bekannt sind. Für die berühmten Violinisten ist die hochwertige Geige ein wichtiges Markenzeichen.

Berühmte Geiger: Die 20 besten und beliebtesten Violinisten der Welt

Die Geige als Streichinstrument kann ohne Begleitung anderer Instrumente mehrere Stimmen erzeugen. Im Orchester werden Geigen häufig in die erste und die zweite Violine geteilt, die verschiedene Musikparts übernehmen. Für sich ist das Instrument durch die einzigartige Melodienstimme in der Hand der besten Violinisten ein unvergessliches Klangerlebnis. Musiker, die auf die Geige spezialisiert sind, gibt es weltweit. Das Instrument wird über die klassische Musik hinaus auch gerne für Folkore, Jazz oder diverse Unterhaltungsmusik genutzt, bleibt aber ein wichtiger Vertreter für den Auftritt von Solisten und Virtuosen.

1. Niccolò Paganini


Der sicherlich bekannteste Violinist, der gleichzeitig, aufgrund seines wild dämonischen Erscheinungsbildes, als berüchtigter Teufelsgeiger galt, ist Niccolò Paganini. Er zeichnete sich durch seine brillante Spieltechnik aus, in der er vor Publikum nahezu aufging und sich um Kopf und Kragen geigte.

Zum Geigenspiel zwang ihn schon sehr früh sein Vater, der ein unzureichendes Üben meistens mit Essensentzug bestrafte. Paganini lernte für sich schnell, die klanglichen Möglichkeiten seines Instruments zu erproben und auch neue Griffe zu erfinden, die später dann in ihrem Zusammenklang das Staunen des Publikums weckten.

Er beherrschte die Geige wie kein anderer und konnte hervorragend improvisieren. Paganini wurde 1782 in Genua geboren und starb 1840 in Nizza an einem Blutsturz, der eine Folge seiner zahlreichen Krankheiten war, die sich auch in seinem Gesicht abzeichneten. Er gilt als einer der besten und berühmtesten Virtuosen, behauptete sich neben dem Geigenspiel auch als Komponist und Gitarrist. Paganini gebrauchte das Instrument nahezu exzessiv und überzeugte auf der Bühne durch besonders schwierige und tradierte Techniken, durch die er eine ganz besondere Aura erzeugte.

2. Isaac Stern


Der beliebte Violinist Isaac Stern stammt aus der Ukraine, wo er 1920 geboren wurde, wuchs jedoch in Amerika auf. Stern gehörte zu den gefragtesten Musikern des 20. Jahrhunderts und starb 2001 in New York. Geigen- und Klavierunterricht erhielt er ab dem 7. Lebensjahr durch seine Mutter Clara Stern. Bereits mit 19 Jahren nahm sich seiner der Impresario Sol Hurok an und machte ihn in den nächsten 10 Jahren zu einer Berühmtheit auf der Bühne. Stern gab etliche Konzerte und war oft über Monate auf Konzertreise, die ihn durch Amerika, Südamerika und Europa führte.

In den 60er Jahren sorgte Stern durch seinen Protest und Einsatz dafür, dass die „Carnegie Hall“ in New York nicht abgerissen, sondern unter Denkmalschutz gestellt wurde. Stern war ein klassisch engagierter Geiger, interpretierte Kammermusik, Vorklassik, die Romantik und die Wiener Klassik, blieb aber auch offen für damals modernere Komponisten wie Leonard Bernstein, Igor Strawinsky oder Béla Bartók. Dazu förderte er den musikalischen Nachwuchs. Stern besaß hochwertige Geigen von Bergonzi, Guadagnini und Stradivari.

3. Joshua Bell


Als der „Mann mit der Violine“ gilt der exzellente und talentierte Joshua Bell. Der amerikanische Violinist wurde 1967 in Bloomington in Indiana geboren und machte das erste Mal auf sich aufmerksam, als er mit 14 Jahren als Solist mit dem „Philadelphia Orchestra“ auftrat, das von Riccardo Muti geleitet wurde. Bell studierte Geige und erhielt aufgrund seines Talents ein Künstlerdiplom.

