Die erfolgreichsten Rapper der 90er Jahre

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Die 90er-Jahre waren die goldene Ära der Rapmusik, aber es gab auch Schattenseiten. So fällt die Fehde zwischen Rappern von der Ost- und Westküste („East Coast vs. West Coast“) in diese Zeit. Mitte der 90er eskalierte die Rivalität der Produzenten und Hip-Hop Stars aus New York und Los Angeles und forderte mehrere Todesopfer. Mittendrin die Legenden Notorious B.I.G. und Tupac Shakur, die beide Opfer der Gewaltausbrüche wurden. Aber auch weitere Stars wie Dr. Dre oder Snoop Dogg waren Teil des Konflikts.

Doch egal zu welcher Seite man musikalisch tendiert – eines muss man neidlos anerkennen: Es war eine absolut kreative Zeit, in der zahllose Meisterwerke entstanden sind. Das gilt natürlich auch für Künstler, die nicht an dem Streit der Küsten beteiligt waren. Welcher Rap-Fan erinnert sich nicht an den Wu-Tang Clan, Run–D.M.C. oder Outkast? Nicht zu vergessen die Szenegrößen von Cypress Hill, die als Mitentwickler des Crosser gelten und mit ihrem Doppel-Album „Skull & Bones*“ Maßstäbe setzten.

Reisen wir einmal in der Zeit zurück und werfen einen Blick auf die erfolgreichsten Rapper der 90er Jahre.

01. Tupac Shakur

(c) Universal Music
(c) Universal Music

Der Rap-Musiker Lesane Parish Crooks alias Tupac Shakur aus New York City prägte den Hip-Hop wie kaum ein anderer. 75 Mio. verkaufte Tonträger sprechen für sich. Und nach seinem Tod – er wurde im Alter von 25 Jahren in Las Vegas erschossen – erreichte der Afroamerikaner erst recht Kultstatus.

Nach dem Umzug nach Oakland bei San Francisco geriet der damals 15-Jährige auf die schiefe Bahn, kam aber gleichzeitig auch mit Leuten aus dem Musikbusiness zusammen, die ihm zu ersten Engagements verhalfen. Sein erstes Album „2Pacalypse Now*“ erschien 1991 und kletterte prompt bis auf Platz 64 der Charts. Die Scheibe inspirierte Rapper wie Eminem oder Nas dazu, ebenfalls Musik zu machen.

Bekanntester Song war „I Don’t Give A Fuck*“, der – wie viele Lieder Tupacs – von Rassismus und Polizeigewalt handelt.

Zwei Jahre später legte er mit dem später zweifach Platin-ausgezeichneten „Strictly 4 my Niggaz“ nach. Auf dem Longplayer sind auch befreundete Rapper wie Ice Cube und Ice-T zu hören. Zu dieser Zeit absolvierte Tupac zudem einige Filmauftritte, aber auch durch gewalttätige Auseinandersetzungen fiel er auf.

So wurde er 1994 bei einem Treffen mit Notorious B.I.G. und Puff Daddy angeschossen, was der Auftakt der Ost-West-Konflikte im Hip-Hop war. Ein Jahr später wurde er wegen sexueller Belästigung inhaftiert und nahm nach seiner Entlassung die beiden Nummer-eins-Alben „Me against the World*“ und „All Eyes on me*“ auf. Letzteres war sogar ein Doppelalbum und enthielt zahlreiche Hits wie das unvergessliche „California Love*“.

Nur ein Jahr später wurde einer der erfolgreichsten Rapper aller Zeiten erschossen, nachdem er im Anschluss an einen Boxkampf von Mike Tyson mit einem Gangmitglied in Streit geriet und sein Auto an einer roten Ampel von Kugeln durchsiebt wurde.

Nur zwei Monate nach seinem Tod erschien das gerade fertig gestellte Album „The Don Killuminati: The 7 Day Theory“. Es wurde mit 5,5 Mio. verkauften Einheiten einer seiner größten kommerziellen Erfolge. Posthum erschienen weitere Veröffentlichungen, die sich allesamt gut verkauften.

