Sylvester Stallone: Die 20 besten Filme des Action-Stars

Sylvester Stallone
(c) Joe Seer / Bigstock.com

Das Actionkino der Achtziger wird durch zwei schier überlebensgroße Männer mustergültig verkörpert. Einer von beiden ist der 1946 in New York City geborene Sylvester „Sly“ Stallone! In seinen Zwanzigern schlug sich der Sohn einer italoamerikanischen Familie zunächst mehr schlecht als recht durchs Leben und fügte seiner Vita neben einem Woody-Allen-Streifen auch einen Softporno hinzu. Wenig später ebnete er sich den Weg zu einer legendären Karriere dennoch höchst erfolgreich auf eigene Faust – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Platz 1: Rocky (1976)


Beginnen wir mit dem Streifen, ohne den diese Liste die reinste Farce wäre: Mit Rocky Balboa hat sich Stallone die Rolle eines Boxers mit Herz auf den Leib geschrieben, die mehr als nur eine Parallele zu seinem persönlichen Werdegang aufweist. Gleichzeitig dienten dem damals am Rande der Armut lebenden Autor verschiedene Außenseiter-Geschichten aus der Welt des Faustkampfs als Inspiration. Entgegen aller Zweifel seitens des Produktionsstudios durfte Stallone letztlich selbst vor die Kamera treten. Der Rest ist Geschichte: „Rocky“ lief über alle Erwartungen erfolgreich im Kino, wurde mit drei Oscars geehrt, schuf einen Weltstar und begründete ein Franchise, das an dieser Stelle nicht zum letzten Mal auftaucht!

Platz 2: Rambo: First Blood (1982)


Die zweite Figur, mit der Sylvester Stallone für immer untrennbar verbunden sein wird, ist die des John J. Rambo. In der losen Verfilmung von David Morrells Roman „First Blood“ mündet die Suche nach einer Mahlzeit für den introvertierten Vietnamveteran in einer sadistischen Hetzjagd durch die Wälder der Kleinstadt Hope. Während spätere Teile der Reihe nicht unbedingt für ihre Feinfühligkeit bekannt sind, ist der erste „Rambo“ nicht nur ein spannender Actionfilm mit packend inszenierten Verfolgungssequenzen: Zentrales Thema ist die gesellschaftliche Ablehnung zurückgekehrter Soldaten, die sich in einem unpopulären Krieg für ein Land aufgerieben haben, das sie nun zu verachten scheint.

Platz 3: Demolition Man (1993)


Im Einklang mit ungeschriebenen Genre-Gesetzen unternahm auch Sylvester Stallone zwischenzeitliche Ausflüge ins komödiantische Fach. Dabei hat es gewiss seine Gründe, warum etwa „Stop! Oder meine Mami schießt!“ nicht auf dieser Liste vertreten ist… „Demolition Man“ hingegen bietet eine rundum charmante Mischung aus Action und Witz, was nicht zuletzt einer erprobten Plot-Device für gute Situationskomik geschuldet ist: Nach Jahrzehnten im Kälteschlaf wird der knochenharte Cop John Spartan (Stallone) reaktiviert und muss sich nicht nur mit dem durchgeknallten Verbrecher Simon Phoenix (Wesley Snipes), sondern auch mit einer völlig verweichlichten Gesellschaft herumschlagen. Bis heute ist umstritten, wie genau die drei Muscheln funktionieren!

Platz 4: Cop Land (1997)


Viele Kinder der Neunziger dürften durchaus positive Erinnerungen mit Werken wie „Assassins“ oder „Daylight“ verbinden; seinerzeit wusste selbst „Judge Dredd“ junge Augen ohne Comic-Kenntnis mit seinem futuristischen Setting zu begeistern. Unter Kritikern galt die durch Stallone und co. etablierte Heldenrolle allerdings zunehmend als Auslaufmodell, weshalb Sly für „Cop Land“ seine Komfortzone verlassen hat: Sheriff Heflin ist übergewichtig, hörgeschädigt und eine Lachnummer für die korrupten Cops des NYPD, deren krummen Machenschaften er schließlich auf die Schliche kommt. Das anspruchsvollere Grundmaterial und die antitypische optische Veränderung sorgten dafür, dass Sly sogar in einem stargespickten Ensemble-Cast positiv mit seinem Schauspiel hervorstach.

Platz 5: The Expendables (2010)


Nachdem er erst „Rocky Balboa“ (2006) und anschließend auch „John Rambo“ (2008) deutlich stärker als erwartet aus dem Ruhestand geholt hatte, katapultierte Stallone die Action-Nostalgie mit diesem aberwitzig besetzten Ensemble-Streifen endgültig in ungeahnte Sphären: Das titelgebende Team schießt, sticht und prügelt sich durch eine völlig hanebüchene Handlung, reißt kernige Sprüche und achtet penibel darauf, dass der Bizeps beim brutalen Spektakel gut zur Geltung kommt. Ein lange Zeit nicht für möglich gehaltener Traum von einem B-Movie mit großem Budget, der nicht zuletzt auch das legendäre Planet-Hollywood-Trio endlich auf der großen Leinwand vereinen konnte!

Platz 6: Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts (1985)


Die besten Sport- und Motivationsmontagen der Filmgeschichte, Punkt. Darüber hinaus dürfte kein Film dieser Liste so sehr Kind seiner Zeit sein, was beim hier beleuchteten Darsteller durchaus große Aussagekraft hat! Rocky Balboa tritt gegen Ivan Drago (Dolph Lundgren) an, seines Zeichens sowjetischer Stoiker mit Hang zum Steroidmissbrauch. Diesmal ist die Angelegenheit nicht nur persönlicher, sondern auch politischer denn je: Drago hat Apollo Creed im Ring getötet, während der Kalte Krieg weiterhin einen Keil zwischen Ost und West treibt. Mit einem beherzten Boxkampf wird letztlich Völkerverständigung der nonverbalen Natur betrieben. Achtziger-Awesomeness auf ihrem absoluten Höhepunkt!

