Die 20 besten Filmkomponisten aller Zeiten

Filmkomponisten im Studio
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Was wäre ein Spielfilm ohne Musik? – Eine langweilige Abfolge von Bildern und Dialogen ohne Emotion und ohne Aussage. Doch wer sind eigentlich diese Künstler, die aus einem nüchternen Filmstreifen ein unvergessliches Meisterwerk werden lassen?

1. Hans Zimmer

Der am 12. September 1957 in Frankfurt am Main geborene Hans Zimmer gehört schon jetzt zu den erfolgreichsten Komponisten der Filmgeschichte.

Er wuchs zunächst in Deutschland auf und machte in England Abitur. Während der 1970er Jahre konnte er durch das Komponieren von Werbe-Jingles in der Musikbranche Fuß fassen. Als Synthesizer-Spieler ist Hans Zimmer im Musikvideo zu „Video Killed The Radio Star“ der britischen Band „The Buggles“ zu sehen, das 1979 erschien und zu den typischen One-Hit-Wondern zählt.

Internationale Bekanntheit erlangte er 1989, als seine Musik zum Film „Rain Man“ für einen Oscar nominiert wurde. Den ersten Oscar gewann Hans Zimmer sechs Jahre später für den Soundtrack zum Film „König der Löwen“. Seine Musikeffekte im Feuerwehr-Drama „Backdraft“ (1991) gelten als richtungsweisend für die Vertonung von Actionfilmen. Zimmers einzigartige Verbindung von klassischer Orchestermusik und Synthesizer-Klängen macht ihn zu einem der gefragtesten Komponisten unserer Zeit. Inzwischen wurde er für seine Werke mit zahlreichen weiteren Preisen ausgestattet. Kino-Streifen wie „Illuminati“, „Fluch der Karibik“, „The Dark Knight“ oder „Interstellar“ verdanken ihre Publikumserfolge nicht zuletzt seiner Filmmusik.

2. Ennio Morricone

Er gilt als der Wildwest-Komponist schlechthin, aus seiner Feder stammt die Musik zum Western-Klassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“ von 1968. Es wird viele geben, die den Film nicht kennen – aber die Melodie mit dem durchdringenden Mundharmonika-Solo hat fast jeder im Ohr.

Ennio Morricone wurde am 10. November 1928 im Rom geboren und absolvierte eine klassische Ausbildung zum Konzert-Trompeter und Komponisten. Anschließend war er als Arrangeur für den italienischen Rundfunk tätig. Insgesamt komponierte Morricone die Musik für fast 500 Filme, das Western-Genre hat dabei einen Anteil von weniger als 10 %. Er wird oft als Klang-Poet bezeichnet und gilt als ausgesprochener Perfektionist. Morricones Markenzeichen sind die schrägen Tonelemente, die in seinen Kompositionen zum Einsatz kommen, etwa Pfiffe, Schreie oder das Heulen von Wölfen. Erst sehr spät, im Jahr 2007, bekam er seinen ersten Oscar überreicht, den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Ein zweiter folgte 2016 für den Soundtrack zu „The Hateful Eight“.

3. John Williams

John Williams wurde am 8. Februar 1932 im New Yorker Stadtteil Queens geboren. Schon früh kam er mit der Musik in Berührung, da sein Vater Jazz-Schlagzeuger war. Er studierte in Kalifornien Komposition und später Klavier an der renommierten Juilliard School in New York. Schon während seines Studiums verdiente er sich Geld als Jazz-Pianist.

Am Anfang seiner Karriere komponierte Williams für das amerikanische Fernsehen und bekam bald auch Aufträge für Spielfilm-Produktionen. Einem großen Publikum bekannt wurde der Filmkomponist schließlich 1975 mit seiner Musik für den Hollywood-Streifen „Der weiße Hai“. Zwei Jahre später feierte er mit der Filmmusik für die „Star Wars Trilogie“ (Krieg der Sterne) riesige Erfolge.