Im Dezember 2016 wurde Tupac Shakur in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Kurios: Sein beim breiten Publikum wohl bekanntester Song „Changes*“ wurde posthum im Jahr 1998 veröffentlicht. Er war sechs Jahre zuvor aufgenommen worden.

02. Ice Cube

(c) Eric Williams
(c) Eric Williams

Eine der prägenden Figuren der US-Hip-Hop-Szene ist definitiv Ice Cube. Der aus Los Angeles stammende O´Shea Jackson war Mitglied der Gruppe N.W.A. und veröffentlichte zudem neun Soloalben. Auch bei der Westside Connection und in mehreren Filmen mischte er mit.

Geboren wurde er 1969 in dem Stadtteil South Central, wo er mit 15 Jahren Dr. Dre kennenlernte. Mit ihm und dem Drogendealer Easy-E gründete er 1986 die Gruppe N.W.A. Zwei Jahre später nahmen sie – nach einem erfolglosen Debüt – das Album „Straight Outta Compton*“ auf – es war der Durchbruch für das Trio! Und nicht nur das: Es war das erste kommerziell erfolgreiche Hip-Hop-Album der Westküste und genießt heute Legendenstatus.

Nach Streitigkeiten über die Verteilung der Einnahmen verließ er die Band und ging nach New York. Mit den Produzenten von Public Enemy arbeitete er an seinem ersten Soloalbum „AmeriKKKa´s Most Wanted*“, welches 1990 prompt Gold-Status erreichte.

Sein größter Erfolg war das dritte Werk „The Predator*“, das 1992 den ersten Platz der Billboard-Charts erreichte. Darin enthalten waren die Single-Auskopplungen „Wicked“, „It Was A Good Day“ und „Check Yo Self“.

Es folgten unzählige Kollaborationen mit bekannten Stars der Szene und diverse Filmauftritte, darunter auch viele bekannte Rollen wie die „Jump Street“-Reihe oder die „XXX“-Reihe. Als Produzent wirkte er maßgeblich am Biopic „Straight Outta Compton“ mit.

03. The Notorious B.I.G.

Eng verknüpft mit der Geschichte von Tupac Shakur war die von Notorious B.I.G. Der gebürtige New Yorker wurde im Alter von 25 Jahren nur wenige Monate nach Tupac in Los Angeles erschossen. Er war einer der bedeutendsten Hardcore-Rapper der 90er-Jahre, der großen Einfluss auf nachfolgende Generationen von Musikern hatte.

Der Sohn jamaikanischer Eltern hieß mit bürgerlichem Namen Christopher Wallace – Obwohl oftmals Klassenbester, begann er bereits mit zwölf Jahren Drogen zu verkaufen und wurde mit 17 Jahren von der Schule geworfen. Kurz darauf folgte der erste neunmonatige Gefängnisaufenthalt.

Nach den Anfängen bei Bad Boy Records und ersten Erfolgen gemeinsam mit Mary J. Blidge schlug er Solopfade ein. Bald kreuzten sich seine Wege mit Tupac und Puff Daddy, mit denen er zunächst 1993 zusammen arbeitete.

Liebesbeziehungen hatte er unter anderem mit Lil‘ Kim und Faith Evans, die später ebenfalls zu Berühmtheit kamen.

Seine Singles „Big Poppa*“ und „One More Chance*“ verkauften sich jeweils über eine Million Mal und erreichte die Nummer eins in den US-Charts.

Sein Album „Ready to Die*“ (1994) machte ihn kurz darauf weltweit bekannt. Der Nachfolger „Life After Death*“ erschien drei Jahre später und toppte sogar die bisherigen Erfolge.

Es sollte allerdings das letzte Album eines der besten Hip-Hop-Musikers aller Zeiten bleiben. Denn am 9. März 1997 wurde er Opfer eines „Drive-by-Shootings“. Dennoch gilt er bis heute als der erfolgreichste Rapper der Ostküste, der tausende von Menschen inspiriert und beeinflusst hat.