Endgültig berühmt wurde Bell dann, als er die Originalmusik von John Corigliano für den Film „Die rote Violine“ einspielte. Der Soundtrack wurde mit dem Oscar prämiert. Bell spielt die von Stradivari gebaute Geige „Gibson ex Huberman“, die dem Geier Bronislaw Huberman in der Künstlergarderobe der „Carnegie Hall“ 1936 gestohlen wurde. Gebaut wurde das Instrument 1713. Der Dieb war ein Auftragsmusiker und gestand seine Tat erst auf dem Sterbebett 1985. Bell kaufte die Geige dann 2001.

4. Jascha Heifetz


Jossif Heifetz wurde 1901 in Vilnius in Russland geboren und gilt als bekanntester Violinist des 20. Jahrhundert. Er war der Sohn jüdischer Eltern, wobei sein Vater als Berufsgeiger tätig war. Heifetz erhielt bereits im Alter von 3 Jahren Geigenunterricht und besuchte die kaiserliche Musikschule mit 5 Jahren. Er galt damit als Wunderkind und erhielt eine klassische Ausbildung in der Meisterklasse des „St. Petersburger Konservatoriums“.

Im Alter von 16 Jahren wanderte Heifetz nach Amerika aus und nannte sich von nun an Jascha. Hier festigte er seinen Ruf als Geiger, gab Konzerte und drückte sein Spiel mit großem Gefühl und sehr individuell aus. Er beherrschte das Instrument wie kein anderer und setzte auch den Maßstab für nachfolgende Generationen. Heifetz verzichtete u. a. darauf, sein Spiel durch Bewegung zu unterstreichen, blieb dabei dennoch technisch virtuos. Er starb 1987 in Los Angeles. Die bevorzugte Geige von Heifetz war die Guarneri del Gesù. Er besaß aber auch eine Stradivari und eine Violine von Carlo Tononi.

5. George Enescu


George Enescu ist nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten aus Rumänien, sondern auch ein virtuoser Geiger, der sein Spiel sehr dynamisch und leidenschaftlich repräsentierte. Er wurde 1881 in Liveni geboren und besuchte mit 7 Jahren das „Wiener Konservatorium“. Zu dieser Zeit lernte er dann auch den Komponisten Johannes Brahms kennen, studierte später bei Gabriel Fauré, Ambroise Thomas und Jules Massenet.

Auf der Geige brachte es Enescu zu einer einmalig eindrucksvollen Virtuosität und reiste als Solist durch ganz Europa. Einer seiner bekanntesten Schüler war der Geiger Yehudi Menuhin.

Enescu ließ es sich nicht nehmen, auch immer wieder die rumänische Folklore nach dem Vorbild von Belá Bartók in Europa bekannt zu machen, die allgemein auch sein eigenes kompositorisches Werk stark beeinflusste. Enescu starb 1955 in Paris.

6. Yehudi Menuhin


Einer der beliebtesten und größten Violinisten des 20. Jahrhundert ist Yehudi Menuhin, der 1916 in New York geboren wurde und der Sohn jüdischer Eltern aus Weißrussland war. Menuhin war ein wahrer Virtuose auf der Geige, arbeitete später auch als Dirigent. Seine gelassene Haltung während eines Konzerts in Frankreich, als ihm die E-Seite riss und repariert werden musste, beeindruckte die Musiker und das Publikum gleichermaßen. Die besonnene und beherrschte Haltung wurde dann auch sein Markenzeichen.

Seine erste Violine bestand aus Blech, die er dann mit 4 Jahren auch wutentbrannt zertrampelte und daraufhin eine echte Geige bekam. Unterricht nahm er bei dem Geiger Sigmund Anker und später bei George Enescu. Schon mit 9 Jahren gab Menuhin in New York sein erstes Solokonzert und wurde nach und nach auch in Europa bekannt, da er mit der Familie nach Paris zog. Seine einmalige Interpretation von Bachs „Violinkonzert in E-Dur“, Brahms und Beethovens Violinkonzert an der „Berliner Philharmonie“ stellte den Anfang einer erfolgreichen Karriere dar, die Menuhin als Konzertgeiger um die ganze Welt führte. Einzigartig sind auch seine Jazz-Interpretationen und die Zusammenarbeit mit dem Sitar-Spieler Ravi Shankar. Menuhin starb 1999 in Berlin.

7. Nicola Benedetti


Über Großbritannien hinaus wurde die Geigerin Nicola Benedetti bekannt, die 1987 in Schottland geboren wurde und die Tochter eines Italieners und einer Schottin war. Das Geigenspiel erlernte sie im Alter von 4 Jahren und galt als Wunderkind, als sie mit 8 Jahren dann Konzertmeisterin des „National Children Orchestras“ wurde. Sie besuchte die „Yeduhi Menuhin School“ und nahm dann Privatunterricht bei dem Konzertmeister Maciej Rakowski.

