Die erfolgreichsten Punkbands aller Zeiten

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Der Punk gehört vermutlich zu den charakterstärksten Stilrichtungen in der Musikkultur. Kein Anderes Genre erlebt Erfolge in hohen Maßen ausschließlich aufgrund der Authentizität seiner Interpreten, wie es hier der Fall ist. Der Kommerz ist zweitrangig, Klatsch und Tratsch in den Medien sorgen sogar eher für Minuspunkte bei den Fans. Punk ist wild, alternativ und ein Sprachrohr für all Diejenigen, die sich ein Ventil zum Ausleben der eigenen Gefühle wünschen. Punk ist Wut, Punk ist Liebe, Punk ist Emotionen zulassen.

Die nachfolgenden 20 Punkbands gehören zu den Einflussreichsten und Erfolgreichsten. Wer die beste Punkband ist, dürfte für die zahlreichen Anhänger jeder einzelnen Gruppe klar sein. Doch glücklicherweise muss hier nicht diskutiert werden: Jede angeführte Punkband hat seine Daseinsberechtigung und findet sich ohne Zweifel zu Recht in dieser Liste angeführt. Das sind die erfolgreichsten Punkbands aller Zeiten!

Sex Pistols


Gegründet wurde die Punkband aus London im Jahr 1975 von den Schulfreunden Johnny, Steve, Paul und Glen. Doch erst 1977, nachdem Letzterer von Sid Vicious am Bass ersetzt wurde, stellte sich der Erfolg ein.

Ihr erstes und auch letztes Studio-Album „Never Mind the Bollocks, Here’s the Sex Pistols*“ kletterte bis auf Platz 1 der UK-Charts und mit „God Save the Queen*„, „Pretty Vacant*“ und „Holidays in the Sun*“ konnten sie gleich drei Top 10-Hits vorweisen – nachdem sie sich 1976 mit „Anarchy in the U.K.*“ lediglich im Mittelfeld der Hitliste platzieren konnten. Das erste Aus für die Sex Pistols kam bereits 1978 mit dem Ableben von Sid Vicious, der sich nach einem Entzug während einer Feier diesbezüglich eine Überdosis Heroin spritzte. Bis 2003 kamen die übrigen Bandmitglieder noch dreimal als Sex Pistols zusammen – 2009 machten sie jedoch endgültig Schluss.

Dead Kennedys


Als eine der ersten Bands aus den USA, schaffte die 1978 in San Francisco gegründete Gruppe den Durchbruch auf dem britischen Musikmarkt. Kein Wunder, denn zu dieser Zeit boomte der Punk in England und die Dead Kennedys trafen vor allem dort den Nerv der Zeit.

Von ihrem ersten Werk „Fresh Fruit for Rotting Vegetables*“ verkauften sie dort 1980 über 100.000 Kopien. In Amerika sorgten sie ein Jahr zuvor mit ihrem ersten Lied „California über alles*“ – dessen Titel eine Anspielung auf das Deutschlandlied enthält – für Furore: Dennoch konnten sie über ihre selbst gegründete Plattenfirma namens „Alternative Tentacles“ rund 6000 Exemplare der Single an den Mann bringen.

Nachdem sich die Bandmitglieder 1986 trennten, feierten sie im Jahr 2011 eine Reunion – allerdings ohne ihren ehemaligen Sänger Jello Biafra. Diesen Part übernahm stattdessen Brandon Cruz. Seit 2008 steht Ron Greer für die Dead Kennedys am Mikrofon.

Green Day


Als kommerziell erfolgreichste Punkband darf man Billie Joe Armstrong, Tré Cool und Mike Dirnt alias Green Day bezeichnen: Seit der Gründung der Band im Jahr 1987 – damals noch als Sweet Children – hat das Trio weltweit 85 Millionen Platten verkauft.

Ihr Siegeszug begann 1994 mit der Veröffentlichung ihrer dritten CD „Dookie*„, die sich alleine in den USA zehn Millionen Mal verkaufte. Nach drei weiteren Platten erlebten sie 2004 mit dem Album „American Idiot*“ eine neue Green Day-Welle, die sich um den Planeten zog. Ihr siebter Longplayer verkaufte sich 14 Millionen Mal und beförderte sie in zehn Ländern auf Platz 1 der Charts. Für diesen Erfolg erhielten sie eine Grammy-Trophäe, einen BRIT Award, einen American Music Award und auch eine Auszeichnung bei den MTV Europe Music Awards.