04. Nas

(c) Universal Music
(c) Universal Music

Das Nas-Album „Illmatic*“ aus dem Jahr 1994 ist einer der Meilensteine des Hip-Hop, womit sich der 1973 in Brooklyn geborene Nasir bin Olu Dara Jones seinen Platz in der Liste der besten Rapper der 90er unbestritten verdient hat.

Die Abkürzung Nas steht für „Nigger against Society“, womit gleich klar wird, dass er ein politisch motivierter Musiker ist. Auch mit seinen afrikanischen Wurzeln und den großen Weltreligionen befasste er sich eingehend.

Große kommerzielle Erfolge erzielte er außerdem mit „If I Ruled the World*“, einer Zusammenarbeit mit Lauryn Hill von den Fugees. Sein Album „Nastradamus*“ (1998) enthielt Beiträge von illustren Gästen wie Aaliyah, DMX und Scarface.

05. Bone Thugs-N-Harmony


Die 1992 gegründete Crew veröffentlichte nach zwei Jahren des Songwritings auf dem Label von Easy-E die EP „Creepin On Ah Come Up*“. Zwei Single-Auskopplungen („Foe tha Luv of $“ und „Thuggish Ruggish Bone“) erreichten mehrfachen Platin-Status und auch die EP selbst war eine der erfolgreichsten ihrer Zeit. Der Lohn: Platz 12 in den Billboard-Charts.

Nachdem der Förderer Easy-E Mitte der 90er Jahre infolge seiner Aids-Erkrankung verstorben war, erschien das zweite und beste Album „E.1999 Eternal*“. Die enthaltene Single „Crossroads*“ belegte acht Wochen den Spitzenplatz der US-Hitparade und verhalf der Combo dazu, als eine der beliebtesten Formationen ihrer Zeit zu werden. Ein Alleinstellungsmerkmal war die Mixtur aus religiösen Texten, Soul-Gesang und schnellem Rap.

Danach wurde es ruhig um die Musiker, die erst 2000 wieder ein Album veröffentlichten, aber nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen konnten. Nach Streitigkeiten lag die Gruppe zunächst ganz auf Eis, eher weitere Neuveröffentlichenungen erfolgten, die zumindest in den USA Verkaufserfolge wurden. In Europa nahm das Publikum kaum noch Notiz von Bone Thugs-N-Harmony.

06. Jay-Z

(c) Universal Music
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Ein Urgestein der Rapmusik und für viele der beste seines Fachs ist Jay-Z. Er prägte nicht nur den Hip-Hop der 90er maßgeblich mit, sondern ist bis heute aktiv – und nicht zuletzt durch seine Heirat mit Beyoncé in aller Munde. Auch als Chef der Plattenfirma Def Jam hatte er maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Rapmusik über die Jahre.

Aufgewachsen ist er in New York City, wo er zunächst wenig erfolgreich versuchte, im Musikgeschäft Fuß zu fassen. Eine Single mit Mary J. Blidge („Knock the Hustle“) blieb praktisch der einzige Achtungserfolg in der Frühphase. Erst gegen Ende der 90er stellten sich kommerzielle Erfolge ein – und seit dem Beginn des neuen Jahrtausends katapultierte er sich mit elf Alben in Folge an die Spitze der Billboard-Charts.

Eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die ihn zu einem der besten und erfolgreichsten Musiker aller Zeiten macht. In dieser Zeit räumte er 18 Grammys ab – unter anderem für Zusammenarbeiten mit Justin Timberlake, Alicia Keys, Kanye West, Rihanna, Linkin Park und Ehefrau Beyoncé. Daran lässt sich ablesen, wie prägend er für die Szene ist und mit wie vielen Plattenverkäufen Jay-Z in Verbindung steht.

07. Wu-Tang Clan

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Ebenfalls aus New York stammt die Gruppe Wu-Tang Clan, die Anfang der 90er Jahre einen düsteren, neuen Stil des Hip-Hop erfand und damit grandiose Erfolge einheimste.

