Die erfolgreichsten Rapperinnen aller Zeiten

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Style, Wortwitz, Wandlungsfähigkeit, Flow, fette Beats, Groove und eingängige Hooks haben sie alle. Aber was genau macht die erfolgreichsten Rapperinnen alle Zeiten eigentlich zu den besten ihrer Zunft? Ihre Einzigartigkeit, ihre Eloquenz, ihre Authentizität oder ihre Botschaft?

Wie erfolgreich eine Rapperin ist, lässt sich nicht nur in Zahlen messen. Verkaufszahlen von Tracks und Alben und ihr Vermögen sind zwar maßgeblich. Aber auch ihr Einfluss auf Musikgeschichte und Gesellschaft sollten nicht unbeachtet bleiben. Auszeichnungen, die einer Rapperin verliehen werden, und der Support, den sie von ihren Fans erhält, können gleichermaßen Indizien für Erfolg sein. Hier unsere Auswahl:

01. Missy Elliott

Atlantic Records, Missy Elliot Main December 2015 - Copy, CC BY-SA 4.0
Atlantic Records, Missy Elliot Main December 2015 – Copy, CC BY-SA 4.0
Melissa Arnette Elliott wird 1971 in Portsmouth im US-Staat Virginia geboren. Missy, wie sie von der Mutter genannt wird, erlebt eine unglückliche Kindheit. Die Eltern streiten fast ständig. Missy flüchtet dann ins Kinderzimmer, um zu ihren Puppen zu singen. Völlig verzweifelt schreibt sie sogar Briefe an die Jacksons und Diana Ross, weil sie sich von den Stars Hilfe erhofft.

Der Erfolg der Rap-Girlgroup Salt-N-Pepa weckt in ihr Mut und Ehrgeiz, es auch als Frau im Rap-Business schaffen zu können. Sie beteiligt sich an Talentshows. Zusammen mit Rapper und Produzent Timothey Mosley, besser bekannt als Timbaland, schreibt sie ab 1995 zunächst Songs für andere Musiker. 1997 produziert sie unter dem Künstlernamen Missy „Misdemeanor“ Elliott dann ihr Debütalbum „Supa Dupa Fly*„. Sofort katapultiert sich das Album auf Platz 3 der US-Charts und wird schon bald mit Platinum veredelt. Der bis dato erfolgreichste Chart-Einstieg einer Rapperin.

In Folge produziert Missy Elliott mit Da Real World (1999), Miss E… So Addictive (2001), Under Construction (2002), This Is Not a Test (2003) und The Cookbook (2005) noch fünf weitere Platinalben. Damit zählt Missy definitiv zu den erfolgreichsten Rapperinnen aller Zeiten. Sie wird mit 4 Grammys ausgezeichnet, darunter drei für die beste Soloperformance in Get Ur Freak On!*, für Work It* und Scream a.k.a. Itchin’*.

Get Ur Freak On! vom dritten Studioalbum schafft es noch mehr als ein Jahrzehnt nach der Erstveröffentlichung 2015 mit Missy Elliotts Auftritt in der Halbzeit der Super Bowl erneut in die Charts. Über fast zwei Jahrzehnte ist es Missy Elliott gelungen, als Rapperin tonangebend zu bleiben. Mit einem Vermögen von knapp 50 Millionen Dollar ist Missy Elliott die drittreichste Rapperin der Welt.

02. Nicki Minaj

(c) Universal Music
Als Onika Tanya Maraj 1982 vor Venezuelas Küste in Port of Spain auf Trinidad geboren wird, ist es noch ein weiter Weg, bis sie es zu einer der erfolgreichsten Rapperin aller Zeiten bringt. Fünf Jahre lebt sie bei ihrer Großmutter auf der karibischen Insel, bevor sie zu ihren Eltern nach Queens in New York zieht.

