Madonna: Ihre zehn besten Songs

Madonna
(c) Denis Makarenko / Bigstock.com

Provokation und soziokulturelle Pionierarbeit gingen im Falle von Madonna schon früh Hand in Hand: Im Laufe ihrer fast 40-jährigen Karriere hat die „Queen of Pop“ neben verschiedenen Musikstilen auch neue Fragen, Gedanken und Rollenbilder erfolgreich im Mainstream etabliert. Bis heute konnte keine andere Frau mehr Tonträger verkaufen; wenige andere Solokünstler hatten eine derart inspirierende Wirkung auf spätere Kollegen. Nachfolgend werfen wir einen Blick auf zehn der besten Songs, die Madonnas facettenreichem Fundus bisher entsprungen sind!

10. „Material Girl“ (aus „Like a Virgin“, 1984)

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Mehr 80er Musik ist kaum möglich: Synthesizer, Drumcomputer und ein robotisches Sample sorgen für ein New Wave-lastiges Grundgerüst, auf dem eine vergnügt klingende Madonna die Vorzüge von Konsum und Besitz besingt. Neben dem Titelsong ihres zweiten Albums „Like a Virgin“ gilt das ebenfalls dort enthaltene „Material Girl“ als eine der Nummern, die ihren Status als Pop-Ikone zementiert haben. Auch privat sollte sie für ihr weiteres Leben prägend sein, denn beim Videodreh zur Single lernte Madonna ihren ersten Ehemann, den Schauspieler Sean Penn, kennen und lieben.

09. „Hung up“ (aus „Confessions on a Dance Floor“, 2005)

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Gar nicht so selten wird dieser moderne Dance-Klassiker als Madonnas bester Song aus diesem Jahrtausend identifiziert. Gut möglich! Der kommerzielle Erfolg des Stücks steht indes keinesfalls zur Debatte: In stolzen 41 Ländern konnte sich „Hung up“ an der Spitze der Singlecharts festsetzen, was einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde zufolge hatte. Entstanden ist der Megahit mithilfe von Stuart Price… und natürlich ABBA, denn die Erlaubnis zur kreativen Verarbeitung von „Gimme Gimme Gimme (A Man after Midnight)“ hat Madonna persönlich bei Benny Andersson und Björn Ulvaeus eingeholt.

08. „Frozen“ (aus „Ray of Light“, 1998)

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Für viele Heranwachsende der 90er war „Frozen“ der erste echte Berührungspunkt mit Madonna, deren letztes Studioalbum zum Zeitpunkt der Veröffentlichung immerhin vier Jahre zurücklag. Das melancholische Eletronica-Stück erzeugt mit Synthesizern und Streichern eine dichte Atmosphäre, zu der das dazugehörige Musikvideo maßgeblich beiträgt: Es zeigt eine komplett in Schwarz gehüllte Madonna inmitten einer Wüste, die ihre Gestalt wandelt und das Verhalten eines kaltherzigen, emotionslosen Menschen beklagt. Nicht das letzte Mal, dass sich Madonna erfolgreich neu erfinden würde…

07. „Secret“ (aus „Bedtime Stories“, 1994)

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Im Zuge ihres zunehmenden Erfolgs schossen sich die Medien – sicherlich auch von der Künstlerin befeuert – immer aggressiver auf Madonnas betont sexualisiertes Image ein. Mit ihrem sechsten Album wollte sie dem hinterlassenen Eindruck bewusst entgegenwirken und entfernte sich in diesem Sinne vom antreibenden Sound ihrer bisherigen Hits. Stattdessen legte sie mit „Secret“ einen entspannten, stark vom Rhythm and Blues beeinflussten Pop-Song vor, der die vermeintlich verborgenen Tätigkeiten eines Partners behandelt. Ihren Finger am Puls der Zeit bewies Madonna einmal mehr damit, dass sie Fans vorab eine Kostprobe im Internet zur Verfügung gestellt hat. Mitte der 90er, wohlgemerkt!

06. „Ray of Light“ (aus „Ray of Light“, 1998)

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Immer wieder hat Madonna im Laufe ihrer Karriere die ausgelebte Vielseitigkeit verkörpert. Insofern musste auf den überraschend düsteren Album-Vorboten „Frozen“ quasi eine möglichst kontrastreiche Auskopplung folgen: Der Titeltrack von „Ray of Light“ bedient sich verschiedener Elemente aus Techno oder Trance und vermengt sie mit „Sepheryn“, einem Lied des englischen Folk-Duos Curtiss Maldoon, zu einem dringend tanzbaren Ergebnis. Im Komitee der Grammy Awards sah man die Sache ganz ähnlich, denn bei der prestigeträchtigen Verleihung strich Madonna für dieses Stück gleich zwei Trophäen ein.