Rancid


Die Band Rancid um Frontmann Matt Freemann existiert seit 1991 und konnte nach zwei eher mittelmäßig erfolgreichen Alben („Rancid“; 1993 und „Let’s Go*„; 1994) mit der dritten Platte „…And Out Come the Wolves*“ 1995 so richtig durchstarten. Wenn auch nicht in den vorderen Rängen der Bestsellerlisten, platzierte sich die CD international in den Charts und wurde in Großbritannien, Kanada, Australien und in den USA mit Gold bzw. mit Platin prämiert. Die Band hat auch berühmte Fans: Mit Sängerin Pink schrieb und produzierte der Bassist der Gruppe, Tim Armstrong, neun Titel ihres zweiten Albums „Try This“ aus dem Jahr 2003.

Misfits


Nachdem Rock-Idol Glenn Danzig zuvor als Sänger für verschiedene Bands agierte, wollte er es im Jahr 1977 endlich wissen und gründete die Misfits. In dieser Gruppe wollte er endlich als Künstler ankommen. Mit „Walk Among Us*“ (1982) und „Earth A.D. / Die, Die My Darling*“ (1983) schafften sie es auch, mit ihrem düsteren Punk – welcher oft auch als Horror-Punk betitelt wurde – sich einen Namen zu machen.

Mit ihrer dritten Platte „American Psycho*“ kratzten sie schließlich an den Top 100 der Billboard-Charts. 2011 veröffentlichten sie mit „The Devil’s Rain*“ ihre bis dato in der US-Hitliste erfolgreichste CD, die bis auf Position 70 kletterte.

The Clash


Den Startschuss ihrer erfolgreichen Karriere hatte die britische Gruppe den Sex Pistols zu verdanken, die ihnen ihr erstes Konzert ermöglichten – denn sie engagierten The Clash Mitte 1976 als Vorgruppe für eine Show in London. Wenige Monate später unterschrieben sie einen Plattenvertrag bei CBS Records und brachten ihr erstes Album auf den Markt, auf welches bis 1985 noch fünf Weitere folgen sollten. Vor allem „London Calling*“ (1979), „Sandinista*“ (1980) und „Combat Rock*“ (1982) entwickelten sich zu internationalen Chart-Erfolgen, die in England und in den USA sowohl Gold- als auch Platin-Status erreichten und sie zu dieser Zeit zu einer der erfolgreichsten Punkbands machten.

Nach zehnjährigem Bestehen wurde The Clash 1986 aufgelöst. Fast 20 weitere Jahre später wurden sie 2003 in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen.

The Damned


2018, zehn Jahre nach „So, Who’s Paranoid?*„, gelang dieser britischen Punkband der größte Erfolg in ihrer Bandgeschichte: Erst mit ihrem 11. Studio-Album stürmten sie in England und auch in Schottland zum ersten Mal die Top 10 der LP-Charts. Wie bereits bei vielen der zuvor in den Vordergrund gestellten Gruppen, gesellten sich auch The Damned 1977 zusammen. Mit ihrem ersten Werk „Damned Damned Damned“ eroberten sie da nämlich die britische Punk-Szene. Potential kommerziell groß rauszukommen, war jedoch bereits zuvor realistisch. Doch nie konnte sich die Gruppe vollständig mit ihren Plattenfirmen auf beidseitig geduldete Bedingungen einigen.

Black Flag


Schon in ihrem Gründungsjahr 1976 sorgte die aus Los Angeles stammende Truppe im Großraum ihrer Region für Aufsehen: Nicht selten mit einer Portion zu viel Energie präsentierten sie auf der Bühne ihre Songs. So sehr, dass auch ihr Publikum von der Stimmung der Band in dem Maßen angeheizt wurde, so dass es nicht selten zu Gewalttaten aus purer Aggression im Publikum gekommen ist. Vor allem mit ihren Tourneen waren sie lange – mehr oder weniger – erfolgreich. 1986 löste sich die Band aufgrund körperlicher Erschöpfung und finanzieller Probleme auf. Seit 2013 besteht das Projekt jedoch fort.

NOFX


Die Tatsachen, dass die Gruppenmitglieder NOFX nie einen Plattenvertrag bei einem Major Label unterzeichneten und weltweit acht Millionen CDs verkauft haben, machen die Punkband zur erfolgreichsten Independent-Band der Musikgeschichte. Ihre erste und bisher einzige Goldene Schallplatte aus den USA bekamen sie 1994 für ihren fünften Longplayer „Prunk in Drublic*„, der in keinen Charts auftauchte, überreicht. Ihr sechstes Studio-Werk „Heavy Petting Zoo*“ hingegen landete international – vor allem sehr erfolgreich in Skandinavien – in sämtlichen Hitlisten.