Hier besucht sie ab 2003 die La Guardia High School in Manhattan und studiert Schauspiel und Musik. Kaum ist Rapper Lil Wayne auf sie aufmerksam geworden, geht es mit Minajs Karriere rasant voran. Ab 2007 veröffentlichen die beiden Rapper erste Mixtapes, nachdem Nicki zuvor nur im Background von Produktionen anderer Stars zu hören gewesen war. Dann haben Nickis Minajs erste Solosongs Erfolg. 2010 kann sich ihr Debütalbum „Pink Friday*“ direkt hinter Kayne West an der Spitze der US-Charts platzieren und bringt ihr noch im gleichen Jahr zwei American Music Awards ein.

2012 erscheint Pink Friday: Roman Reloaded*. Nicki Minaj tritt als Jurorin bei der Talentshow American Idol in Erscheinung. 2014 veröffentlicht sie ihr drittes Album Pinkprint*.

Geht es um Verkaufszahlen, ist Nicki Minaj mittlerweile die erfolgreichste Rapperin aller Zeiten. Seit 2017 kann sie sich rühmen, die meisten Top-100 Rap-Hits in den US-Charts platziert zu haben. Außer ihr ist es zudem nur noch Missy Elliott gelungen, drei Platinalben an den Start zu bringen.

Was die Platzierungen ihrer Alben in den US-Charts betrifft, hält sie ebenfalls einen noch ungeschlagenen Rekord. Mit einer durchschnittlichen Positionierung ihrer Tracks auf Platz 1,3 der Charts, ist sie klar die erfolgreichste aller Rapperinnen.

Ihre darstellerischen Fähigkeiten sind mindestens genau so überzeugend wie ihr Raptalent. In ihren Videos zeigt sie sich mal verführerisch wie in Pills´n´Potions, ein anderes Mal ist sie die krasse Straßenkämpferin Chun Li.

In den USA hat sie 31 Millionen Singles verkauft – mehr als doppelt so viele wie Iggy Azalea. Mit einem Vermögen von 70 Millionen Dollar ist sie die reichste aller Rapperinnen. Sie hat über 86 Millionen Instagram-Follower und ist damit die bei Weitem angesagteste und beliebteste Rapperin.

03. Azealia Banks

(c) Meeno / Universal Music
Azealia Amanda Banks wächst in Harlem, New York auf, wo sie 1991 zur Welt kam. Als der Vater stirbt, verlässt Azealia mit 14 Jahren das Haus der Mutter, um bei ihrer älteren Schwester zu leben. Zeitgleich mit Nicki Minaj besuchte sie die La Guardia High School. Angeblich stammt schon aus dieser Zeit die Antipathie der beiden Rapperinnen.

Ein Agent versucht Azealia bei verschiedenen TV-Spots, unter anderem bei Nickelodeon unterzubringen – erfolglos.

Unter dem Alias Miss Bank$ veröffentlicht Azealia 2008 zwei Tracks bei MySpace, die ihr eine erste Zusammenarbeit mit dem Label XL Recordings in London einbringen. „Unterschiedliche Auffassungen“ verhindern dann aber einen endgültigen Plattenvertrag. Banks zieht nach Montreal und versucht von dort mit YouTube Uploads auf ihre Demos aufmerksam zu machen. Weil ihr Visum endet, muss sie schließlich nach New York zurückkehren.

Eine Gratis-Download-Version der ersten Single 212* verhilft ihr zum lang ersehnten Durchbruch.

In Europa kann sich der Song in den Charts platzieren. In Großbritannien holt er sogar Platinum. 212 bleibt Banks größter Verkaufserfolg. Aber auch Yung Rapunxel* und Chasing Time* tauchen noch in den Hitlisten auf. Anna Wintour*, Azealia Single aus dem für 2018 erwarteten Album Fantasea II: The Second Wave konnte sich bereits bis auf Position 24 der US-Charts vorschieben.

Es ist allerdings sehr zweifelhaft, ob Azealia Banks zu den beliebtesten Rapperinnen gehört.