Auch mit ihrer Maskierung und dem Clan-Status als solchem setzten sie Trends, die viele Nachahmer fanden. Besonders vor dem Millennium eilte die damals beliebteste Crew von Erfolg zu Erfolg, während es zwischen 2000 und 2011 zu Auflösungserscheinungen kam und das Comeback 2014 nicht so erfolgreich ausfiel wie erhofft.

Bekannte Songs der Formation waren „Gravel Pit*“, „Protect Ya Neck*“ und „Method Man*“.

08. Busta Rhymes

(c) Universal Music

Ein weiterer Rapstar aus Brooklyn ist Busta Rhymes. Der inzwischen 46-Jährige hielt sich zu Beginn seiner Karriere im Umfeld von Public Enemy auf und startete nach seiner Zeit als Teil der „Leaders of the New School“ Mitte der 90er eine erfolgreiche Solokarriere.

Die Single-Auskopplung „Whoo-Hah!! Got you all in Check“ aus seinem Debüt „The Coming“ war nicht nur in den USA, sondern auch in Großbritannien auf Anhieb ein großer Erfolg. In der Folge startete er in Europa durch, während er in den USA nicht ganz an die kommerziellen Erfolge der anderen Genre-Größen heranreichte.

Besonders in Erinnerung geblieben sein dürfte vielen Lesern der Hit „What´s it gonna be*“, den er mit Janet Jackson performte. Auch mit Sean Paul („Make it Clap“) und Mariah Carey („I Know What You Want“) arbeitete er durchaus erfolgreich zusammen.

09. DMX

Mika Väisänen, Dmx-07, CC BY 3.0
Mika Väisänen, Dmx-07, CC BY 3.0

Earl Simmons, besser bekannt als DMX, ist nicht nur für seinen Rap bekannt, er schaffte auch als Schauspieler einige beachtliche Erfolge. So war er in „Born to Die“ zu sehen.

Er besuchte die gleiche Schule wie Jay-Z und Busta Rhymes und saß bereits in seiner Jugend wegen eines Raubüberfalls im Gefängnis. Er hat also den klassischen Werdegang eines Gangsta-Rappers hinter sich. Allerdings dauerte es bei ihm etwas länger als bei seinen Schulkollegen, bis er seine Alben in den Charts platzieren konnte.

Doch dann lief es praktisch wie von selbst: Ab dem Longplayer „It´s Dark and Hell is Hot“ (1998) schaffte er es immer an Nummer eins oder zwei in den US-Charts. Auch in Europa erreichte der vielleicht beliebteste Rapper große Bekanntheit – hierzulande unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Kay One („Ride Till I Die*“).

Weitere Erfolge waren „What´s my Name?“ und „X don´t give it to ya“.

10. Snoop Dogg

(c) Sony Music
(c) Sony Music

Nun geht es von der Ostküste an die Westküste: Snoop Dogg, der sich vor einigen Jahren vermehrt dem Reggae zuwendete, war in Mitte der 90er Jahre eine der prägendsten Figuren der Hip-Hop-Szene Kaliforniens.

Schon im Kindesalter handelte er mit Drogen und wurde Mitglied der Straßengang „Crips“, der er bis heute angehört.

Nach mehreren Gefängnisaufenthalten begann er Anfang der 90er Jahre Musik zu machen. Entdeckt wurde er von Dr. Dre, der zu diesem Zeitpunkt bereits mit der Crew N.W.A. erfolgreich war.

Er hatte in den USA drei Nummer-eins-Alben – alle in den Neunzigern: „Doggstyle*“ (1993), „The Doggfather*“ (1996) und „The Game Is To Be Sold, Not To Be Told“ (1998). Bekannte Tracks sind „The Next Episode“, „Who Am I“ und „Drop it like it´s Hot“.

Auch in einer Vielzahl an Filmen spielte er mit, darunter „Training Day“ und „Starsky & Hutch“.

