Die 15 erfolgreichsten Sänger der 80er Jahre

Photo by Jorge Gordo on Unsplash
Photo by Jorge Gordo on Unsplash

Es war die Zeit der Rüschenblusen und Karottenhosen, Schulterpolster und Lederjacken. Fernsehserien wie Baywatch und MacGyver flimmerten über die Mattscheiben und im Kino feierten Filme wie Ghostbusters, Karate Kit, Dirty Dancing und Terminator große Erfolge. Der Vokuhila war damals noch salonfähig und Rollenspiele wie Dungeons and Dragons standen bei der Jugend hoch im Kurs. Man fuhr noch auf Rollschuhen und nicht auf Inline-Skates und hörte unterwegs Musik mit dem Walkman statt mit dem Handy. Wichtige Elemente in der Popmusik waren Synthies und Schlagzeug-Sounds mit jeder Menge Hall.

Zu dieser Zeit feierten die folgenden 15 Sänger gigantische Erfolge. Sie prägten den Klang der Achtziger wie nur weniger andere. Aktuell feiert dieses Jahrzehnt – nicht zuletzt durch Serienhits wie Stranger Things oder Dark sowie Comic-Verfilmungen wie Daredevil oder Punisher – ein großes Revival. Auch die Mode von damals ist momentan wieder überaus angesagt. Deshalb ist es der perfekte Augenblick, um einen Blick in die Liste der erfolgreichsten Sänger dieser Ära zu werfen. Komme mit auf eine Zeitreise in ein aus musikalischer Sicht überaus spannendes Jahrzehnt!

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01. Billy Idol

<a href="https://www.flickr.com/people/21437888@N02">possan</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Billy_Idol_2012.JPG">Billy Idol 2012</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode">CC BY 2.0</a>
possan, Billy Idol 2012, CC BY 2.0
Bei dem mit bürgerlichem Namen William Michael Albert Broad heißenden britischen Rockmusiker ist der Künstlername äußerst treffend: In den 1980er Jahren war der 1955 in London geborene Sänger ein echte Idol für die Jugend. Allerdings wählte er diesen Namen gar nicht aus einem übersteigerten Selbstbewusstsein heraus, sondern weil er in der Schule oftmals „idle“ (träge) war – und dies auch in einem Zeugnis so vermerkt wurde. Dass aus dem trägen Billy später ein Idol für die Massen werden sollte, konnte der Musiker zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

Groß wurde Billy Idol in der Londoner Punkszene, wo er u.a. in den Bands „Chelsea“ und „Generation X“ spielte. Im Jahr 1981 ging er in die USA, wo er bald mit Songs wie „Rebel Yell*“, „Dancing With Myself*“, „White Wedding*“, oder „Flesh for Fantasy*“ zu Weltruhm gelangte. Immer wieder findet sich in seinen Texten das Motiv des Einzelgängers, da er nach eigenen Aussagen in der Schule mehrfach Opfer von Mobbingattacken wurde.

In den Vereinigten Staaten legte er sich das Image als harter Kerl zu, der stets in Lederhose und mit wasserstoffblonder Stachelfrisur auftrat. So wurde er nach Veröffentlichung seiner Alben „Billy Idol*“ (1982), „Rebel Yell*“ (1983) und Whiplash Smile*“ (1986) mehr und mehr zur stilprägenden Ikone der Achtziger Jahre.

Eine interessante Randnotiz ist, dass er den eigentlich für ihn geschriebenen Song „Don’t You (Forget About Me)*“ nicht singen wollte – und so die „Simple Minds“ ihren großen Durchbruch feiern konnten.

Mitte der 1980er Jahre verließ sein bisheriger Gitarrist Steve Stevens die Band, Idols Karriere geriet ins Stocken und er wurde heroinabhängig. Es folgten von 1986 bis 1993 unzählige Entgleisungen und Verhaftungen, ehe er nach einer Überdosis die Notbremse zog und einen Entzug machte.