Gegenüber ihren Kontrahentinnen hält sie sich nicht mit Kritik und Angriffen zurück. Regelmäßig spuckt sie Feuer gegen die Konkurrenz. Via Instagram bezeichnete sie Cardi B als „Nicki Minaj für Arme“ und nannte sie die „Karikatur einer Schwarzen“. Gerne misst Banks Rapperinnen nämlich daran, ob sie sich für die Emanzipation der schwarzen Frau in der amerikanischen Gesellschaft einsetzen. Ihre Kontrahentinnen werfen ihr Scheinheiligkeit vor: Sie selber bleiche sich doch erklärtermaßen die Haut, um weißer zu wirken. Azealia Banks Zickenkrieg-Sprüche werden derweil von 556.000 Followern gefeiert.

04. Lauryn Hill

The Come Up Show from Canada, Lauryn Hill - 2014, CC BY 2.0
The Come Up Show from Canada, Lauryn Hill – 2014, CC BY 2.0
Lauryn Noelle Hill wurde 1975 in South Orange in New Jersey geboren. 1991 tritt sie in einer Rolle in der TV-Soap „As the World Turns“ auf. Mit 18 Jahren singt sie in der Rolle der Rita in einer Schlussszene von „Sister Act 2“ mit Whoopi Goldbergs den Song Joyful Joyful.

Während des Studiums an der Columbia High School gründet Lauryn Hill 1993 mit Pras Michel und Wyclef Jean die Fugees. Zusammen veröffentlichten sie die Alben Blunted on Reality* (1994) und The Score* (1996). Das Album mit dem Erfolgshit Killing Me Softly with His Song* verkauft sich mehr als 17 Millionen Mal und holt einen Grammy für das beste Rap-Album. Gemessen an der Tatsache, dass die meisten Exemplare dieses Albums noch auf analogen Tonträgern verkauft wurden, lange bevor das Streaming-Zeitalter anbrach, sind die hohen Verkaufszahlen besonders beeindruckend.

Im Sommer 1998 erscheint Lauryn Hills Soloalbum The Miseducation of Lauryn Hill*, das während der Schwangerschaft mit dem ersten Sohn Zion aus ihrer Beziehung zu Bob Marleys Sohn Rohan entstanden war. Schon in der ersten Woche nach seinem Erscheinen wurden fast eine halbe Million Alben verkauft. Die Rapperin wird für zehn Grammys nominiert und gewinnt schließlich fünf der begehrten Trophäen, darunter auch den für den besten R´n´B-Song mit Doo Wop (That Thing)*.

The Miseducation of Lauryn Hill hat in den USA neunmal Platinum-Status erreicht und wurde weltweit drei Millionen Mal verkauft. Das Album repräsentiert den Höhepunkt von Lauryn Hills Schaffen und genießt mittlerweile Kultstatus. Laut Rolling Stone zählt es zu den besten Alben aller Zeiten.

2002 veröffentlicht Lauryn Hill MTV Unplugged No. 2.0*. Eine geplante Reunion und die Tour mit den Fugees scheitern aber. Ein kostenloses Open-Air-Konzert an einer Straßenecke in Los Angeles am 6. Februar 2006 bleibt das letzte Konzert der Band.

Lauryn Hill wurde 2013 wegen Steuerhinterziehung verurteilt und musste eine dreimonatige Gefängnisstrafe verbüßen. Kurz vor ihrem Haftantritt veröffentlichte sie Neurotic Society*, ihre bislang letzte Single.

05. Cardi B

(c) Jora Frantzis / WMG
Weil der Name ihrer Schwester Hennessy ist, wurde die 1992 als Belcalis Almanzar geborene New Yorkerin von den Eltern immer Bacardi genannt. Ihren Künstlernamen hat sie daran angelehnt, aber leicht abgeändert, damit sie in Publicity-Fragen nicht in Konflikt mit der bekannten kubanischen Rumbrennerei gerät.

Nach eigenen Angaben war sie schon während ihrer Jugend in der Bronx Mitglied einer Gang gewesen und fing an, sich mit Strippen Geld zu verdienen, als sie von einem Job als Verkäuferin gefeuert wurde. Dabei stellte sie dann schnell fest, dass ein paar unterstützende Spritzen und zusätzliche Konturierung von Brust und Po dem Geschäft zugute kam.