11. Dr. Dre

(c) Universal Music
(c) Universal Music

Der in Compton geborene André Romelle Young, besser bekannt als Dr. Dre, gilt als einer der besten und einflussreichsten Produzenten der Hip-Hop Szene. Neben seiner Tätigkeit als Solokünstler und seinem Engagement bei N.W.A. zu Beginn seiner Karriere produzierte er Alben für Eminem, 50 Cent, Xzibit, Snoop Dogg, Tupac Shakur und weitere Stars der Szene.

Mit N.W.A. gelang ihm bereits Ende der Achtziger der Durchbruch, nachdem er zuvor bereits regionale Erfolge mit der „World Class Wrecking Cru“ erzielt hatte.

1992 nahm er unter Mitwirkung des damals noch unbekannten Snoop Dogg seine erste Single „Deep Cover*“ auf. Zwei Jahre später gewann er für „Let Me Ride*“ seinen ersten Grammy.

Nach seinem grandiosen Album „2001*“ mit den beliebtesten Singles „Still Dre“, „The Watcher“, „Forgot about Dre“ und „The Next Episode“ konzentrierte er sich ab 2001 beinahe ausschließlich auf seine Produzenten-Tätigkeit, die ihm ein gigantisches Vermögen bescherte.

12. LL Cool J

(C) 2006 Universal Music International Division
(C) 2006 Universal Music International Division

Wir sind wieder an der Ostküste angekommen, diesmal geht es um LL Cool J aus Queens/New York. Der mittlerweile 50-Jährige gilt als einer der besten Rapper der 90er. Schon mit elf Jahren begann er, seine ersten Texte zu schreiben und zu rappen, fünf Jahre später nahm er beim Label „Def Jam“ seine ersten Songs auf.

Schon die ersten Singles „I Can’t Live Without My Radio*“ und „Rock the Bells*“ wurden 1985 kommerzielle Erfolge, doch schon bald wurde ihm genau das vorgeworfen: Er sei zu sehr dem Pop verfallen. Die Pop-Einflüsse baute er aber in der Folge sogar noch aus. Zu Beginn der 90er erhielt er infolge einiger Filmauftritte mit „Ein schrecklich nettes Haus“ sogar eine eigene Sitcom.

In der jüngeren Vergangenheit arbeitete er unter anderem mit Timbaland und Jennifer Lopez zusammen und trat mit seiner Hauptrolle in der Serie „Navy CIS“ in Erscheinung. Als Rap Musiker ist er weiterhin aktiv, allerdings kam er in den 2000ern nicht mehr an den Platinstatus des vorigen Jahrzehnts heran.

13. Outkast

Foto: Rankin 2006

Die Gruppe Outkast gilt als Erfinder des Genres „Dirty South“, sind sie doch eine der wenigen Crews, die nicht von einer der US-amerikanischen Küste stammt und dennoch Maintream-Erfolge feierte.

Der bekannteste und erfolgreichste Song der 1990 von Big Boi und Dre (später André 3000) ist bis heute „Ms. Jackson*“. Der Track wurde auf dem 2000er Album „Stankonia*“ veröffentlicht. Auch der folgende Longplayer „Speakerboxxx/The Love Below*“ knüpfte mit elf Millionen verkaufter Einheiten nahtlos an die kommerziellen Erfolge an.

2004 war lediglich Ushers Album „Confessions“ in den USA erfolgreicher. Enthalten waren unter anderem die Tracks „Hey Ya!*“ und „The Way You Move*“.

Gefeiert wurde Outkast vor allem für den abweichenden, einzigartigen Musikstil, der klassischen Rap mit tollen Hooklines und Melodien kombiniert und Einflüsse aus Rock, Gospel, Blues, Electro und Jazz enthält.

14. Rakim

Jnforte1 at English Wikipedia, Rakim allah, CC BY-SA 2.5

Rakim, bürgerlich William Michael Griffin, ist ein Eastcoast-Rapper aus Long Island/New York.