John Williams besticht vor allem durch die Wandlungsfähigkeit seines Stils. Er arbeitet in vielen Produktionen mit dem Regisseur Steven Spielberg zusammen, für dessen Meisterwerk „Schindlers Liste“ er 1993 den Soundtrack komponierte. 2009 schrieb er das Kammermusik-Stück „Air and Simple Gifts“ (für Geige, Cello, Klavier und Klarinette), das zur Vereidigung des US-Präsidenten Barack Obama erklang.

4. Danny Elfman

Seinen Einstieg in die Musikbranche hatte das Multitalent Elfman als Mitglied und späterer Bandleader der Rockgruppe „Oingo Boingo“, die von 1978 bis 1995 existierte. Der Regisseur Tim Burton wurde in dieser Zeit auf den Musiker aufmerksam und beauftragte ihn mit der Komposition des Soundtracks zu seinem Film „Pee-Wee´s irre Abenteuer“ (1985). Aus diesem Auftrag entwickelte sich eine langjährige Zusammenarbeit zwischen den beiden. Danny Elfman vertonte eine ganze Reihe von Burtons Kino-Erfolgen wie „Beetlejuice“, „Sleepy Hollow“, „Men in Black“ oder „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Elfmans eigenwilliger, avantgardistischer Kompositions-Stil scheint perfekt mit den Fantasy-Filmen zu harmonieren. Die meisten der schräg-überdrehten Streifen haben bereits Kultstatus.

Der beliebte Filmkomponist ist auch Schöpfer der Titelmusik von „Desperate Housewives“ und der Comic-Serie „The Simpsons“. Elfman erblickte am 29. Mai 1953 in Amarillo, Texas, das Licht der Welt.

5. Henry Mancini

Der Sohn italienischer Einwanderer kam am 16. April 1924 in Cleveland, Ohio, zur Welt. Mit 12 Jahren erlernte er das Klavierspiel und besuchte die angesehene Juilliard School in New York. Er entwickelte schon früh eine Vorliebe für Swing-Jazz und bekam 1946 eine Stelle als Musiker in der damals frisch gegründeten Glenn-Miller-Band. Aus einem Klein-Auftrag Anfang der 1950er Jahre für die Universal-Studios wurde eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Seinen unverwechselbaren Stil entwickelte Mancini in den 1960er Jahren, als er begann, für den Regisseur Blake Edwards zu arbeiten. 1963 entstand die Musik für die spritzige Gauner-Komödie „Der rosarote Panther“, deren Titelmelodie, die „Pink Panther Theme“ zu den beliebtesten Filmhits aller Zeiten zählt. Ebenso berühmt ist das von ihm komponierte Abendlied „Moon River“ aus dem Film „Frühstück bei Tiffanys“. Mancinis klarer, eleganter, und doch leichtfüßiger Stil machten seine Musik unsterblich. Vielen gilt er als der beste Filmkomponist von allen. Er selbst starb am 14. Juni 1994 in Beverly Hills.

6. James Horner

Geboren wurde James Horner am 14. August 1953 in Los Angeles, seine Vorfahren waren österreichischer Abstammung. In den 1950er Jahren zog er mit seiner Familie nach London und studierte dort am Royal College of Music. Später ging er wieder zurück in sein Heimatland und setzte in Kalifornien sein klassisches Studium fort. Ursprünglich hatte Horner nicht vorgehabt, Filmkomponist zu werden, aber er eignete sich im Lauf der Zeit viele Kenntnisse darüber an und blieb dabei.

Zu seinen großen Stärken gehörte die Fähigkeit, für jede seiner Kompositionen neue, zum Filmthema passende Stilmittel einzusetzen. James Horner vertonte mehr als 100 Filme, von denen viele zu Publikumsmagneten wurden. Dazu zählen Kino-Erfolge wie „Avatar“, „Apollo 13“ oder auch „Feivel, der Mauswanderer“. Seinen einzigen Oscar erhielt der Komponist für die Filmmusik zum Kassenschlager „Titanic“ (1998).

James Horner kam im Juni 2015 bei einem Flugzeugabsturz in Kalifornien ums Leben.