In der TV-Serie „Love & Hip Hop New York“ auf VH1 konnte sie vor der Kamera auf sich aufmerksam machen, noch bevor sie ihre ersten erfolgreichen Mixtapes herausbrachte und auf Shaggys Single Boom Boom zu hören war.

Mit der Single Bodak Yellow*, die im Juni 2017 herauskam, gelang es der Rapperin mit dem karibischen Background sich endgültig in die Rapgeschichte einzuschreiben. Der Disstrack von Cardi B, überholte alle anderen Songs in der Hitliste und landete direkt auf der Nummer 1. Eine Rap-Single derart hoch einschlagen zu lassen, war bislang nur Lauryn Hill mit „Doo Wop“ gelungen.

Im April 2018 erschien ihr neues Album Invasion of Privacy*, das ebenfalls unmittelbar auf der Spitzenposition der Charts landete. Damit zählt Cardi B endgültig zu den erfolgreichsten Rapperinnen überhaupt.

Vor allem Cardis Bs einzigartige Aussprache macht ihren Style unverwechselbar. Sie hat einen starken spanischen Akzent, den sie auch gerne effektiv einsetzt. Als Azealia Banks ihr nun mangelnde Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse vorwarf, hatte es Cardi B nicht nötig, sich auf den Beef einzulassen. Lieber will sie ihre Schwangerschaft genießen. Sie kapitulierte einfach mit der Löschung ihres Instagram-Accounts. Vater des erwarteten Kindes ist ihr Verlobter, Rapper Offset.

Über 20 Millionen Instagram-Follower dürften derzeit ungeduldig auf Neuigkeiten von Cardi B hoffen. Mit derart vielen Fans ist sie die beliebteste Rapperin nach Niki Minaj, – die allerdings mehr als ein Vierfaches an Followern verzeichnet.

06. Lil‘ Kim

windyjonas, Lil‘ Kim – crop 2, CC BY 2.0
Lil‘ Kim wurde 1976 in New York als Kimberly Denise Jones geboren. Als sich die Eltern trennten, mussten Mutter und Tochter vorübergehend im Auto schlafen und lebten aus dem Kofferraum. Kimberly kehrt gezwungenermaßen zurück zum Vater. Das Verhältnis der beiden ist aber derart schlecht, dass Kimberly den Vater während eines Streits sogar mit einem Messer bedroht. Als der Vater wieder heiratet, muss Kim das Haus verlassen.

Ihre Rettung wird die Bekanntschaft mit Biggie Smalls, eigentlich Christopher Wallace, auch bekannt als The Notorious B.I.G. In ihm trifft sie ihren besten Freund, den künstlerischen Mentor und die Liebe fürs Leben. Die nur 1,5 m große Kim macht auf Biggie sofort enormen Eindruck.

Mit Lil‘ Kim zusammen baut Biggie die Rapcrew Junior M.A.F.I.A auf. Aber schon 1996 bringt Lil‘ Kim ihr erstes Soloalbum Hard Core heraus. Die anschließende Tour mit P. Diddy wurde zu einem großen Erfolg. Dann wird Biggie, fast genau sechs Monate nach den tödlichen Schüssen auf Tupac, in Los Angeles erschossen. Lil‘ Kim stürzt in eine tiefe Krise.

Erst im Jahr 2000 kann sie mit dem Folgealbum The Notorious Kim* ihre Karriere erfolgreich fortsetzen. Innerhalb von nur vier Wochen werden eine Million Exemplare des Albums verkauft. 2001 gelingt ihr mit einer Coverversion von In the Air Tonight der Durchbruch auf dem europäischen Kontinent. Auch ihr drittes Album La Bella Mafia* erreicht wieder Platinum-Status.

Des Meineids überführt und zu einer Haftstrafe von 12 Monaten verurteilt, musste sie neun Monate in einem Gefängnis von Philadelphia einsitzen, bevor sie auf Bewährung entlassen wurde. Die letzten zwei Wochen vor ihrer Inhaftierung verarbeitet sie filmisch in der TV-Reality Show „Lil‘ Kim: Countdown to Lockdown“.