05. „Into the Groove“ (aus „Like a Virgin“, 1984)

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Der Name ist Programm: Jeder DJ, der in den 80ern zu „Into the Groove“ gegriffen hat, durfte sich auf eine volle Tanzfläche verlassen. Nicht ohne Grund hat des renommierte Billboard Magazine das Lied damals zur „Dance Single of the Decade“ gekürt! Geholfen hat mit Sicherheit, dass Madonna die Message simpel gehalten hat. Sie schwärmt vom Gefühl der Freiheit, das sie beim ausgelassenen Tanzen überkommt und lädt den Hörer eindringlich dazu ein, es selbst auszukosten. Eine essentielle Hymne unter den Diskogängern dieses Jahrzehnts!

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04. „Vogue“ (aus „I’m Breathless – Music from and inspired by the Film Dick Tracy“, 1990)

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Kaum ein Lied ist besser geeignet als „Vogue“, wenn Madonnas untrügliches Gespür für die Trends von morgen belegt werden soll: Musikalisch greift die von und mit Shep Pettibone produzierte Nummer den zu dieser Zeit aufstrebenden House-Stil auf, während Titel und Text von einer Tanzform inspiriert sind, die Madonna in der Schwulen- und Drag-Szene von Harlem kennengelernt hatte. Zu sehen ist er deshalb auch im preisgekrönten Musikvideo zur Single, für dessen Umsetzung der spätere Starregisseur David Fincher verantwortlich zeichnete.

03. „Express yourself“ (aus „Like a Prayer“, 1989)

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An den bahnbrechenden Erfolg des zuerst ausgekoppelten Titeltracks anschließend, legte Madonna mit ihrer zweiten Single vom „Like a Prayer“-Album nahtlos nach: Gemäß seines Titels ermutigt Madonna Hörer und insbesondere Hörerinnen auf „Express yourself“ dazu, den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben ungeniert Ausdruck zu verleihen. Zwei Jahrzehnte später lieferte dieser Song die Grundlage einer medienwirksamen Fehde mit Lady Gaga, da Madonna in deren Lied „Born this Way“ deutliche Parallelen zu ihrem Hit erkannt haben will – ein Umstand, auf den sie durch ein Live-Mash-Up gewohnt provokant hingewiesen hat.

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02. „Beautiful Stranger“ (aus dem Soundtrack zu „Austin Powers: The Spy Who Shagged Me“, 1999)

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Dem zweiten Kino-Abenteuer des lüsternen Geheimagenten Austin Powers hat Madonna diese in Zusammenarbeit mit William Orbit entstandene Nummer auf den Leib geschrieben. Passend zum Flair des Films bedient sie sich klanglich einer psychedelisch anmutenden 60er-Jahre-Ästhetik, die einige Kritiker stark an „She comes in Colors“ – 1966 von den sträflich unterschätzten Love veröffentlicht – erinnert. Madonna selbst gab damals an, noch nie von der Band gehört zu haben und nahm im Jahre 2000 unbeirrt einen Grammy Award für den „Best Song Written for Visual Media“ entgegen.

01. „Like a Prayer“ (aus „Like a Prayer“, 1989)

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Zum Ende der 80er gehörte Madonna zweifelsohne zu den größten Pop-Stars des Planeten, doch mit ihrem vierten Album wollte sie sich endlich als ernstzunehmende Künstlerin etablieren. Resultat einer persönlicheren Herangehensweise ans Songwriting war der weltweit erfolgreiche Titeltrack der Platte, der von der ausgeprägten Liebe eines jungen Mädchens zu Gott handelt. Das kontroverse Musikvideo unterstrich den Wendepunkt in Madonnas Karriere eindrucksvoll: Es wies auf rassistische Missstände hin und forderte gezielt durch die Verwendung christlicher Symbolik heraus, wodurch sich sogar Papst Johannes Paul II. zu einem Boykottaufruf veranlasst sah. Das legendäre Musikmagazin NME wählte „Like a Prayer“ trotzdem auf den dritten Platz, als 2011 die „Greatest Pop Songs In History“ gesucht worden sind!

Ob größte Hits oder unterschätzte Perlen: Jeder Madonna-Fan dürfte eine ganz eigene Meinung dazu haben, welche zehn Songs auf einer Liste wie dieser dringend vorkommen sollten. Unsere Aufzählung erhebt natürlich keinen Anspruch auf Objektivität oder Allgemeingültigkeit – in Anbetracht einer äußerst vielschichtigen Karriere wären dafür sicherlich viele zusätzliche Ranglistenplätze erforderlich. Einen kompakten Querschnitt mit Ohrwurm-Garantie stellt sie jedoch allemal dar!

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