Nach den kommerziell eher erfolglosen Alben „Charmed Life*“ (1990) und „Cyberpunk“ (1993) wurde es bis auf einige Auftritte in Filmen jahrelang ruhig um den einstigen Superstar, der erst im Jahr 2001 infolge eines sehr erfolgreichen Best-Of-Albums einen Comeback-Versuch wagte. Es folgten die Alben „Devil’s Playground*“ (2005) und „Kings & Queens of the Underground“ (2014) sowie zahlreiche Konzerte. Gefeiert wurde die 2009er Tour mit Elton John. An die ganz großen Erfolge der 1980er konnte er indes nicht mehr anknüpfen.

02. Prince

© 2006 Universal Music
© 2006 Universal Music
Ein weiterer Top-Star der 1980er Jahre ist vor knapp zwei Jahren nach einer Medikamenten-Überdosis leider von uns gegangen: Der großartige Prince Rogers Nelson verstarb 58-Jährig in Minnesota.

Mit 20 Jahren stieg er ins Musikgeschäft ein und hatte besonders in den Achtzigern großen Einfluss auf die internationale Musikszene. Beeindruckend war die gigantische Bandbreite seiner Musik, die er stets selbst komponierte und produzierte. Der Multiinstrumentalist vereinte Genre-Einflüsse aus Pop, Rock und Blues ebenso wie aus Jazz, Funk und Soul in seiner Musik und schuf so ebenso zeitlose wie einzigartige Klassiker. Der Durchbruch gelang ihm 1984 mit dem Album bzw. Song „Purple Rain*“ zum gleichnamigen Film, in dem er überdies die Hauptrolle spielte.

Nach der Gründung einiger Bands in den frühen 1970er Jahren und der Tätigkeit als Studiomusiker arbeitete er ab 1976 im Studio von Chris Moon und lernte dort viel über die Produktionstechnik. Auch nahm er hier Songs auf und empfahl sich so recht bald für einen Plattenvertrag bei Warner Bros. Records. Diese Partnerschaft sollte bis 1999 halten – und zahlreiche Welthits hervorbringen. Die ersten drei Alben allerdings erlangten noch keinen kommerziellen Erfolg. Doch der androgyn wirkende Prince fiel zunehmend auf und erwarb sich das Image eines Exzentrikers. So nahm MTV im Jahr 1982 das Lied „Little Red Corvette*“ in die Rotation auf und erste Erfolge stellten sich ein. Es folgte der Sensationserfolg von „Purple Rain“: Das Album rangierte fast ein halbes Jahr auf Platz 1 der US-amerikanischen Albumcharts und erhielt zwei Grammys. Auch der folgende Longplayer „Around the World in a Day*“ erreichte den Spitzenplatz der Charts, war allerdings nicht mehr ganz so erfolgreich wie der Vorgänger. Das von vielen Kritikern hoch gelobte „Sign o‘ the Times*“ (1987) sollte der letzte große kommerzielle Erfolg des Sängers werden, ehe sein Stern langsam zu sinken begann.

Mit dem Batman-Soundtrack 1989 und der Scheibe „Diamonds an Pearls*“ (1991) kehrte der Erfolg noch einmal zurück, doch danach folgten Streitigkeiten mit seiner Begleitband und einer Plattenfirma. Er legte seinen Künstlernamen ab und nannte sich nur noch „The Artist Formerly Known as Prince“. Es folgte der Niedergang des einstigen Stars. Nach dem Vertragsende mit Warner Bros. veröffentlichte er jahrelang ausschließlich über das Internet, ehe er 2006 mit dem Album „3121“ einen neuerlichen Nummer-Eins-Hit landete. Es folgten weitere Auseinandersetzungen mit der Musikindustrie und das endgültige Sinken seines Sterns.

Insgesamt verkaufte Prince zu seinen Lebzeiten über 100 Mio. Tonträger und wurde 2004 in die Rock an Roll Hall of Fame aufgenommen.