Während ihrer Inhaftierung erschien ihr viertes Album The Naked Trut*. Nach der Entlassung kehrte die Queen Bee zurück an ihre Ursprünge. Sie verlies ihr Label Atlantic und veröffentlichte wieder Mixtapes.

07. Iggy Azalea

(c) Universal Music
Amethyst Amelia Kelly wird 1990 in Sydney geboren. Noch in ihrer australischen Heimat Mullumbimby entdeckt die damals 12-jährige ihre Liebe zum Rap. Sie pflastert ihr Zimmer mit Tupac-Fotos und wird sein fanatischer Fan, nachdem sie bei Freunden eine Aufnahme von Baby Don´t Cry gehört hatte. Als ihr Vater, ihr über eine Lehrerin in der Schule eine Notiz zustecken ließ, in der er sie wissen ließ, dass er für einige Jahre verschwinden würde, zieht sie sich zurück, ist oft traurig, depressiv und träumt davon, in die USA auszuwandern. Was sie schließlich dann auch machte.

Mit 16 gibt sie vor, in Urlaub zu fahren, bricht die Schule ab und fliegt nach Miami. Von dort schlägt sie sich über Atlanta nach Los Angeles durch. Über YouTube verbreiten sich die Clips zu Pu$$y* und My World*. Mit breitem Südstaatenakzent, den sie sich nach der Einreise angeeignet hat, erzählt sie in Singles wie Work* ihre eigene Geschichte vom amerikanischen Traum – und das kommt an.

2011 veröffentlicht sie das erste Mixtape Ignorant Art*. Dann erscheint 2014 das erste Album The New Classic* auf dem Label Grand Hustle Records. Die um fünf Tracks erweiterte Wiederveröffentlichung Reclassified erscheint sieben Monate später.

Derzeit arbeitet Iggy an ihrem neuen Album Surviving the Summer. Mit 11,4 Millionen Followern auf Instagram gehört Iggy klar zu den beliebtesten Rapperinnen.

08. Salt-N-Pepa

David Burke, Salt-n-Pepa 2013, CC BY 2.0
1985, zu einer Zeit als MTV mit der Auswahl der gezeigten Musikvideos noch Trends vorgibt und über das Musikbusiness regiert, gelingt es Cheryl James, Sandy Denton und Deidra Roper als DJ Spinderella mit der Rapformation Salt-n-Pepa eine ganz neue Richtung für die Folgejahre des Hip-Hop vorzugeben.

Let’s Talk About Sex*, ihr Superhit von 1990, macht diesbezüglich eine klare Ansage.

Cheryl James (*1966) alias Salt und Sandy Denton (*1965) alias Pepa lernen sich während ihrer Ausbildung am New Yorker Queensborough Community College kennen. Den beiden angehenden Krankenschwestern, die sich damals noch Super Nature nennen, gelingt es, sich mit dem Sampletrack The Showstopper wiederholtes Airplay auf einem angesagten New Yorker Hip-Hop-Sender zu sichern. Der Erfolg im Radio führt zu einem ersten Plattenvertrag und dem Debütalbum Hot, Cool & Vicious* von 1986.

Ein Remix, der 1987 als Push It* herauskommt, wird dann der Durchbruch. Push It bringt Salt-N-Pepa die Nominierung für einen Grammy ein und verschafft dem Album Platinum.

Insgesamt haben Salt-n-Pepa fünf Studioalben produziert. Nach Hot, Cool & Vicious folgte A Salt with a Deadly Pepa* im Jahr 1988, darauf 1990 Blacks‘ Magic*, Very Necessary* im Jahr 1993 und abschließend 1997 Brand New*, das letzte Album der Rapperinnen.

Very Necessary enthielt neben der Hitsingle Whatta Man* auch den mit einem Grammy ausgezeichneten Track None of Your Business*. Das vierte Album der Rapcrew wurde sieben Millionen Mal verkauft, darunter fünf Millionen Mal in den USA.