Platz 7: Die City-Cobra (1986)


In der Kategorie „Unvorstellbare Castings, die nie zustande kamen“ hat sich Sly mit seiner Beinahe-Besetzung in „Beverly Hills Cop“ einen Platz gesichert. Bekanntlich kam ein Engagement nicht zustande, was insbesondere an Stallones gewünschter Streichung der Comedy-Elemente lag. Seine Vorstellung davon, wie ein reichlich humorloser Cop in Los Angeles zur Tat schreitet, hat er stattdessen mit „Die City-Cobra“ verwirklicht! Sein Lieutenant Cobretti ist ein für impulsive Alleingänge gefürchteter Gesetzeshüter am Rande der Selbstjustiz, dessen schnörkellose Methoden auch den deutschen Sittenwächtern missfallen haben – bis 2012 stand der Film in der Bundesrepublik auf dem berühmt-berüchtigten Index.

Platz 8: Over the Top (1987)


Das Kinojahr 1987 stand für Actionjünger ganz im Zeichen des Armdrückens: Während Arnold Schwarzenegger und Carl „Apollo Creed“ Weathers für ihr bizeps-zerberstendes Wiedersehen in „Predator“ weder Tisch noch Regelwerk brauchten, widmete sich Sylvester Stallone in der Rolle des Truckers Lincoln Hawk der sportlichen Seite des Kräftemessens. Eine ganze Menge zwielichtige Gestalten gab es selbstverständlich obendrauf, eigentlicher Mittelpunkt des Films ist allerdings die Annäherung zwischen Lincoln und seinem entfremdeten Sprössling. „Over the Top“ ist kein zweiter „Rocky“, doch die nachempfindbare Vater-Sohn-Story, der kontemporäre Giorgio-Moroder-Soundtrack und die bloße Seltenheit eines Armwrestling-Films verschaffen ihm Extrapunkte!

Platz 9: Cliffhanger – Nur die Starken überleben (1993)


Der mit Abstand schlechteste „Rocky“-Teil und ein Fokus auf Komödien haben Sylvester Stallone zum Start der Neunziger weder in kommerzieller noch in kreativer Hinsicht einen Gefallen getan. Gerade vor diesem Hintergrund stellte „Cliffhanger“ eine willkommene Rückkehr zu bewährten Steckenpferden dar: Der traumatisierte Bergsteiger Gabe Walker bekommt es im Laufe einer vermeintlichen Rettungsmission mit skrupellosen Geldräubern zu tun. Während die auf einem von Stallone mitgeschriebenen Drehbuch basierende Handlung entsprechend überschaubar ausfällt und Realismus bei Bedarf links liegen lässt, mangelt es Action nach bester „Stirb Langsam“-Marnier keineswegs. Stallone konfrontierte dafür seine Höhenangst, Stuntman Simon Crane hingegen brachte es mit seiner Leistung in über 4000 Metern Höhe seinerzeit sogar ins Guinness-Buch der Rekorde.

Platz 10: Creed – Rocky’s Legacy (2015)


Ohne jede Frage testet Sylvester Stallone ungeniert aus, wie lange man eine Actionrolle eigentlich bekleiden kann – der inzwischen fünfte „Rambo“-Streifen ist dabei nur eines von vielen Beweisstücken. Beim zweiten Comeback von Rocky Balboa erkannte Sly zumindest, dass die Boxlegende in der zweiten Reihe eine deutlich bessere Figur abgeben würde: Als Mentor von Adonis Johnson (Michael B. Jordan) unterstützt er den unehelichen Sohn seines verstorbenen Freundes Apollo Creed auf dem Weg an die Spitze des Halbschwergewichts. Halbwegs unverhofft konnte sich Stallone mit seiner Paraderolle doch noch die ansonsten weitgehend verwehrte Anerkennung der Kritiker verdienen, denn neben einem Golden Globe gab es auch eine Oscar-Nominierung.

Platz 11: Brooklyn Blues – Das Gesetz der Gosse (1974)

Platz 12: Nachtfalken (1981)

Platz 13: Tango & Cash (1989)

Platz 14: Flucht oder Sieg (1981)

Platz 15: Rocky III – Das Auge des Tigers (1982)

Platz 16: Rambo III (1988)

Platz 17: The Expendables 2 (2012)

Platz 18: Daylight (1997)

Platz 19: Rocky Balboa (2006)

Platz 20: Shootout – Keine Gnade (2012)

Fazit:
Von den Treppenstufen des Philadelphia Museum of Art über die kriminelle Unterwelt bis hin zu den Schlachtfeldern Burmas: Was Sylvester Stallone (wohlgemerkt gesundheitsbedingt) an Mimik mangeln mag, macht er durch unnachahmliches Charisma doppelt und dreifach wieder wett. Mit Rocky Balboa und John Rambo hat er gleich zwei Figuren zum Leben erweckt, die in der Popkultur auf ewig ein gängiger Begriff sein werden. Darüber hinaus hat er auf und abseits dieser Liste vielfach unter Beweis gestellt, dass er keinesfalls auf die Rolle des martialischen Muskelpakets zu beschränken ist – auch, wenn er sie so überzeugend wie kaum ein zweiter verkörpert hat!

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