Benedetti gewann 2004 im Finale des vom BBC veranstalteten „Young Musician of the Year“-Wettbewerb und war von da an fast über Nacht populär. Auftritte als Solistin folgten, aber auch als Trio in Zusammenarbeit mit dem Cellisten Leonard Elschenbroich und dem Pianisten Alexei Grynyuk. Benedetti gehört zu den modernen „jungen Wilden“ und steht damit in der Reihe vieler, noch sehr junger Künstler, die es auf der Bühne auch schon einmal ordentlich krachen lassen.

8. Vanessa Mae


Sicherlich gehört auch Vanessa Mae in die Liste der erfolgreichen und beliebtesten Violinisten. Einzigartig bleiben ihre eigenwillig modern gestaltete E-Geige und der rhythmisch angeregte Tanz beim Spiel auf der Bühne. Die schöne Geigerin versinkt dabei in ihrem Spiel und zaubert eine Klangtechnik hervor, die durch eine Kombination aus verschiedenen Musikgenres, darunter als Mischung von Pop, Klassik, Rock und Techno, das Publikum begeistert.

Mae wurde 1978 in Singapur geboren, wuchs in London auf und begann mit 3 Jahren Klavier und mit 5 Jahren Geige zu spielen. Im Alter von 10 Jahren trat Mae mit dem „London Philharmonic Orchestra“ auf und machte gleichzeitig eine Sportkarriere als Skifahrerin. Neben ihren einzigartigen und unterhaltsamen Auftritten auf der Bühne, brachte Mae auch verschiedene Alben heraus, darunter „The Violin Player“, „Storm“, „China Girl“ oder „Subject to Change“.

9. Ginette Neveu


Der tragische Tod von Ginette Neveu mit nur 30 Jahren trägt zwar einiges zur Legende der Musikerin bei, daneben war sie natürlich auch eine Violinistin, die eine unglaubliche Ausdruckskraft und Souveränität zeigte und so ihrer Zeit weit voraus war. Neveu gilt als stilbildend für alle nachfolgenden Generationen. Sie starb, gemeinsam mit ihrem Bruder, bei einem Flugzeugabsturz auf dem Weg zu einer Konzertreise durch die USA über den Azoren.

Geboren wurde Neveu 1919 in Paris und erhielt ihren ersten Geigenunterricht mit 5 Jahren durch ihre Mutter. Während sie in Frankreich weniger auffiel, änderte sich das in Deutschland, als die Neunjährige in Berlin auftrat und Aufsehen erregte.

Sie wurde eine Schülerin des Geigers Carl Flesch, der betonte, dass sie eine Gabe hätte und er ihr lediglich nur wenige technische Ratschläge geben könnte. Mit 16 Jahren gewann Neveu beim „Wieniawski“-Wettbewerb vor allen anderen und wesentlich älteren Geigern.

Ihre Weltkarriere wurde auch nicht großartig durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, da sie danach erfolgreich weiter auftrat. Sie hatte einen sehr „männlichen“ Ausdrucksstil, der dabei eine Steigerung ihrer Individualität war. Auf der Geige zauberte sie zugleich zarte und kraftvolle Klänge hervor. Der Flugzeugabsturz ereignete sich 1946. Im gleichen Jahr nahm sich eine Freundin aus Wien nur wenige Tage später aufgrund ihres Todes ebenfalls das Leben.

10. Sarah Chang


Die Violinistin Sarah Chang wurde 1980 in Philadelphia geboren und ist heute durch ihre Auftritte auf allen internationalen Bühnen bekannt und beliebt. Das Instrument beherrscht Chang seit sie 4 Jahre alt ist und absolvierte ihren ersten öffentlichen Auftritt im Alter von 5 Jahren. Sie nahm Unterricht bei Dorothy DeLay in New York und bei ihrem Vater, der ebenfalls als Geiger tätig ist, während ihre Mutter als Komponistin arbeitet.