03. Phil Collins

(c) WME
(c) WME
Philip David Charles Collins ist ein seltener Fall in der Musikbranche: Kaum ein anderer Schlagzeuger ist gleichzeitig Sänger – und wohl niemand anderes als Phil Collins gelangte mit dieser Kombination zu derartigem Ruhm! Der gebürtige Londoner begann seine Karriere 1970 als Schlagzeuger bei der Progressiven Rockband „Genesis“. Nachdem er bis zu Peter Gabriels Ausstieg im Jahr 1974 nur die zweite Stimme gesungen hatte, fungierte er von da an als Leadsänger – was sich als goldrichtige Entscheidung erweisen sollte. Insbesondere in den 1980er Jahren gelang der Band ein Hit-Album nach dem anderen: „Duke*“ (1980), „Abacab*“ (1981), „Genesis*“ (1983) und „Invisible Touch*“ (1986) sind allesamt zeitlose Klassiker. 1991 nahm Phil Collins noch „We can’t Dance*“ mit Genesis auf, ehe er 1996 ausstieg, um sich ganz auf seine Solokarriere zu konzentrieren.

Diese hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mächtig an Fahrt aufgenommen. Bereits seine erste Single „In the Air Tonight*“ stürmte 1982 die Spitzenplätze der weltweiten Charts. Zwischen 1983 und 1991 folgte schließlich der Höhepunkt seiner Karriere. Spätestens mit Veröffentlichung des Albums „No Jacket Required*“ (1985) gehörte er zur Creme de la Creme der internationalen Musikszene. Der Longplayer, der Stücke wie „One More Night*“ oder „Sussudio*“ enthielt, verkaufte sich zunächst sogar besser als Michael Jacksons „Thriller“. Weitere Top-Hits der Achtziger waren „I Wish It Would Rain Down*“ mit Eric Clapton, „Do You Remember?*“ oder „Another Day In Paradise*“.

Nach einem Ausflug in experimentellere Musikgenres und seinem Ausstieg bei Genesis kehre Collins 1996 mit „Dance Into The Light*“ in poppigere Gefilde zurück. 2000 erhielt er für den „Tarzan“-Soundtrack „You’ll Be In My Heart*“ einen Oscar, ehe es deutlich ruhiger um ihn wurde. Sein Gesundheitszustand und eine Alkoholabhängigkeit sorgten für einen zeitweiligen Rückzug aus dem Musikgeschäft. Im vergangenen Jahr wagte er ein Comeback.

Neben seiner Tätigkeit als Solokünstler und bei Genesis war er als Gastmusiker auf unzähligen Aufnahmen zu hören: Er musizierte mit Tina Turner, Eric Clapton, Robert Plant (Led Zeppelin), Frida (ABBA), Jethro Toll und vielen weiteren. Auch als Schauspieler trat er immer wieder in Erscheinung. Insgesamt verkaufte Phil Collins weltweit über 250 Mio. Tonträger und ist damit einer von die beliebtesten Sänger der 80er Jahre.

04. Freddie Mercury

(c) Universal Music
(c) Universal Music
Wohl einer von die besten Sänger der 80er Jahre ist Farrokh Bulsara, besser bekannt als Freddie Mercury. Der „Queen“-Frontmann komponierte bereits in den 1970ern Welthits wie „Wer are the Champions*“ oder „Bohemian Rhapsody*“ und prägte anschließend auch die Achtziger wie kaum ein anderer Musiker. 1991 verstarb der geniale Entertainer infolge seiner Aids-Erkrankung an einer Lungenentzündung. Seine Stimme war facettenreich wie die kaum eines anderen Sängers und auch seine Bühnenpräsenz und seine Outfits trugen maßgeblich zum Erfolg von „Queen“ bei. Die Rockband verkaufte insgesamt rund 180 Mio. Alben.

