Die teuersten Musikvideos aller Zeiten

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Auch wenn das Internet die CD-Verkäufe der Musikkünstler gemindert hat und diese mittlerweile hauptsächlich durch ihre Konzerte Geld kassieren, ist das Produzieren von Musikvideos nach wie vor ein wichtiger Aspekt des Musik-Marketings. Denn während die Clips im TV heutzutage weniger präsent sind, sind sie es im Netz allemal – und nach einem guten Gelingen Ziel von Millionen an Usern.

Musikvideos waren und sind Visitenkarten ihrer Interpreten, für welche sie gerne intensiv Zeit und Unmengen an finanziellen Mitteln aufwenden. Denn wer auffällt, der gewinnt in dieser schnelllebigen Branche. Nicht selten greifen die Musiker hierfür wirklich tief in die Tasche. Folgende Liste verrät die 30 teuersten Musikvideos aller Zeiten! Am Rande: Schon mit der Summe des letzten Platzes der Top 10 könnte sich „Otto Normalverbraucher“ ein sorgenfreies Leben gönnen.

01. Taylor Swift – Look What You Made Me Do (2017)

Kosten: 12 Millionen US-Dollar


Unangefochten an der Spitze steht die amerikanische Sängerin aus Pennsylvania, zu deren 40. veröffentlichte Studio-Single 2017 ein Musikvideo mit einem Budget von 12 Millionen US-Dollar produziert wurde.

Der Clip brach den Rekord für die meisten Aufrufe innerhalb eines Tages: Innerhalb von nur 24 Stunden, nachdem die Produktion online gestellt wurde, wurde diese 43,2 Millionen Mal auf YouTube aufgerufen. Auch kommerziell entwickelte sich der Titel zu einem Erfolg. Er erreichte in mehr als 15 Ländern Platz 1 der Charts, u.a. in Australien, Kanada, Israel, Malaysia und in den USA. Die im Video zu sehende Choreographie entstand in Zusammenarbeit mit dem Choreographen Tyce Diorio, mit welchem Taylor Swift bereits drei Jahre zuvor bei der Entstehung der Tänze im Video zu „Shake It Off“ kooperierte.

02. Michael & Janet Jackson – Scream (1995)

Kosten: 7 Millionen US-Dollar


Aufgrund von Produktionskosten von über 7 Millionen US-Dollar führte das Geschwisterpaar mehr als 20 Jahre lang die Liste der teuersten Musikvideos mit Scream aus dem Jahr 1995 an. Regie führte hier ebenfalls der Filmemacher Mark Romanek, der beispielsweise den Blockbuster „One Hour Photo“ (2002) mit Robin Williams in der Hauptrolle in die Tat umsetzte.

Ehe er für die Jacksons das Rekord-Video entwickelte, übernahm er die Entstehung von Musikclips für andere Weltstars wie Lenny Kravitz, R.E.M oder David Bowie. In Neuseeland, Norwegen, Italien, Polen, Spanien und in der Schweiz erreichte die Nummer die Spitzen der Hitlisten. Das Video wurde mit drei MTV Video Music Awards („Beste Choreographie“, „Beste künstlerische Umsetzung“ und „Bestes Tanz-Video) und einem Grammy („Bestes Video“) prämiert.

03. Madonna – Die Another Day (2002)

Kosten: 6,1 Millionen US-Dollar


Alle guten Dinge sind drei: „Another Day“ beschert der „Queen of Pop“ einen Hattrick in der Hitliste der teuersten Musikvideos aller Zeiten. Der Soundtrack zum 20. James Bond-Film „Stirb an einem anderen Tag“ aus dem Jahr 2002 verschlang ein Budget von 6,1 Millionen US-Dollar. Auch wenn der Clip in den Hollywood Center Studios in den USA gedreht wurde, entstammte das Konzept der schwedischen Produktionsfirma Traktor. Diese bewarb sich mit einer von Hand geschriebenen Vorstellung inklusive Skript – und konnte sich trotz dieser laienhaften Bewerbung aufgrund der geschilderten Ideen letztendlich auch durchsetzen.

04. Madonna – Bedtime Story (1995)

Kosten: 5 Millionen US-Dollar


Mit einer Aufwendung über 5 Millionen US-Dollar findet auch die so genannte „Queen of Pop“ in die Liste der teuersten Musikvideos. Entstanden ist es im Jahr 1995, ehe der Titel als Single aus ihrem sechsten gleichnamigen Studio-Album ausgekoppelt wurde.