Zunächst war er mit der Formation „Love Brothers“ aktiv und kam 1984 in Kontakt mit der „Nation of Islam“. Er gilt als Erfinder des Lyricism, womit die Kombination aus messerscharfen Reimen, Flow und intelligenten Texten gemeint ist. Gerne setzte er sich in seiner Musik auch mit Themen wie Religion und Wissenschaft auseinander.

Seine Solokarriere startete er 1997 mit „18th Letter*“ – und erreichte auf Anhieb Platz 4 der Billboard Charts. Mit den folgenden Longplayern „The Master“ und „The Seventh Seal“ konnte er kommerziell nicht mehr an die Erfolge anknüpfen. Ohnehin ist er hierzulande nicht so bekannt und präsent wie in den Vereinigten Staaten, wo er den Status einer Rap Legende inne hat.

15. Cypress Hill

(c) SONY BMG

Umso bekannter ist auch in Deutschland die Latino-Combo Cypress Hill aus Los Angeles, die über 18 Millionen Alben verkaufte und damit eine der besten und einflussreichsten Hip-Hop Gruppen aller Zeiten ist.

Auf dem Höhepunkt ihres Schaffens waren die vier Mitglieder DJ Muggs, B-Real, Sen Dog und Bobo Mitte bis Ende der 90er. Allerdings schafften sie ihren landesweiten Durchbruch bereits 1991 mit dem zwei Millionen Mal verkauften selbst betitelten Debüt.

Es folgten Zusammenarbeiten mit House of Pain und den Beastie Boys. Mit „Black Sunday*“ gelang zwei Jahre später auch der erste internationale große Wurf. Die enthaltene Single „Insane in the Brain*“ kam auch beim genrefremden Publikum bestens an und erreichte Kultstatus.

Bekannt ist die Formation auch dafür, gerne über den Tellerrand zu schauen und mit Rockbands wie Pearl Jam oder Sonic Youth zusammen zu arbeiten.

Auch Solopfade wurden betreten, so nahm DJ Muggs Songs mit Wyclef Jean und Dr. Dre auf. Das Album „IV*“ beinhaltete 1998 den Über-Hit „Tequila Sunrise*“ und spätestens mit dem folgenden „Skull & Bones*“ (2000) drang Cypress Hill in Crossover-Sphären vor. Die Kombination aus harten Gitarren und Rapmusik ging weltweit durch die Decke und genießt sowohl bei vielen Rock- als auch bei Rap-Fans Kultstatus.

Songs wie „Rock Superstar*“, „Can’t Get The Best Of Me*“ oder „Get out of my Head*“ sind auch 18 Jahre später noch unvergessen.

16. N.W.A.


Eine der ersten und stilprägenden Hip-Hop-Combos aus Los Angeles war N.W.A. (Niggaz Wit Attitudes) um Eazy-E, Dr. Dre und Ice Cube. Dazu gesellten sich MC Ren und DJ Yella, die allerdings als Solokünstler nicht mit dem durchschlagenden Erfolg ihrer damaligen Kollegen mithalten konnten.

In dem 2015 erschienen Film „Straight Outta Compton“ wird die Crew porträtiert.

Die Anfänge gehen zurück ins Jahr 1986 und trotz des Boykotts durch MTV und die Radiostationen wurde das zweite Album „Straight Outta Compton*“ ein grandioser Erfolg. Enthalten waren neben Gangsta-Tracks („Fuck the Police*“ und „Gangsta Gangsta*“) vor allem Partysongs. Musikalisch war die Scheibe recht düster und langsam mit einigen Funk-Einflüssen.

Nachdem Ice Cube die Gruppe 1989 verließ, erschienen noch die beiden Alben „100 Miles and Runnin’*“ (1990) und „Niggaz 4 Life*“ (1991), die nicht zuletzt durch Dr. Dres G-Funk-Sound ebenfalls internationale Erfolge wurden. Wegen Streitigkeiten zwischen Eazy-E und den restlichen Mitgliedern löste sich die Combo danach auf. N.W.A. wurde 2016 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

17. Eazy-E

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Nach dem Aus von N.W.A., mit denen er den internationalen Durchbruch feierte, startete Eazy-E seine Solokarriere. Er nahm 1995 das Album „Str8 off tha Streetz of Muthaphukkin Compton*“ auf, welches in den USA Goldstatus und Platz 3 in den Charts erreichte und auch in Großbritannien in den Top-100 platziert war.