2002 löst sich Salt-n-Pepa auf.

09. Queen Latifah

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Dana Elaine Owens wird 1970 in Newark, New Jersey als Tochter einer Lehrerin und eines Polizisten geboren. Die Eltern trennen sich als Dana zehn Jahre alt ist. Ihre besondere Empfindsamkeit und ihr Feingefühl findet Ausdruck in dem von ihr gewählten Künstlernamen „Latifah“, dem arabischen Wort für „zart“. Allerdings zeigt sich auch ihre Durchsetzungsstärke schon in der Schule, wo sie mit einer Größe von 1,78 m als Angreiferin der Basketballmannschaft spielte.

Latifah ist Gründungsmitglied von Flavor Unit, einer New Yorker Crew aus MCs und veröffentlichte 1989 ihr Debütalbum All Hail the Queen*. Mit der Single Ladies First* macht Queen Latifah klar, dass sie den Rap gezielt als verbale Waffe einsetzen wird, um sich damit als Frontfrau für den Feminismus einzubringen.

Auch mit ihrem Hit U.N.I.T.Y.*, der 1996 auf dem dritten Album Black Reign erscheint und mit einem Grammy ausgezeichnet wird, setzt sie sich für die Gerechtigkeit unter den Geschlechtern ein. Niemand, so rappt Latifah, habe eine Frau „Bitch“ oder „Ho“ zu nennen.

Anfang der 90er Jahre übernimmt sie zunehmend Rollen in Filmen und im Fernsehen. Oft steuert sie zu Soundtracks eigene Musik bei. 1999 veröffentlicht sie ihre Autobiografie und ist zwischen 1999 und 2001 regelmäßig als Talkmasterin der „Queen Latifah Show“ im US-Fernsehen zu sehen.

Queen Latifah ist die einzige Rapperin, die jemals für einen Oscar nominiert wurde. Vorgeschlagen wurde sie für ihre Performance als Mama Morton in dem Musical Chicago.

Queen Latifahs Vermögen wird mit 60 Millionen Dollar beziffert. Sie ist damit die zweitreichste Rapperin der Welt.

Der Respekt, den man ihr zollt, lässt sich nicht allein an ihren 3,7 Millionen Instagram-Followern messen. Zuletzt erhielt Dana Owens die Ehrendoktorwürde der angesehenen Rutgers University in New Jersey. Damit ist sie die einzige Rapperin, die auch auf einen akademischen Titel stolz sein kann.

10. M.I.A.

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Ihr bürgerlicher Name Mathangi „Maya“ Arulpragasam ist nicht unbedingt einprägsam. Als M.I.A., eine Abkürzung für „Missing in Action“, wird man sich an die britische Rapperin tamilischer Abstammung aber sicher noch lange erinnern können. M.I.A. wird 1975 in London geboren. 1980 kehrt sie mit ihren Eltern zurück in deren Heimat nach Sri Lanka, muss das Land aber bald darauf auch schon wieder verlassen. Die Aktivitäten des Vaters, der im dort tobenden Bürgerkrieg eine militante Befreiungsorganisation gründet, zwingen die restliche Familie über den Umweg über Indien zurück nach London. Hier besucht Mathangi die Central Saint Martins Art School, wo ihr künstlerisches Talent schnell erkannt wird. Sie wird damit beauftragt, das Albumcover der Band Elastica zu gestalten und deren folgende Tour filmisch zu dokumentieren.

Das enge Geflecht der britischen Künstlerszene verschafft M.I.A. dann einen Deal mit dem Label XL Recordings. Die Singles Sunshowers* und Galang* kündigen den Erfolg der später erscheinenden Alben durch ihre hohen Chartplatzierungen bereits an. 2005 und 2007 erscheinen die ersten beiden Alben, die nach Mathangis Eltern, Arular und Kala benannt sind. Paper Planes* wird ein internationaler Superhit, der sich über 3 Millionen Mal verkauft. Der Song entfacht eine Kontroverse. Erst nach der Entfernung von Schüssen und der Überarbeitung einzelner Textpassagen, wurde der Song von MTV gespielt.