Ihr Debüt gab Chang in der „Carnegie Hall“ und spielte von da an auf europäischen Bühnen mit allen führenden Orchestern. Chang ist beim Publikum so beliebt, dass ihre Konzerte häufig ausverkauft sind. In Seoul 2001 folgten 45.000 Menschen ihrem eindrucksvollen Auftritt. Eine ihrer Geigen hat Chang von dem Geiger Isaac Stern gekauft, der auch als ihr Mentor gilt und ihr das Instrument nach dem Ausprobieren verschiedener hochwertiger Geigen großzügig überließ. Chang spielte u. a. bekannte Konzerte von Dimitri Schostakowitsch oder „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi.

11. Nigel Kennedy


Der britische Geiger Nigel Kennedy wurde 1956 in Brighton geboren und stammt aus einer Familie von Musikern. Der Vater spielte Cello, die Mutter Klavier. Mit 6 Jahren begann Kennedy dann auch selbst, die Geige zu erlernen und besuchte die „Yehudi Menuhin Schule“ in London. Seine klassische Ausbildung erhielt er von der Violin-Pädagogin Dorothy DeLay, übte sich daneben aber auch im Jazz. Nach seinem Debüt in der „Royal Festival Hall“ in London trat Kennedy europaweit auf, darunter sehr häufig in Berlin. Legendär wurde sein Auftritt 1999 in Belgrad nach dem Kosovo-Krieg, wo er Werke von Bartók und Bach spielte.

Kennedy versteht sich als Musiker, der einfach Musik spielt. Er gilt dabei dennoch als ein „Enfant terrible“ in der klassischen Musikszene, da er Bach, Beethoven und Vivaldi auch gerne mit modernen Interpreten wie „The Doors“, Hendrix oder Peter Gabriel kombiniert. Kennedy provozierte auf einigen Konzerten durch seine Punkfrisur, wodurch er über die Konzertsäle auch einem größeren Publikum bekannt wurde. Er selbst begreift sich als ein „Grenzgänger zwischen den Musikstilen“. Seine Interpretation von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ gehört zu den meistverkauften Alben aller Zeiten.

12. Gidon Kremer


Gidon Kremer wurde 1947 im lettischen Riga geboren und lebt heute in Deutschland. Sein Urgroßvater und Großvater waren ebenfalls Geiger, wodurch Kremer bereits mit 4 Jahren Unterricht erhielt und dann auch das Konservatorium in Riga besuchte. In der Sowjetunion erhielt er diverse Auszeichnungen, studierte dann in Moskau und war ein Schüler von David Oistrach. Oft spielte Kremer Stücke von Schostakowitsch oder Benjamin Britten.

1975 reiste Kremer nach Deutschland und nahm auch bei der Uraufführung von Hans Werner Henze bei den „Salzburger Festspielen“ 1976 teil. Er blieb länger in Deutschland als ihm sein Visum gestattete und entschied sich dann, nicht mehr in die Sowjetunion zurückzukehren. Kremer spielte viele zeitgenössische Kompositionswerke, darunter auch die beliebten Tango-Versionen von Astor Piazzolla. Verheiratet ist Kremer mit der Pianistin Jelena Baschkirowa.

13. Anne-Sophie Mutter


Die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter wurde 1977 von Herbert von Karajan entdeckt und durch ihre Auftritte mit den Berliner Philharmonikern bekannt und international berühmt. Sie spielt dabei bis heute auf zwei berühmten Stradivari-Geigen, die noch aus der „goldenen Periode“ stammen. Anne-Sophie Mutter wurde 1963 in Rheinfelden geboren, wuchs in Baden Württemberg auf und erhielt bereits im Alter von 5 Jahren Geigenunterricht. Durch ihr außergewöhnliches Talent wurde sie von der Schulpflicht entbunden und nahm Privatunterricht.

Sie gewann mehrere Wettbewerbe und konnte dann als Dreizehnjährige auch in der Fachwelt auf sich aufmerksam machen. So spielte sie dann bei den „Salzburger Pfingstkonzerten“ bei Karajan und festigte unter ihm ihre Karriere weltweit. Für ihre Musikaufnahmen erhielt sie Preise wie den „Grammy“ oder „Echo Klasik“. Auch wurden Musikstücke zum Teil extra für sie komponiert, da sie sich neben klassischen Werken auch viel mit modernen Komponisten auseinandersetzte. Ein Violinensolo wurde für sie von John Williams geschrieben, das 2017 Begeisterung beim Publikum auslöste.