Im gleichen Jahr wurde bei ihm Aids diagnostiziert und er verstarb nur drei Monate später am 26. März. Zuvor hatte er nach langen Streitigkeiten seinen Frieden mit Ice Cube und Dr. Dre gemacht.

Unvergessen ist er als Mitbegründer und Wegbereiter der G-Funk-Ära und als Pate des Gangsta Rap. Posthum erschienen die beiden Singles „Creep n Crawl*“ (1996) und „Switchez“ (2002).

18. Big L

Der Rapper Big L aus Harlem/New York wurde nur 25 Jahre alt und wurde im Februar 1999 in seiner Heimatstadt erschossen. In seiner Jugendzeit gewann er in seiner Heimatregion mehr Freestyle-Contests als jeder andere.

Seine erste EP „Devil`s Son*“ kam wegen sexistischer und Gewalt verherrlichender Themen auf den Index. Nachdem sein Debüt-Album „Lifestylez ov da Poor & Dangerous*“ im Jahr 1995 noch floppte und es nur auf Platz 149 der Charts brachte, konnte der Nachfolger „The Big Picture*“ fünf Jahre später immerhin den 13. Rang belegen und erreichte Goldstatus.

Das erlebte Lamont Coleman (so der bürgerliche Name des Musikers) allerdings schon nicht mehr. Eine geplante Dokumentation über den Rapper wurde bis dato Jahr für Jahr nach hinten verschoben.

19. André 3000

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André wer? Das dürften sich manche Leser an dieser Stelle fragen. Der Mann aus Atlanta ist Mitglied der Gruppe Outkast und verbuchte als solcher große Erfolge.

Bekannt ist er für seinen extravaganten Kleidungsstil und sein Engagement für die Tierrechtsorganisation PETA.

Seine größten Erfolge als Solokünstler feierte er in Großbritannien: „Millionaire*“ kletterte im Jahr 2004 auf Chart-Platz 3, „Green Light*“ schaffte es vier Jahre später auf Rang 24 in den USA und „Dedication to my Ex*“ mit Lil Wayne erreichte erneut den 3. Platz in Großbritannien.

Der ganz große Wurf als Solokünstler blieb ihm allerdings verwehrt. Allerdings hatte er wie viele seiner Kollegen auch einige Filmrollen.

20. Run-D.M.C.


Die US-amerikanische Hip-Hop-Band „Run-D.M.C.“ gehörte bereits Mitte der Achtziger Jahre zu den erfolgreichsten Rap-Formationen aller Zeiten. Ihren größten Erfolg feierte die Hip-Hop-Gruppe Ende der 80er bzw. Anfang der 90er Jahre.

Ihr bekanntestes Lied ist ohne Zweifel „Walk This Way*„.

Die Mitglieder der Gruppe waren in vielerlei Hinsicht Pioniere. So ist es nur folgerichtig, dass sie auch die ersten Rapper waren, die ihre Handabdrücke auf dem Hollywood Walk of Fame hinterlassen durften.

2002 löste sich die Band nach der Ermordung von Jam Master Jay von einem Unbekannten auf. Das Musikmagazin Rolling Stone listete die Band auf Rang 48 der 100 größten Musiker aller Zeiten.

Das war er also, der Rückblick in die goldene Zeit des Hip-Hop. Viele stilprägende Rapper waren in den 90er Jahren auf dem Höhepunkt ihres Schaffens und haben den Sound nachfolgender Generationen geprägt – oder tun dies bis heute. Sei es als Produzent wie Dr. Dre oder als Musiker wie Snoop Dogg.

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