Nachdem die Band bereits in den 1970ern von einem Erfolg zum anderen geeilt war, beschritten die britischen Rockmusiker ab 1980 neue Wege. Das in diesem Jahr erschienene „Another One Bites The Dust*“ war sehr vom Funk beeinflusst und auch das aus einer Zusammenarbeit mit David Bowie entstandene „Under Pressure*“ brach mit dem bisherigen Stil der Band. Der kommerzielle Erfolg jedoch blieb! Das 1981 erschienene „Greatest Hits“-Album hielt sich zehn Jahre lang (!) in den Charts. Das Disco- und Funk-Album „Hot Space*“ (1982) konnte an die Verkaufszahlen der Vorgänger nicht heranreichen, doch schon zwei Jahre später katapultierte sich Freddie Mercury dank der Singles „Radio Ga Ga*“ und „I Want To Break Free*“ mit seinen Mitmusikern wieder an die Chart-Spitze.

Bei Bob Geldorfs legendärem „Live Aid“-Konzert wuchs die Band um Mercury 1985 über sich hinaus und legte einen unvergesslichen Auftritt hin. Gute Kritiken erntete auch Mercurys zweites Solo-Album „Barcelona*“ (1988), das Operngesang und Popmusik zusammenführte. Es folgten die Queen-Alben „A Kind Of Magic*“ (1986) und „The Miracle*“ (1989) mit der grandiosen Auskopplung „I Want It All*“, die sich durch einen zeitgemäßen Synthie-Sound auszeichneten. Es sollten – abgesehen vom posthum veröffentlichten „Made in Heaven*“ die letzten großen Werke eines der begnadetsten Sängers aller Zeiten gewesen sein.

05. David Bowie

(c) Steve Schapiro
(c) Steve Schapiro
Der gebürtige Engländer David Bowie veröffentlichte in seiner über 40 Jahre währenden Karriere 25 Studioalben und verkaufte mehr als 140 Mio. Tonträger. Damit zählt er zu die erfolgreichsten Sänger der 80er Jahre. Insbesondere in den frühen 1980er Jahren gelangen ihm als Vorreiter der für das Jahrzehnt so typischen Sounds zahlreiche weltweite Erfolge. Bereits seit den späten Sechziger Jahren versuchte er sich als Musiker, jedoch zunächst mit mäßigem Erfolg. Sein erster Erfolg war die 1972 veröffentlichte Single „Space Oddity*“, während der Rest des Folk-lastigen Albums floppte. Nach einem Ausflug in Hard Rock-Gefilde gelang ihm kurz darauf der Durchbruch mit dem Album „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars*“. Bowie wurde zur Glam-Ikone. In der Folge arbeitete er unter anderem mit Lou Reed, Iggy Pop, Mick Jagger und John Lennon zusammen und feierte große Erfolge.

In den Achtzigern wagte er einen Ausflug ins Theater und stand im Stück „The Elephant Man“ auf der Bühne des Broadway. Es folgten Hits wie „Ashes to Ashes*“ (1980) und die Kollaboration mit „Queen“ beim Nummer-Eins-Song „Under Pressure*“ (1981). Auch in Kinofilmen war er zu sehen – und prägte so die 1980er Jahre maßgeblich mit. Sein 1983 veröffentlichtes Album „Let’s Dance*“ sollte der mit Abstand größte kommerzielle Erfolg seiner Karriere werden. Die gleichnamige Single rangierte in den USA vor Michael Jacksons „Billie Jean“ auf Platz 1. Auch Lieder wie „China Girl*“ schafften vordere Chart-Platzierungen. Der Sprung von der experimentellen Musik hin zu massentauglicher Popmusik war geglückt. Doch nach dem Aufstieg folgte der rasche Fall, obwohl mit „This is not America*“ (1986) eine weitere Single erfolgreich die Hitlisten stürmte. Seit 1999 lebte Bowie zurückgezogen und starb 2016 kurz nach der Veröffentlichung des Albums „Blackstar*“ an Krebs.