7. Jerry Goldsmith

Den amerikanischen Filmkomponisten Jerry Goldsmith kann man als den großen Romantiker seiner Branche bezeichnen. Seine Filmkompositionen waren 18 mal für einen Oscar nominiert – die begehrte Auszeichnung erhielt er 1976 ausgerechnet für die mystische, teils markerschütternde Musik zum Filmklassiker „The Omen“. Während viele seiner Kollegen ihrer Linie stets treu blieben, konnte er seinen Stil dem Zeitgeist entsprechend völlig verändern. Filmkritiker behaupten, bei einigen Spielfilmen, die er vertonte, sei die Musik das beste am ganzen Film gewesen.

Goldsmith wurde am 10. Februar 1929 in Los Angeles geboren. Er studierte Klavier und Komposition an der Universität von Süd-Kalifornien. Der Kompositeur lieferte die musikalischen Untermalungen für Kino-Erfolge wie „Planet der Affen“ (1968), „Poltergeist“ (1982) oder „Basic Instinct“ (1992) ebenso wie die Popmusik für den Zeichentrickfilm „Mulan“ (1998). Mit der Titelmelodie zu der TV-Serie „Star Trek Raumschiff Voyager“ (1995) komponierte er eine seiner einprägsamsten Melodien.

Jerry Goldsmith starb am 21. Juli 2004 in Beverly Hills.

8. Michael Giacchino

Er wurde am 10. Oktober 1967 in Riverside, New Jersey, geboren. Schon als Teenager begann er, Kurzfilme zu drehen und sie mit eigenen Musikeffekten zu untermalen. Die Star-Wars-Filme inspirierten ihn letztendlich in seinem Wunsch, den Beruf des Filmkomponisten zu ergreifen. Er absolvierte die School of Visual Arts in New York und besuchte auch die New Yorker Juilliard School. Als Komponist der neuen Generation wurde er hauptsächlich als Sound-Designer für beliebte Video-Games wie „Medal of Honor“, „The Lost World“ und „Call of Duty“ bekannt. Giacchino lieferte die Musik für Streifen wie „Mission Impossible“ und die Fernsehserie „Lost“. Zu seinen Werken zählen auch die Vertonungen zahlreicher Trickfilme, unter anderem „Ratatouille“ und „Die Unglaublichen“. Mit seiner Filmmusik für „Oben“ gewann er 2010 einen Oscar.

9. John Barry

Der Brite John Barry zählt ebenso zu den besten Komponisten der Filmgeschichte. Da seine Mutter Pianistin war und sein Vater mehrere Kinos betrieb, schien sein Weg zur Filmmusik fast vorgezeichnet. Er spielte schon früh Piano und erlernte später auch das Spiel auf der Trompete. Aus seiner großen Leidenschaft für den Jazz der 1950er Jahre heraus begann Barry als junger Mann, Stücke zu arrangieren. So wurde die Filmgesellschaft United Artists auf ihn aufmerksam, und er bekam den Auftrag, die Filmmelodie für einen Agenten-Thriller namens „James Bond“ (1962) zu arrangieren. Es war der erste Teil der James-Bond-Reihe, deren Erfolg damals noch niemand ahnen konnte. Insgesamt komponierte Barry die Soundtracks zu elf Bond-Filmen. Er gewann fünf Oscars, unter anderem für „Jenseits von Afrika“ (1985) und „Der mit dem Wolf tanzt“ (1990). Seine anfangs rockigen, von E-Gitarren getragenen Beats wandelten sich später in getragene, fast meditative Orchester-Klänge.

John Barry wurde am 3. November 1933 im englischen York geboren und starb am 30. Januar 2011 in Glen Clove, USA.