Gedreht wurde der Clip, bei welchem Mark Romanek die Regie führte, innerhalb von sechs Tagen in den Universal Studios in Kalifornien. Der Text zu dem Lied, welches zu einem Top 10-Erfolg in Australien, Italien, Finnland und Großbritannien avancierte, wurde übrigens u.a. von dem isländischen Weltstar Björk geschrieben. Aufgrund der von Künstlern wie Frida Kahlo oder Remedios Varo inspirierten surrealen Darstellungen im Musikvideo wird dieses bis heute im Museum der modernen Künste in New York gezeigt.

05. Madonna – Express Yourself (1989)

Kosten: 5 Millionen US-Dollar


Auf Madonna – folgt Madonna. Auch für dieses Musikvideo zu einem Stück aus ihrem Longplayer „Like A Player“ hat sie 1989 5 Millionen US-Dollar an Produktionskosten ausbezahlt. Warum dieser Titel trotz gleicher Summe um einen Rang weiter vorne liegt? Zieht man die Inflationen der letzten Jahre in Betracht, hätte der Clip zu „Express Yourself“ heute mehr als 1,5 Millionen US-Dollar mehr gekostet, als die Produktion für das Video zu „Bedtime Story“. „Express Yourself“ entwickelte sich zu einem weltweiten Hit, der Madonna auf Platz 1 der Charts in der Schweiz, Kanada und Italien katapultierte.

06. Guns N‘ Roses – Estranged (1993)

Kosten: 5 Millionen US-Dollar


Anfang der 1990er Jahre gehörte die Gruppe um Axl Rose zu den erfolgreichsten Rockbands. Mit „November Rain“ (1991) und „Knockin‘ on Heaven’s Door“ (1992) veröffentlichten sie gleich zwei Singles, die weltweit zu Super-Hits avancierten. So war der Druck nach ähnlichen Erfolgen anschließend groß. Deshalb nahmen sie es 1993 mit der Finanzierung des Musikvideos zu „Estranged“ – worin Live-Sequenzen eines Konzerts im Münchner Olympiastation für die Ewigkeit festgehalten wurden – nicht ganz so eng und bezahlten 5 Millionen US-Dollar für dessen Entstehung. Der Plan, für einen neuen Mega-Hit zu sorgen ging zwar nicht auf – der Titel chartete lediglich in Australien, Neuseeland, Schweden und in der Schweiz – dennoch garantiert er ihnen eine Platzierung in dieser Liste. Anschließend waren sie übrigens wieder erfolgreicher.

07. Michael Jackson – Black or White (1991)

Kosten: 4 Millionen US-Dollar


Der „King of Pop“ veröffentlichte diesen Titel 1991 als erste Single aus seinem legendären achten Studio-Album „Dangerous“. Am Musikvideo arbeitete er erneut mit John Landis zusammen, der 1983 auch am historischen Clip zu „Thriller“ seine Finger im Spiel hatte und ebenfalls 4 Millionen US-Dollar für die Kreation des Videos ansetzte. Die teuere Investition erbrachte den gewünschten Erfolg: In mehr als 20 Ländern kletterte der heutige Jackson-Klassiker – welcher an die Menschheit appelliert, dass alle Menschen gleich sind – auf Platz 1 der Charts.

08. Gwen Stefani – Make Me Like You (2016)

Kosten: 4 Millionen US-Dollar


Seit dem Jahr 2004 ist die Mitbegründerin und amtierende Frontfrau der Gruppe No Doubt auch als Solo-Sängerin erfolgreich. Für das Musikvideo zu „Make Me Like You“ aus ihrem dritten Longplayer, den sie im Alleingang auf den Markt brachte, investierte sie besonders viel Geld und Mühen: 4 Millionen US-Dollar kostete der Kurzfilm zum Song, in welchem sie wiederholt in neuen Outfits zu sehen ist und sich mit ihrer Rolle als in der Öffentlichkeit stehenden Person auseinandersetzt. Umgesetzt wurde das Musikvideo von der Star-Regisseurin Sophie Muller, mit der Gwen Stefani im Verlauf ihrer Karriere immer wieder zusammenarbeitete und die auch mit andauernden Kooperationen mit Stars wie Sade, Pink oder den Kings Of Leon berühmt wurde.