06. Falco

(c) Curt Themessl
(c) Curt Themessl
Der österreichische Musiker Johann Hölzel, besser bekannt als Falco, verbuchte besonders in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre einige internationale Erfolge. So schaffte es „Rock Me Amadeus*“ als einziges deutschsprachiges Lied an die Spitze der US-Charts. Dem begnadeten Sänger wurde schon früh ein absolutes Gehör attestiert. Sein Musikstudium brach der Hochveranlagte ab, um ein „richtiger Musiker“ zu werden, wie er einmal sagte.

In den ausklingenden Siebzigern zog er nach Berlin und schloss sich der Band „Drahdiwaberl“ an. Nach einigen Auftritten erhielt er einen Plattenvertrag als Solokünstler und feierte mit „Der Kommissar*“ (1981) einen ersten europaweiten Erfolg. Der endgültige internationale Durchbruch gelang 1985 mit dem Album „Falco 3*“ und der zugehörigen Single „Rock Me Amadeus“. Auch die weiteren Auskopplungen „Jeanny*“ und „Vienna Calling*“ konnten an den Erfolg anknüpfen. Nach dem folgenden Album „Emotional*“ tourte er ausgiebig durch Europa, brach nach Auftritten in Japan aber von Heimweh geplagt ab und legte seine Ambitionen, ein Weltstar werden zu wollen, ad acta. Es folgte mäßig erfolgreiche Veröffentlichungen, bis 1995 ein Stilwechsel erfolgte, der ihm erneut den kommerziellen Durchbruch ermöglichte: Mit „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da*“ unternahm Falco einen Ausflug in Techno-Gefilde und das rockige „Out of the Dark*“ erlangte Kultstatus. Kurz nach seinem 40. Geburtstag verstarb der Musiker, der zu die beliebtesten Sänger der 80er Jahre gerechnet wird, bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik. Hernach wurden Kokain und THC in seinem Blut nachgewiesen.

07. Bruce Springsteen

Takahiro Kyono from Tokyo, Japan, Bruce Springsteen (7479335544), CC BY 2.0
Takahiro Kyono from Tokyo, Japan, Bruce Springsteen (7479335544), CC BY 2.0
„The Boss“ ist eine lebende Legende! Der inzwischen fast 70-Jährige strahlt nach wie vor eine unfassbare Energie auf der Bühne aus und gehört mit rund 130 Mio. verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Rockmusikern aller Zeiten.

Schon als Zehnjähriger entdeckte er durch Elvis, die Stones und die Beatles seine Liebe zur Rockmusik und gründete alsbald eigene Bands, mit denen er schnell lokale Achtungserfolge feierte. Er ging keiner geregelten Arbeit nach, sondern setzte alles auf die Karte „Musik“.

Im Juli 1971 gründete er die Bruce Springsteen Band als Vorgänger seiner späteren E Street Band. Mit „Born to Run*“ gelang einem von die besten Sänger der 80er Jahre schließlich der Durchbruch. Das folgende Album „Darkness“ war etwas geradliniger als das Klang-Epos „Born to Run“. Auf der Doppel-LP „The River*“ findet sich die ganze Bandbreite seines Schaffens von Balladen bis zu geradlinigen Rocksongs. Nach dem gescheiterten Minimalismus-Versuch „Nebraska*“, auf dem nur Gitarre, Mundharmonika und Gesang zu hören sind, schlug Springsteen ab 1984 neue Wege ein und erfand quasi den Stadionrock. Sein Album „Born in the USA*“ brachte gleich sieben Top-Ten-Songs hervor und zeichnete sich durch straighte Rock-Riffs und grandiose Mitsing-Refrains aus. Es folgte das nicht minder starke, wenn auch ein wenig poppigere „Tunnel of Love*“.

In den 90ern vollzog er einen neuerlichen Stilwechsel hin zu einem kommerzlastigeren Sound – und enttäuschte damit viele Fans. Erfolge feierte er in dieser Zeit allerdings mit Filmsoundtracks wie „Streets of Philadelphia*“ oder „Dead Man Walking*“. Ende der Neunziger kam es zur Wiedervereinigung mit der E Street Band und es folgten einige weitere Alben, die an die gigantischen Erfolge in den 80ern allerdings nicht mehr heranreichen konnten.