10. Bernard Herrmann

Der US-Amerikaner wurde am 29. Juni 1911 in New York City geboren. Schon sehr früh lernte er, Geige zu spielen. Er besuchte die Juilliard School in New York, die besonders viele berühmte Musiker hervorbrachte. Nach seiner musikalischen Ausbildung war er als Komponist für den New Yorker Rundfunksender CBS tätig. Dort begegnete er dem Regisseur Orson Welles, für dessen bekanntes Filmdrama „Citizen Kane“ er 1941 die Musik komponierte. Sein Durchbruch kam in den 1960er Jahren mit der Vertonung mehrerer Filme für den beliebten Regisseur Alfred Hitchcock, wie „Der unsichtbare Dritte“ (1959) oder „Marnie“ (1964). In dem Thriller „Der Mann, der zuviel wusste“ ist der Filmkomponist selbst als Konzertdirigent zu sehen.

1975 schrieb er die Filmmusik für den Spielfilm „Taxi Driver“, die für einen Oscar nominiert war und schließlich den BAFTA Award gewann. Einen Tag nach der Abgabe seiner Arbeit für diesen Film starb er am 24. Dezember 1975 in Los Angeles.

11. Max Steiner

Er trägt den Beinamen „Vater der Filmmusik“ und war mit seinen Kompositionen 24 mal für einen Oscar nominiert – den er dreimal entgegennehmen durfte.

Max Steiner kam am 10. Mai 1888 in Wien zur Welt. Sein Vater und sein Großvater waren Theaterdirektoren gewesen, die Familie pflegte enge Kontakte zu Künstlern. Schon im Alter von 16 Jahren besuchte Max Steiner die Hochschule für Kunst und Musik in Wien. Als junger Dirigent war er erst in London und später am Broadway tätig. 1916 schrieb er seine erste Komposition für einen Stummfilm. Als Ende der 1920er Jahre der Tonfilm aufkam, sah er darin seine Chance und ging nach Hollywood.

Der Star-Komponist war der erste, der einen Filmdialog mit Musik unterlegte, was ab diesem Zeitpunkt zum Standard wurde. Steiners berühmtestes Werk ist die Filmmusik für den Klassiker „King Kong und die weiße Frau“ von 1933. Er schrieb auch die Musik für das legendäre Melodram „Vom Winde verweht“.

Max Steiner starb am 28. Dezember 1971 in Beverly Hills.

12. Franz Grothe

Er wurde am 17. September 1908 in Berlin geboren und gilt als einer der beliebtesten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Sein Musikstil prägte die Unterhaltungsbranche seit der Erfindung des Tonfilms über viele Jahrzehnte und wirkt bis in unsere Zeit.

Wie viele seiner berühmten Filmmusik-Kollegen stammt auch Grothe aus einer Musiker-Familie. Er spielte seit seinem sechsten Lebensjahr Klavier und studierte an der Berliner Musikhochschule. Im Jahr der Einführung des Tonfilms, 1929, komponierte er sein erstes Filmwerk. 1936 unterschrieb er einen Vertrag mit der Universal Films in Hollywood, verließ die USA aber im selber Jahr wieder.

Quasi über Nacht berühmt wurde Franz Grothe 1959 mit dem Lied „Mitternachtsblues“, einem Solo-Stück für Trompete. Es stammt ursprünglich aus dem Film „Immer wenn der Tag beginnt“ und wurde in der Audio- und Noten-Version bis heute millionenfach verkauft.

Der Dirigent und Komponist verstarb am 12. September 1982 in Köln.

13. Howard Shore

Der kanadische Komponist und Dirigent wurde am 18. Oktober 1946 in Toronto geboren und lernte schon als Kind verschiedene Musikinstrumente. Nach einem Studium an der Berklee School of Music in Boston, USA, spielte er einige Jahre in der kanadischen Band „Lighthouse“, die für ihren Stilmix aus Rock, Jazz und Klassik bekannt wurde. Von 1975 bis 1980 war er Leiter der Band des Senders NBC, die die Samstagabend-Show Saturday Night Life musikalisch untermalte. Über diesen Job kam Shore schließlich zur Film-Komposition.

Bislang komponierte er die Musik für Filmwerke wie „Das Schweigen der Lämmer“, „Sieben“, oder „Panic Room“. Weltweit bekannt wurde er aber erst durch seine Filmmusik für den „Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“, an der er vier Jahre arbeitete. Howard Shore komponiert auch Konzertstücke, wie etwa für den chinesischen Pianisten Lang Lang.