09. Aqua – Cartoon Heroes (2000)

Kosten: 3,5 Millionen US-Dollar


Mit der in Dänemark beheimateten Gruppe Aqua – die 1997 mit dem Song „Barbie Girl“ einen weltweiten Ohrwurm ablieferte – befindet sich immerhin ein europäischer Act unter den zehn Platzierten, die für die teuersten Musikvideos aller Zeiten sorgten. Dies gelang ihnen im Jahr 2000 mit dem Videodreh zu „Cartoon Heroes“, welcher ein Budget von 3,5 Millionen US-Dollar ausschöpfte. Das fungierte Abenteuer mit einem Raumschiff und die erfundene Begegnung mit Aliens im Video wurden trotz tiefem Gebrummel von Bandmitglied René und den schrillen Gesängen der Frontfrau Lene honoriert: In beinahe 20 Ländern chartete der Eurodance-Song, welcher in Schweden sogar mit Platin ausgezeichnet wurde und zu ein Nummer 1-Erfolg in vier Staaten avancierte.

10. Puff Daddy – Victory (1998)

Kosten: 2,7 Millionen US-Dollar


Auch wenn Sean Combs, der mit Pseudonymen wie Puff Daddy oder P. Diddy in den letzten Jahrzehnten globale Erfolge feiern konnte, in dieser Liste das Schlusslicht bildet – teuer war der Dreh zu der Single Victory, die gemeinsam mit den Rapper-Kollegen Notorious B.I.G und Busta Rhymes entstand, dennoch. Im März 1998 blätterten die Hip Hop-Stars der Ostküste rund 2,7 Millionen US-Dollar für den Dreh des dazugehörigen Musikvideos – dessen Entstehung von Marcus Nispel dirigiert wurde – hin. Zuvor verließen sich ebenfalls prominente Musiker wie Gloria Estefan, Elton John oder die Scorpions auf dessen können. Victory erreichte die Top 20 der Billboard-Bestsellerliste und wurde in den USA für 700 000 Verkäufe mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Plätze 11 – 30:

Die Musikvideos sind über den Titel verlinkt.

Platz:Song:Interpret:Kosten:Jahr:
11.2 Legit 2 QuitMC Hammer2,5 Millionen US-Dollar1991
12.HeartbreakerMariah Carey2,5 Millionen US-Dollar1999
13.Doesn't Really MatterJanet Jackson2,5 Millionen US-Dollar2000
14.What's It Gonna Be?!Busta Rhymes2,4 Millionen US-Dollar1999
15.It's All Coming Back to Me NowCeline Dion2,3 Millionen US-Dollar1996
16.BadMichael Jackson2,2 Millionen US-Dollar1987
17.Larger Than LifeBackstreet Boys2,1 Millionen US-Dollar1999
18.Remember the TimeMichael Jackson2 Millionen US-Dollar1992
19.MiamiWill Smith2 Millionen US-Dollar1998
20.She's a BitchMissy Elliott2 Millionen US-Dollar1999
21.Freeek!George Michael2 Millionen US-Dollar2002
22.My Name's WomenAyumi Hamasaki2 Millionen US-Dollar2005
23.FairylandAyumi Hamasaki2 Millionen US-Dollar2005
24.GreenAyumi Hamasaki1,6 Millionen US-Dollar2008
25.UnprettyTLC1,6 Millionen US-Dollar1999
26.November RainGuns N' Roses1,5 Millionen US-Dollar1992
27.Girlfriend/BoyfriendBlackstreet and Janet Jackson1,5 Millionen US-Dollar1999
28.Give Me All Your Luvin'Madonna1,5 Millionen US-Dollar2012
29.Here Comes the HammerMC Hammer1,3 Millionen US-Dollar1991
30.Ready or NotFugees1,3 Millionen US-Dollar1996

Die Musikbranche wird weiterhin von der Kreativität aufstrebender Künstler und vom Tatendrang etablierter Musiker beeinflusst und dadurch stets weiterentwickelt. Dies gilt auch für den scheinbar nicht zu bremsenden Mut Musikvideos stetig ein wenig mehr revolutionieren zu wollen. Dennoch dauerte es über 20 Jahre lang, bis die bis dato Erstplatzierten abgelöst werden konnten. Wir behalten die Entwicklungen bei der Entstehung von Videos im Musikgeschehen im Blick – stay tuned!

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