08. Sting

(c) Eric Ryan Anderson / Universal Music
(c) Eric Ryan Anderson / Universal Music
Gordon Matthew Thomas Sumner schaffte unter dem Pseudonym „Sting“ den Durchbruch. Der Bassist und Sänger machte sich auch als Schauspieler einen Namen. Nachdem er in mehreren Jazz-Gruppen aktiv gewesen war, gründete er 1977 die Band „The Police“, mit der er schon kurz darauf an die Spitze der internationalen Charts stürmte und mehrere Grammys abräumte. Lagen die Wurzeln noch im Punk, so hielten bald Reggae- und Ska-Elemente Einzug in die Musik der Gruppe. Es entstand ein einzigartiger Sound. Zu den größten Hits der Band zählten „Message in a Bottle*“ und Every Breath you take“.

Zwischen 1986 und 2006 lag „The Police“ auf Eis, während sich die Bandmitglieder ihren Soloprojekten widmeten – mit unterschiedlichem Erfolg. Sting jedenfalls wurde eine von die erfolgreichsten Sänger der 80er Jahre. Die Songs „If You Love Somebody Set Them Free“, „Englishmen in New York*“, „The Soul Cages*“ und „All This Time*“ entwickelten sich allesamt zu Chartstürmern. Auch Kooperationen mit anderen Musikern brachten den gewünschten Ertrag: „All For Love*“ mit Bryan Adams und Rod Stewart und „It’s Propably Me“ mit Eric Clapton kamen beim Publikum sehr gut an.

In den Neunzigern und darüber hinaus feierte Springsteen weitere Erfolge – und erfreut sich bis heute einer großen Fangemeinde auch im jüngeren Sektor der Rockmusiker.

09. James Last

(c) Robert Freiberger
(c) Robert Freiberger
Auf den ersten Blick passt er so gar nicht in diese Aufzählung, doch auch er prägte die Musik der Achtziger mit. Der Erfinder des Easy Listening hatte von 1965 bis 1985 riesigen Erfolg mit seinem „Happy Sound“ und sorgte im Alleingang für fast 30 Prozent der Plattenverkäufe von Polydor Deutschland. Geboren als Hans Last in Bremen, benannte er sich 1965 in James Last um, um seinem internationalen Erfolg Rechnung zu tragen. 110 seiner Alben erreichten die deutschen Album-Charts – bis heute reicht niemand an diese Zahl heran! Neben unzähligen Hits komponierte er auch Filmmusik für „Das Traumschiff“ und Werke mit Heinz Rühmann und Roy Black.

10. Bryan Adams

(c) Universal Music
(c) Universal Music
Der kanadische Rock-Sänger Bryan Adams brachte über 100 Mio. Tonträger an den Mann. Die Anfänge seines Schaffens gehen zwar zurück in die späten Siebziger, doch er entwickelte sich als einer der erfolgreichsten Sänger der 80er.

Zunächst war er die graue Eminenz im Hintergrund einiger Hits: Er schrieb Songs für Bonnie Tyler, Kiss und Bachman Turner Overdrive. Mit „Cuts Like A Knife*“ gelang ihm schließlich auch der Durchbruch als eigenständiger Künstler. Ab 1984 wich der härtere Sound der Vorgänger einem eher stadionrock- und balladentauglichen Klangbild. „Run to You*“ und „Heaven*“ sind erste Indizien, wo sein musikalischer Weg hinführen sollte. Es folgte das Album „Reckless*“, welches unter anderem das weltbekannte „Summer of 69*“ enthielt. Nachdem er Ende der Achtziger nicht mehr ganz an die kommerziellen Erfolge der frühen Schaffensphase heranreichen konnte, folgte Anfang der 90er das Comeback mit Filmsoundtracks wie „Everything I Do*“ (Robin Hood) und Gitarrenrockern wie „Can’t Stop This Thing We Started*“. Er ist einer der wenigen der beliebtesten Sänger der 80er, die über ihre ganze Karriere hinweg kontinuierlich ihrer Linie treu blieben und gute Albumverkäufe erzielten.