Aber wie M.I.A. bereits in Paper Planes ankündigt: „I have more records than the KGB“. M.I.A. bleibt rebellisch. Sie ist in ihrem politischen Aktivismus nicht einmal durch Einreiseverbote zu stoppen.

Nach der Geburt ihres Sohnes Ikhyd 2009 veröffentlicht sie 2010 ihr drittes Album Maya* und tourt mehrfach als Headliner um die Welt. 2013 erscheint das vierte Album Matangi*, 2016 AIM*. Thematisch bewegt sich M.I.A. stets auf der Höhe des politischen Geschehens und sendet eindeutig sozialkritische und politische Botschaften.

Borders* (2016) ist ein Video über Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer, Bad Girls* (2013) eine brisante Tour de Force der Rapperin durch eine Wüste im Nahen Osten, die als M.I.A.s Plädoyer gegen das Fahrverbot von Frauen in Saudi-Arabien gelesen wurde.

Nicht jeder ist über ihre deutlichen Botschaften erfreut. M.I.A. polarisiert, hat aber 878.000 treue Instagram-Follower.

11. MC Lyte

Mikamote, Mc lyte-05, CC BY-SA 3.0
Lana Michele Moore, die 1971 in Queens, New York geboren wird, wächst zusammen mit Mike und Gizmo Robinson auf, die wie Brüder für sie sind. Mike und Gizmo gründen später die Rapcrew Audio Two. Die Kids teilen die Liebe zur Musik und rappen schon als Teenager.

Mike und Gizmos Vater, Nat Robinson, hat sich als Producer in der Musikszene schon einen Namen gemacht und verfügt auch über das notwendige Kapital, um die 12-jährige Lana, die sich damals noch Sparkle oder wegen ihrer feuerrot gefärbten Haare auch Red nennt, bei ihren Plänen für eine Rap-Karriere zu unterstützen

Schon mit 14 Jahren nimmt MC Lyte ihre ersten Tracks auf. Die Single I Cram To Understand U*, die von der Liebe einer Frau zu einem crackabhängigen Typen namens Sam handelt, ist einer der ersten in einer Reihe von Songs, in denen sie über Drogen und deren zerstörerische Wirkung rappt.

1988 produziert sie das Album Lyte as a Rock* bei Priority Records, das auch die Hitsingle Paper Thin* enthält. Damit ist MC Lyte die erste Rapperin, die ein Soloalbum veröffentlichte. Das zweite Album Eyes on This von 1989 kann den Erfolg des Debütalbums fast wiederholen. Der Song Ruffneck* vom vierten Album bringt ihr die erste Grammy-Nominierung für eine Rapperin überhaupt ein.

Verbal offensiv hielt sie sich, was ihr Outfit angeht, allerdings immer bedeckt. Nackte Haut ist in ihren Videos kaum zu sehen. Stellvertretend für alle folgenden Rapperinnen meldete sie ihren wohlverdienten Anspruch auf einen Platz am Mic an.

MC Lytes Verdienste um den Rap sind weniger an der Anzahl der Hits als in ihrer Pionierarbeit für die Rolle von Rapperinnen in einem sonst männerdominierten Business zu messen. MC Lyte hat die zu ihrer Zeit geltenden Grenzen überschritten und nachhaltig verschoben.

Die hier vorgestellten Ladies gehören zu den erfolgreichsten Rapperinnen aller Zeiten. Welche von ihnen letztlich die beste Rapperin ist, bleibt eine Frage des persönlichen Geschmacks – und das Ende der Rapgeschichte ist noch völlig offen…

Lang lebe die Dynastie der Rap-Queens!

Wer jetzt auf den Geschmack von Rap-Songs gekommen ist, der von Frauen gerappt wird, sollte unbedingt unsere Playlist der besten Rap-Songs von Rapperinnen anhören!

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