Joy Division


Die Punkband aus Manchester formierte sich im Jahr 1976, nachdem die ehemaligen Mitglieder Bernard, Peter und Terry ein Konzert der Sex Pistols besucht hatten. Kurz darauf stieß auch der Gitarrist Ian Curtis zur Gruppe. Ihre Alben „Unknown Pleasures*“ und „Closer*“ wurden 1979 bzw. 1980 veröffentlicht. Im Erscheinungsjahr der zweiten Platte lösten sich Joy Division auf, nachdem sich Ian Curtis erhängt hatte. Der an Epilepsie erkrankte Musiker konnte nicht überwinden, dass seine Frau Deborah sich von ihm aufgrund zahlreicher Seitensprünge getrennt hatte.

New Order


Aus den verbliebenen Mitgliedern von Joy Division resultierte schließlich New Order. Schon lange vor dem Tod von Ian Curtis hatten sie vereinbart, dass der Name Joy Division im Falle eines Abganges innerhalb der Gruppe nicht weitergeführt werden soll. Bis heute nehmen sie in regelmäßigen Abständen Alben auf, die sich weltweit in den Charts platzieren. Veröffentlichungen wie „Power, Corruption & Lies*“ (1983), „Technique*“ (1989) oder „Waiting for the Siren’s Call*“ (2005) sorgten dafür, dass New Order bis heute als einer der einflussreichsten Acts der Szene angesehen wird.

Ramones


Auch wenn die Texte der Songs der Ramones sich eher einfach zu verstehen hielten. Mit ihren oftmals politischen und sozial kritischen Inhalten fesselten sie schnell eine eigene Fan-Gemeinde. Schlau war der Band-Name ausgewählt: Jedes Mitglied der Ramones wählte Ramone als Nachname im Künstlernamen – machte und macht Sinn. Zwischen 1976 und 1995 brachten sie 14 Platten auf den Markt, ehe sie sich mit „¡Adios Amigos!“ von ihrem Publikum verabschiedeten. 2011 wurden die Ramones mit einem Grammy für ihr Lebenswerk geehrt – obwohl lediglich vier CDs die Top 100 der Billboard-Hitliste erreichen konnten.

Descendents


Für das Modell „Authentic Descendents“ wurde diese Formation von der beliebten Modemarke Vans als Namenspate ausgewählt. Und dies nicht ohne Grund: Obwohl die 1978 gegründete kalifornische Gruppe über Jahrzehnte hinweg erfolglos in den Charts gesucht wurde, prägten sie mit ihrem Schaffen den Stil der Punkmusik. Während ihre Platten „Everything Sucks*“ (1996) und „Cool To Be You*“ (2004) immerhin in den Bubbling Under Hot 100 Billboard-Charts Platz finden konnten, bewies ihr siebtes Studio-Album „Hypercaffium Spazzinate*“ im Jahr 2016, welchen Eindruck die Band in ihrer Vergangenheit bei den Fans des Genres hinterlassen hat und wie weit die Wellen ihres Schaffens mittlerweile tatsächlich geschlagen sind. In den USA erreichten sie Platz 20 der Hitliste und landeten somit erstmals innerhalb der Top 100. In Deutschland platzierten sie sich sogar in den Top 10.

Bad Religion


Das erste Album „How Could Hell Be Any Worse?*“ der aus Los Angeles stammenden Musiker erschien bereits im Jahr 1982, doch erst zehn Jahre später gelang ihnen mit ihrer sechsten Platte „Generator*“ der kommerzielle Durchbruch – in Deutschland!

Der Durchbruch in den USA und in Kanada folgte schließlich 1994 mit der CD „Stranger than Fiction*„. Seit Ende der 1990er Jahre ist die Band, die auch noch heute aktiv ist, weltweit erfolgreich. Mit rund fünf Millionen verkauften Alben gelten die Amerikaner für Viele als erfolgreichste Punkband der Gegenwart.

MC5


Die Mitglieder der 1964 gegründeten Truppe Motor City 5 – wofür MC5 steht – gehören zu den Vorreitern des Genres und avancierten für viele nachgefolgten Punkbands zur Inspiration.

Markant für die Gruppe waren das Ausleben und die Verbreitung des Mottos „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“. Hierzu angeleitet wurden sie von ihrem Manager John Sinclair, der zu dieser Zeit als Vorsitzender der White Panther Party agierte und die Zeitung „Fifth Estate“ leitete. Schon mit ihrer Debüt-Platte „Kick Out the Jams*“ stellte sich der kommerzielle Erfolg ein und sie platzierten sich auf Position 30 in den US-Charts. Das renommierte Rolling Stone-Magazin zählte die CD 2003 zu den 500 besten Alben aller Zeiten.

Die Toten Hosen


Obwohl sie hauptsächlich in deutscher Sprache musizieren, kennt man die Toten Hosen um Frontmann Campino aus Düsseldorf auch im Ausland. In Argentinien beispielsweise geben sie immer wieder ausverkaufte Konzerte – 2012 veröffentlichten sie sogar eine dort aufgenommene Konzert-DVD namens „Noches como éstas: Live in Buenos Aires“.