11. Peter Gabriel

<a href="http://www.flickr.com/people/39926655@N04">Piotr Drabik</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Peter_Gabriel_Life_Festival_2012.jpg">Peter Gabriel Life Festival 2012</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode">CC BY 2.0</a>
Piotr Drabik, Peter Gabriel Life Festival 2012, CC BY 2.0
Peter Gabriel startete seine Karriere als Gründungsmitglied der Band „Genesis“, bei der er bis 1975 blieb. Ersetzt wurde er durch Phil Collins, über den bereits weiter oben ausführlich berichtet wurde.

Während seiner Solokarriere baute er Einflüsse von Weltmusik in seine Pop-Rock-Songs ein, experimentierte viel mit Effekten und schuf so einen ganz eigenen Sound. Seine Live-Performance war derart ausgereift, dass er sich als Opener von David Bowie dem Vorwurf ausgesetzt sah, den Hauptact in den Schatten zu stellen.

Seine größten Erfolge feierte er zwischen 1986 und 1994. Das Album „So*“ ging durch die Decke und Hits wie „Sledgehammer*“ und „Don’t Give Up*“ wurden im Laufe der Jahrzehnte zu zeitlosen Klassikern. Auch mit dem Musikvideo zu „Big Time“ setzte er Akzente. Das Album „Us*“ (1992) konnte an die jüngsten Erfolge zwar nicht mehr ganz anknüpfen, enthielt aber immer noch tolle Stücke wie „Come Talk To Me*“ oder „Digging in the Dirt*“. Er wirkte neben seinen weiteren Longplayern auch an der Musik von Computerspielen, Filmen und bei anderen Bands als Gastmusiker mit. Auch für sein großes soziales Engagement ist der Brite bekannt.

12. Billy Joel

David Shankbone, Billy Joel 4 Shankbone Metropolitan Opera 2009, CC BY 3.0
David Shankbone, Billy Joel 4 Shankbone Metropolitan Opera 2009, CC BY 3.0
Wenn man an Billy Joel denkt, summt man unwillkürlich die Melodie von „Leningrad*“. Dabei hat der US-Amerikaner so viele weitere sagenhafte Stücke geschrieben. Nicht umsonst gilt er mit über 80 Mio. verkauften Alben als der dritterfolgreichste männliche Solokünstler in den USA. Als Kind liebte er klassische Musik und lernte Klavierspielen. In seiner Jugend trat er Rockbands bei und war Ende der Sechziger als Sessionmusiker unter anderem bei Rock n Roll-Legende Chubby Checker aktiv.

Mit „The Stranger“ gelang ihm 1977 schließlich der eigene Durchbruch, für die Single „Just the Way You Are*“ erhielt er einen Grammy. Der Nachfolger „The 52nd Street*“ schnellte auf Platz 1 der Billboard-Charts – und wurde 1982 als erster Longplayer überhaupt auf CD veröffentlicht. Und noch einmal schrieb Joel Musikgeschichte, als er 1985 als erster amerikanischer Rockmusiker in der Sowjetunion auftrat. 1989 folgten weitere Kultsongs wie „Leningrad“ und „We Didn’t Start The Fire*“.

Bei dieser Fülle an Hits liegt auf der Hand, warum er als einer der erfolgreichsten Sänger der 80er Jahre gilt.