14. Alexandre Desplat

Seine Musik ist einem sehr viel größeren Publikum bekannt als sein Name – Alexandre Desplat wurde am 23. August 1961 in Paris geboren. Musikstücke komponierte er schon als Kind und beherrschte auch schon früh verschiedene Instrumente wie Flöte, Trompete und Klavier. Seine musikalische Ausbildung vertiefte Desplat am Pariser Konservatorium und in Los Angeles.

Der Soundtrack zum Filmdrama „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, der vom niederländischen Barock-Maler Jan Vermeer und seinem berühmtesten Gemälde handelt, brachte ihm 2003 die Nominierung für vier Filmpreise. So wurde auch Hollywood auf ihn aufmerksam. 2008 schuf er die Musik für den Kinofilm „Der seltsame Fall des Benjamin Button“. Sein bekanntestes Werk ist die Filmmusik zum ersten Teil des letzten Harry-Potter-Streifens „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ (2011). Besondere Beachtung fand die Untermalung des Films „Grand Budapest Hotel“, in dem er gekonnt Instrumente der traditionellen Volksmusik einsetzte. Dafür erhielt er 2015 einen Oscar.

15. Alan Menken

Der amerikanische Filmkomponist wurde am 22. Juli 1949 in New Rochelle bei New York geboren und bezauberte Kinobesucher aller Altersklassen vor allem durch seine Musik in zahlreichen Disney-Filmen. Bereits als Kind zeigte er großes musikalisches Talent, studierte aber zunächst Medizin, Anthropologie und Philosophie in New York. Erst spät wechselte er ins Fach Musikwissenschaften. Seine Laufbahn als Kompositeur startete Menken eher bescheiden als Singer-Songwriter für Werbeaufnahmen und Theateraufführungen an kleineren Bühnen. Über das Theater kam er jedoch zur Komposition von Musicals – sein erster großer Erfolg wurde „Little Shop of Horrors“ (Der kleine Horrorladen), das 1982 in New York uraufgeführt wurde. Menken erhielt für seine schwungvolle Musik, die ungewöhnlich reich an Klangfarben ist, zahlreiche Preise. Zu seinen Werken gehören die Filmmusik für „Arielle, die Meerjungfrau“, „Die Schöne und das Biest“, „Der Glöckner von Notre Dame“ und die zauberhaften Melodien aus dem gleichnamigen Film über das Indianermädchen Pocahontas.

16. Nino Rota

Als Kind einer Musiker-Familie wurde Nino Rota am 3. Dezember 1911 in Mailand geboren. Schon früh entdeckte man seine hohe Musikalität, daher fand er bereits im Alter von 12 Jahren Aufnahme an der Mailänder Hochschule für Musik. 1950 berief man ihn zum Direktor dieses Konservatoriums. Er selbst sah sich als Komponist klassischer Bühnenwerke, was auch sein Hauptwerk darstellt. Seine größten Erfolge feierte er allerdings in der Zusammenarbeit mit den Regisseuren Luchino Visconti und Francis Ford Coppola, die zu den erfolgreichsten ihrer Zeit zählten. Er schrieb mehr als 150 Film-Kompositionen, darunter sind die Kinostreifen „La Strada – das Lied der Straße“ und „La Dolce Vita“ von Federico Fellini.

Schon in jungen Jahren galt Nino Rota als einer der besten seines Fachs. Die Regisseure schätzten vor allem sein großes Improvisationstalent. Er besaß außerdem die Fähigkeit, dass er die Vorstellungen seiner Auftraggeber schnell erfassen und in kürzester Zeit umsetzen konnte. Für die Filmmusik zu „Der Pate“ wurde er 1975 mit einem Oscar prämiert.