Zahlentechnisch können sie es auch mit den globalen Größen des Punk aufnehmen: Im deutschsprachigen Raum sind sie mit 15 Millionen verkauften Platten die erfolgreichste und beliebteste Punkband made in Germany aller Zeiten!

The Offspring


Wer The Offspring als beste und beliebteste Punkband der Welt bezeichnet, kann für Stirnrunzeln sorgen. Schließlich ist Musik Geschmackssache. Fakt ist aber, dass die Jungs aus Kalifornien mit Sicherheit kommerziell gesehen eine der erfolgreichsten Bands sind. Alleine ihre Alben „Smash*“ (1994) und „Americana*“ (1998) verkauften sich zusammen mehr als 25 Millionen Mal! In den internationalen Single-Charts hingegen mischten sie in vielen Staaten mit Titeln wie „Self Esteem“ (1994), „Pretty Fly (for a White Guy)“ (1998) oder „Why Don’t You Get A Job“ (1999) gehörig in den Bestsellerlisten mit.

The Stooges


Bei dieser Punkband handelt es sich um die Gruppe des so genannten „Godfather of Punk“, Iggy Pop. Gegründet hat er diese 1967 mit Scott Asheton, Ron Asheton und Dave Alexander. Seit 2010 gehören sie der Rock’n’Roll Hall of Fame an. Durch ihren aggressiven Sound und die außergewöhnlichen Inszenierungen ihres Frontmanns – Iggy Pop fügte sich auf der Bühne selbst gerne Schnittwunden zu oder beschmierte seine Brust mit Erdnussbutter – galten The Stooges schnell als skandalträchtig.

Nach der ersten Trennung 1971 wurde der Sänger 1972 von David Bowie zur ersten Reunion animiert. Nachdem sie sich 1974 ein zweites Mal auflösten, existiert die Band erneut seit 2003.

Sleater-Kinney


Der Punk ist keine reine Männersache: Bester Beweis hierfür ist das aus Corin Tucker, Janet Weiss und Carrie Brownstein bestehende und seit 1994 aktive Damen-Trio von Sleater Kenny. Obwohl ihre ersten drei Alben „Sleater-Kinney“ (1995), „Call the Doctor“ (1996) und „Dig Me Out“ (1997) in keiner Hitliste Platzierungen erreichen konnten, verkauften sich sich zusammen über 200.000 Mal. Kurz vor ihrer Trennung im Jahr 2006 enterten sie mit „The Woods“ erstmals die Top 100 der Billboard-Charts, wo sie auf dem 80. Rang landeten.

Nach einer sechsjährigen Ruhepause veröffentlichten sie 2015 ihr achtes Studio-Album „No Cities to Love*„. Dieses kletterte in den USA bis auf Position 18 und erreichte auch in Australien eine Platzierung in der Bestsellerliste.

Minor Threat


Von 1980 bis 1983 bestand diese Punkband, die von ihrem Sänger Ian MacKaye in Washington, D.C. ins Leben gerufen wurde. Ihn dazu angetrieben haben ihn seine Faszination für die Punkbands The Clash und die Sex Pistols. Singles der Gruppe kamen nie auf den Markt, auch nur ein einziger Longplayer – „Out of Step*“ – welches nur in limitierter Anzahl auf CD gepresst wurde. Sowohl Black Flag, als auch die Punkband Bad Brains gaben an, dass sie von Minor Threat in ihrem Schaffen beeinflusst wurden. Dies gilt auch für die Metal-Band Slayer, die sogar mehrere Titel gecovert hat. Das Ende der Gruppe wurde mit dem Abgang von Brian Baker, der zu Anfang das Bass spielte und später als Gitarrist agierte, besiegelt. Dieser hatte sich dazu entschieden, fortan Teil von Dag Nasty sein zu wollen und verließ Minor Threat.

So, welche Punkband ist nun die Beste? – Gute Frage. Jede hier aufgeführte Gruppe hat seine eigene Individualität und einen ganz eigenen Charme. Deshalb befindet sich in diesem Artikel auch kein Ranking, sondern eine Konsolidierung der wichtigsten Formationen des Genres. Sie alle haben den Punk auf ihre ganz eigene Art und Weiße beeinflusst bzw. beeinflussen diesen noch immer. Jede Gruppe ist ein Teil großartiger Musikgeschichte. Wir sind uns sicher, dass Interessenten des Punk hier auf Altbekannte gestoßen sind, aber auch „neue Gesichter“ entdecken und somit ihren musikalischen Horizont erweitern konnten. Ohne Zweifel, das waren bzw. sind die besten Punkbands aller Zeiten!

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