14. Karl Klinger


Als Konzertmeister, Komponist und Geigenvirtuose hat sich Karl Klinger einen Namen gemacht, der 1879 in Straßburg geboren wurde und 1971 in München verstarb. Klinger arbeitete auch als Musikpädagoge und trug einiges dazu bei, einen eigenen Geigenstil zu prägen und durch das Klinger-Quartett bekannt zu machen. Dieses wurde als bestes Streichquartett der Welt berühmt und spielte erfolgreich bis zum Zweiten Weltkrieg.

Klinger erlernte das Geigenspiel im Alter von 5 Jahren und besuchte das Konservatorium in Straßburg. Das Studium erfolgte in Berlin bei Joseph Joachim, Robert Kahn und Max Bruch.

1919 übernahm er dann selbst die pädagogische Führung als Professor an der „Staatlichen Hochschule für Musik“ in Berlin. Sein bevorzugtes Instrument war eine Stradivari, gebaut im Jahr 1714, die er von seinem Lehrer Joachim übernahm. Klinger verlor während der Nazizeit seine Anstellung als Musikprofessor und erhielt Auftrittsverbot in Deutschland. Danach widmete er sich verstärkt seinen Kompositionen. Einfluss auf ihn hatte der Japaner Shinichi Suzuki, der eine eigene Lehrformel für das Geigenspiel noch sehr junger Menschen entwickelte. Die Methode wurde auch von Klinger bei seinen Schülern angewendet und weiter vermittelt.

15. David Oistrach


Oistrach war ein sowjetischer Geiger mit jüdischen Wurzeln, der 1908 in Odessa geboren wurde. Seine Mutter war Opernsängern, Oistrach erhielt bereits mit 6 Jahren Geigenunterricht und studierte später am Konservatorium in Odessa.

Durch seine Position als Konzertmeister trat er bald als Solist auf und erweiterte seine Konzertlaufbahn dann innerhalb der Sowjetunion und schließlich international. Er gewann in Brüssel den „Eugène Ysaye“-Wettbewerb, durfte nach dem Zweiten Weltkrieg dann auch in den Westen reisen und trat dann in Paris, London und Berlin, später auch in Amerika auf. In Russland alleine gab er jährlich über 100 Konzerte und galt als einer der bekanntesten Kammermusiker. Er starb 1974 in Amsterdam.

16. Midori Gotō


Aus Japan stammt die Geigerin Midori, die ihre Karriere 1982 als Elfjährige bei einem Konzert in New York mit dem „Philharmonic Orchestra“ startete. Geboren wurde Midori 1971 in der Präfektur Osaka, lernte bereits mit 4 Jahren Geige und besuchte dann die Sommerkurse von der Musik-Pädagogin Dorothy DeLay in New York. Daneben studierte Midori auch Psychologie und machte ihren „Master of Arts“ 2005.

Midori gilt als eine sehr selbstkritische und anspruchsvolle Geigerin. Dieser eigene Perfektionismus führte dazu, dass sie 1994 einen Zusammenbruch erlitt und wegen Magersucht und Depression eine 5-jährige Therapie in verschiedenen Kliniken machen musste. Das Talent ging dabei nicht verloren. Midoris Psyche stabilisierte sich und seitdem arbeitet sie an verschiedenen Universitäten als Violin-Dozentin und Professorin. Sie besitzt eine Stradivari „Jupiter“ und eine Guarneri del Gesù von 1734, die sie von der „Hayashibara-Stiftung“ lebenslang zur Verfügung gestellt bekommen hat.

17. David Garrett


Der Violinist David Garret stellt unter Beweis, dass auch gutaussehende Künstler Talent haben und durch ihr Spiel die Bühnen der Welt erobern. Der 1980 in Aachen geborene Musiker erregte besonders durch seine Auftritte und Alben Aufsehen, bei denen er klassische und moderne Musik kombinierte, dabei die Klassik auch wieder einem jüngeren Publikum zugänglicher machte. So spielte er neben dem virtuos schnellen „Hummelflug“ von Rimski-Korsakow auch Stücke von „Metallica“ und andere Rock-Symphonien.

Für den „Hummelflug“ erhielt Garrett einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde. Er schaffte das anspruchsvolle Stück fehlerfrei in 65,26 Sekunden, wurde erst 2010 von dem Geiger Ben Lee geschlagen, der knapp eine Sekunde schneller war. Auch mit Paganini setzte sich Garrett eindrucksvoll auseinander, während ihm neben den erfolgreichen Konzerten die zahlreichen Fernsehauftritte eher Kritik einbrachten, er eine Weile sogar als „Softpornopopklassikjunkfood“-Geiger verschrien war.