17. Elmer Bernstein

Er zählt zu den großen Meistern der Film-Komposition und kam am 4. April 1922 in New York City zur Welt. Nach einem Musikstudium an der University of New York arbeitete er als Komponist für Rundfunk-Sendungen. Mitte der 1950er Jahre wurde er mit seiner Musik für die Western-Serie „Rauchende Colts“ schlagartig bekannt. Später vertonte er noch einige Western-Klassiker wie „Die glorreichen Sieben“, „Die vier Söhne der Katie Elder“ oder „Die Comancheros“. Aus seiner Feder stammen aber auch völlig andere Film-Soundtracks, beispielsweise zu „Dem Himmel so fern“. Heute wird er vor allem mit der Musik für den verrückten Science-Fiction-Klassiker „Ghostbusters – Die Geisterjäger“ identifiziert, die er Anfang der 1980er Jahre geschrieben hat.

Elmer Bernstein starb am 18. August 2004 in Kalifornien.

18. Maurice Jarre

Noch bekannter als der französische Filmkomponist ist eigentlich sein Sohn Jean-Michel Jarre (* 1948), der als einer der Wegbereiter des Elektro-Pop gilt. Doch auch das kompositorische Werk seines Vaters (geboren am 13. September 1924 in Lyon) ist beachtlich.

Maurice Jarre studierte am Conservatoire de Paris Schlagzeug, Komposition und Harmonielehre. Er komponierte bereits mehr als ein Jahrzehnt, als ihm mit der Filmmusik zu „Lawrence von Arabien“ 1963 der erste Welterfolg gelang. Dafür bekam er den ersten Oscar. Zwei weitere folgten für seine musikalische Ausstattung der Filme „Doktor Schiwago“ (1966) und „Reise nach Indien“ von 1984. Mit seinen Kompositionen für das Filmdrama „Der Club der toten Dichter“ gewann er 1990 den BAFTA Award. Der facettenreiche Kompositeur wurde 2009 auf der Berlinale mit einem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet, das weit über 100 Spielfilme umfasst. Maurice Jarre starb am 29. März 2009 in Los Angeles.

19. Martin Böttcher

Wer kennt sie nicht, die unvergesslichen Winnetou-Verfilmungen mit Lex Barker und Pierre Brice? Der Vater ihrer eingängigen Filmmelodien ist der deutsche Komponist Martin Böttcher, der am 17. Juni 1927 in Berlin zur Welt kam. Seine Musiker-Karriere begann er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg als Gitarrist im Show-Orchester des Nordwestdeutschen Rundfunks. Während dieser Zeit arbeitete er bereits nebenbei als Arrangeur, was er kurze Zeit später zum Hauptberuf machte. In den 50er und 60er Jahren schrieb er die Musik für eine Reihe von Publikumserfolgen: „Das Gasthaus an der Themse“ (eine Edgar-Wallace-Verfilmung), „Max, der Taschendieb“ oder „Der Schatz im Silbersee“. Die Hintergrund-Musik von 21 Folgen der Serie „Pfarrer Braun“ stammt ebenfalls von ihm.

Martin Böttcher erhielt das Bundesverdienstkreuz für sein Lebenswerk und wurde für seinen „besonderen Beitrag zur deutschen Filmgeschichte“ mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Er starb am 20. April 2019 in Westerrönfeld.

20. Klaus Doldinger

Den gebürtigen Berliner (* 12. Mai 1936) kennt man vor allem als begnadeten Jazz-Musiker. Er studierte am Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf Klavier und Klarinette. Klaus Doldinger ist der Schöpfer der Titelmelodien für den „Tatort“ (entstanden 1970) und die Krimi-Serie „Ein Fall für Zwei“. Auf der ganzen Welt bekannt machte ihn 1981 seine fast schon legendäre Filmmusik zum Kult-Streifen „Das Boot“. Er schrieb auch den Soundtrack für das Film-Märchen „Die unendliche Geschichte“ von 1984. Doldinger vertonte zahlreiche Fernsehfilme und Serien-Folgen, etwa für „Der Alte“, „Derrick“ oder den „Polizeiruf 110“.

Insgesamt hat der erfolgreiche Musiker und Komponist mehr als 2000 Werke geschrieben und steht seit über 60 Jahren auf der Bühne. Klaus Doldinger erhielt zahlreiche Preise, ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und Mitglied im Aufsichtsrat der GEMA.

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