13. Michael Jackson

Casta03, Michael jackson 1992, CC BY-SA 3.0
Casta03, Michael jackson 1992, CC BY-SA 3.0
Muss man zu Michael Jackson wirklich etwas sagen? Für den King of Pop ist kein Superlativ groß genug! Einer der besten Sänger der 80er Jahre schrieb in diesem Jahrzehnt Hits am Fließband – und brach sämtliche Verkaufsrekorde: Rund 400 Mio. verkaufte Tonträger sind einsame Spitze für einen Solokünstler. Bis heute genießt der Sänger daher absoluten Kultstatus überall auf der Welt. „Thriller*“, „Bad*“, „Dangerous*“ und „History*“ sind nur einige seiner Alben, die unzählige Hits enthalten. Seine Solokarriere begann 1971, nachdem er mit den „Jackson Five“ bereits erfolgreich gewesen war. Zunächst spielte er klassischen R&B, den er aber mit den Jahren zu einer ganz eigenen Interpretation von Popmusik weiterentwickelte. In seiner Band und im Studio gaben sich spätestens nach dem Erfolg des „Thriller“-Albums die größten Musiker der Welt die Klinke in die Hand.

Beat It*“, „Billie Jean*“, „We Are The World“, „Smooth Criminal*“ – die Liste seiner Welthits ist lang. Und auch sonst machte Jackson von sich reden – als Erfinder des Moonwalks, als Käufer der Beatles-Songrechte, mit zahlreichen Schönheits-OPs, gigantisch aufwendigen Musikvideos. George Bush zeichnete Michael Jackson 1990 als den besten Entertainer des vergangenen Jahrzehnts aus – wer könnte also widersprechen, wenn man behauptet, er sei einer der beliebtesten Sänger der 80er Jahre gewesen? Im Sommer 2009 verstarb der King of Pop an einer Überdosis eines Narkosemittels. Sein Arzt wurde später wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

14. George Michael

(c) Universal Music
(c) Universal Music
Der griechisch-britische Sänger ist eine der Ikonen der Achtziger! „Careless Whisper*“, „Wake Me Up Before You Go-Go*“ und „Last Christmas*“ sind nur drei der großartigen Hits, die der begnadete Songwriter der Nachwelt hinterlässt. Denn am Weihnachtstag 2016 verstarb der Songwriter in seiner englischen Heimat. Seine Karriere begann 1981 mit der Gründung des Duos „Wham!“, mit dem er auch die größten Erfolge feierte. Aber auch als Solokünstler galt er als einer der erfolgreichsten Sänger der 80er Jahre. Die Songs „Faith*“, „One More Try*“ und „Monkey*“ schafften es Ende der Achtziger an die Spitze der US-Charts. Auch wenn er über all die Jahre in den Medien präsent blieb, konnte er nicht mehr wirklich an die Erfolge aus den ersten zehn Jahren seiner Musikerkarriere anknüpfen.

15. Lionel Richie

(c) Universal Music
(c) Universal Music
Der Oscar- und Grammy-Gewinner Lionel Richie war ebenfalls stilprägend in den 80er Jahren. Als Songwriter und Saxophonist bescherte er uns zahlreiche Hits von Weltrang. Zuhause ist er im Genre des Soul, R&B und Motown. Früh kreuzten sich seine Wege mit denen der „Jackson Five“ und auch mit Country-Legende Kenny Rogers arbeitete er zusammen. Seine Alben „Dancing on the Ceiling*“ und „Can’t Slow Down*“ machten ihn Anfang bzw. Mitte der Achtziger zum Superstar. Bei den Olympischen Spielen 1984 sang er „All Night Long*“ vor 2,3 Mrd. Menschen an den TV-Geräten. Er schrieb an Michael Jacksons „Wer Are The World“ mit und auch Granaten wie „Say You, Say Me*“ stammen aus seiner Feder. Sehr berühmt wurde auch seine spätere Solo-Interpretation des Commodores-Songs „Easy“, bei denen er einst als Saxophonist aktiv gewesen war.

Auch wenn einige der begnadetsten Musiker dieses bunten Jahrzehnts inzwischen von uns gegangen sind, so wird ihr musikalisches Erbe doch auf ewig in unseren Ohren und Herzen bleiben. Sie alle haben Millionen von nachfolgenden Musikern geprägt und neue Sounds und Stile kreiert. Und wahrscheinlich wird nach dem Lesen dieses Artikels der ein oder andere in seinem CD-Schrank nach den besten Scheiben der Achtziger suchen. Da gab es ja reichlich…

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