Dass er spielen kann, hat er dagegen oft unter Beweis gestellt. Das Geigenspiel erlernte Garrett im Alter von 4 Jahren von seinem Vater. Yehudi Menuhin zeigte sich von Garrett mehr als begeistert und bezeichnete ihn als einen der größten Geiger seiner Generation.

18. Daniel Hope


Hope wurde 1973 in Durban in Südafrika geboren und ist ein bekannter britischer Geiger, der mit 4 Jahren das Instrument erlernte und in Paris und London aufwuchs. Sein Vater ist der Schriftseller Christopher Hope, befreundet war der junge Geiger mit bekannten Größen wie Yehudi Menuhin, mit der er gemeinsam über 60 Konzerte gab.

Bekannt wurde Hope durch seine Auftritte mit dem „Beaux Arts Trio“ als jüngstes Mitglied. Überhaupt ist Hope ein Vertreter zeitgenössischer Stücke, darunter von Komponisten wie Dimitri Schostakowitsch, Benjamin Britten und Alban Berg. Als Nachwuchskünstler erhielt Hope etliche Preise, darunter über mehrere Jahre den „Echo Klassik“.

19. Alexander Rybak


Als Gewinner des „Eurovision Song Contest 2009“ gilt Alexander Rybak mittlerweile auch als ein virtuoser Violinist und Komponist. Er stammt aus Weißrussland, wurde 1986 in Minsk geboren und hatte den Song „Fairytale“ für den Wettbewerb selbst komponiert. Rybak lernte bereits im Alter von 4 Jahren, Geige zu spielen, da auch sein Vater Violinist war. Er wuchs in Norwegen auf und erhielt dort für seine Auftritte 2004 den „Anders-Jahres-Kulturpreis“.
Neben dem Geigenspiel machte sich Rybak dann auch als Musicalstar einen Namen und trat in Oslo in dem Stück „Anatevka“ auf. Neben Auftritten mit der Geige arbeitet Rybak als Sänger und Schauspieler.

20. Lindsey Stirling


Aus den USA stammt die Violinistin und Komponistin Lindsey Stirling, die ihre Auftritte und Kompositionen auch auf der Plattform „YouTube“ vorstellt. Sie wurde durch ihre individuell gestalteten Violinen-Choreografien auf der Bühne bekannt und zeigt diese sowohl live als auch in Musikvideos. Auf „YouTube“ hat sie bereits 10 Millionen Abonnenten, bleibt dabei in ihren Interpretationen vielseitig. Ihr Spiel umfasst auf der Geige Genres von Hip-Hop bis Country.

Stirling wurde 1986 in Santa Ana in Kalifornien geboren und wuchs in Arizona auf. Mit 6 Jahren nahm sie Geigenunterricht, wobei das Lernen-Wollen nicht durch die Eltern gesteuert wurde, sondern ihr eigener Wunsch war. Bereits mit 16 Jahren gründete sie gemeinsam mit Freunden eine Rockband und übte sich in verschiedenen Experimenten. Danach wurde auch das Komponieren eine Leidenschaft, die sie dann selbst auf der Geige interpretierte. 2017 startete sie eine große Konzerttour durch Europa. 2018 war Stirling dann auch im Fernsehen bei der Serie „The Outpost“ zu sehen. Weitere erfolgreiche Erlebnisse werden sicherlich noch folgen.

Fazit

Alle berühmten Violinisten stellen hervorragend unter Beweis, dass das erfolgreiche Geigenspiel keinesfalls nur klassische Stücke beinhaltet, sondern modern, generationsübergreifend und virtuos auf vielen Bühnen, im Fernsehen, in Begleitung bekannter Orchester oder in einem Jazz-Trio möglich ist und so vielseitig und aktuell bleibt. Der Klang der Geige verzaubert auf einzigartige Weise und erreicht so ein großes Publikum, besonders wenn die Interpreten selbst jung, talentiert und von der eigenen Musik begeistert sind. Das, was Paganini in früheren Zeiten war, sind heute eindrucksvoll sprühende und begabte Menschen, die ihren eigenen Stil verkörpern und dabei auch die klassischen Komponenten nie außer Acht lassen. Es lohnt sich, in die Welt der Virtuosen hineinzuhören und einen eigenen Lieblingsstar zu entdecken.

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