Musik erkennen: Mit diesen Apps kannst du Songs identifizieren

Musikerkennung Symbolfoto
(c) mkabakov / Bigstock.com

Musik spielt eine wichtige Rolle in unserem alltäglichen Leben. Praktisch überall und rund um die Uhr sind wir von Musik umgeben. Aber… Kennst Du das nicht auch? Du hörst Radio oder bist auf einer Party, die Musik gefällt Dir, aber Du hast keine Ahnung, was für ein Song es ist. Glücklicherweise gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Apps für das Smartphone, die helfen, Musik zu erkennen und zu identifizieren. Die bekanntesten sind Shazam und SoundHound, aber es gibt viele Alternativen. Wir haben uns die Marktführer und zwei andere Apps angesehen.

Shazam

Shazam Webseite
Shazam Webseite
Shazam ist sicher die bekannteste App für die Erkennung von Musik. Die Benutzeroberfläche der App ist einfach zu bedienen. Beim Öffnen erscheint ein großer, blauer Knopf. Ein Klick hier, und Shazam beginnt, in der Umgebung nach Musik zu hören und zeigt nach wenigen Sekunden Titel, Interpret und Album an. Ein Klick auf den „Entdecken“-Knopf rechts oben zeigt Neues aus der Welt der Musik an, unter anderem auch Neuerscheinungen. Hier kannst Du auch nach Musik suchen, Vorschauen anhören und Songs zu Deinen Favoriten hinzufügen. Die Hitliste zeigt an, welche Songs andere Nutzer am häufigsten suchen.

Jeder gefundene Song wird unter „Mein Shazam“, links oben auf dem Bildschirm, gesammelt. Hier kannst Du einen Ausschnitt aus dem Song hören, ihn mit Freunden teilen, ihn über einen Link bei Spotify oder Apple hören, Dir den Text anzeigen lassen, ihn bei Amazon als MP3 kaufen, das passende Musikvideo anschauen oder weitere Songs des gleichen Künstlers suchen.

In den Einstellungen kann man Shazam mit seinen sozialen Netzwerken verknüpfen und Voreinstellungen auswählen.

Die sogenannte Auto-Shazam-Funktion lässt die App ständig die Umgebung nach Musik absuchen, auch wenn Shazam gar nicht geöffnet ist.

Wenn keine Internetverbindung besteht, speichert Shazam alles Gehörte ab und sucht nach Treffern, sobald wieder eine Verbindung da ist.

Shazam gehört seit 2018 zu Apple und ist werbefrei. Es ist für Android- und iOS-Handys kostenlos erhältlich und etwa 44 MB groß.

Was gefällt an Shazam?

  • Die Erkennungsquote ist sehr hoch
  • Informationen über gespeicherte Suchergebnisse werden aktualisiert

Was gefällt nicht?

  • Bei starken Umgebungsgeräuschen liefert Shazam mitunter keine oder falsche
    Ergebnisse
  • Live-Versionen von Liedern werden öfter nicht erkannt
  • Shazam sammelt viele Userdaten

SoundHound

SoundHound Webseite
SoundHound Webseite
Der wohl bekannteste Shazam-Konkurrent ist SoundHound. Die grundsätzlichen Funktionen von SoundHound sind denen von Shazam sehr ähnlich, es gibt aber ein paar nennenswerte Unterschiede.

Auch bei SoundHound genügt ein Klick auf einen – hier allerdings orangefarbenen – Knopf, und die App beginnt, die Umgebung nach Songs abzuhören. Ergebnisse zu Titel, Interpret und Album werden nach wenigen Sekunden angezeigt. Anschließend kann der Song per Youtube oder Spotify angesehen oder angehört oder bei verschiedenen Portalen gekauft werden. Auch die Texte des Songs können angezeigt werden, so dass Du immer mitsingen kannst.

SoundHound legt großen Wert auf seine Sprachsteuerung. Das Kommando „Okay Hound“ erweckt die App zum Leben und lässt sie auf weitere Kommandos warten.

Ein besonderes Feature von SoundHound ist, dass der gesuchte Song nicht unbedingt in Deiner Nähe gespielt werden muss. SoundHound erkennt ein Lied auch, wenn es nur gesungen, gepfiffen oder gesummt wird. Perfekt, wenn Dir der Name Deines Ohrwurms gerade nicht einfallen will.

Wie Shazam, speichert auch SoundHound gehörte Songs ab, wenn keine Internetverbindung besteht, und sucht später nach Treffern.

SoundHound gibt es gratis für Android- und iOS-Handys und ist etwa 6,4 MB groß.

Was gefällt an SoundHound?

  • SoundHound bietet viele Informationen über gefundene Songs
  • „Exotische“ Songs werden oft besser erkannt als von Shazam. Das könnte zum Beispiel
    für Freunde asiatischer Popmusik – oder im Urlaub – interessant sein.
  • SoundHound erkennt Musik auch bei störenden Umgebungsgeräuschen gut

Was gefällt nicht?

  • Die Erkennungsquote ist insgesamt nicht ganz so hoch wie bei Shazam
  • Besonders bei klassischer Musik hat SoundHound Schwächen
  • Die Funktion, Songs über eigenes Singen, Pfeifen oder Summen zu erkennen, ist
    verbesserungswürdig. Das mag aber an den entsprechenden Fähigkeiten des Users
    liegen.

Musixmatch

Musixmatch Webseite
Musixmatch Webseite
Wie Shazam und SoundHound, so kann auch Musixmatch die Umgebung nach Musik abhören und diese erkennen. Die Texte der erkannten Songs werden dann gleich angezeigt.

Eigentlich ist Musixmatch aber nicht wirklich eine Erkennungs-App für Musik. Es ist eine App, die darauf spezialisiert ist, Texte zu Liedern zu liefern. Besonders ist hier seine Integration in die Musik des Handys. Musixmatch kann als eigenständiger Musicplayer für Deine auf dem Handy gespeicherten Lieder benutzt werden, er kann aber auch andere Player und etwa auch Spotify ergänzen und zuverlässig zu allen Liedern, die Dein Handy abspielt, die Texte anzeigen. Hier kannst Du Dir entweder den kompletten Liedtext anzeigen lassen, oder nur die gerade aktuelle Textstelle, so wie man es etwa vom Karaoke kennt.

Besonders ist die Funktion, dass der Nutzer einen ihm bekannten Teil eines Liedtextes eingeben kann. Anhand dieses Textstückes kann Musixmatch den entsprechenden Song schnell und sicher finden.

Wer mag, kann bei Musixmatch ein Nutzerkonto einrichten und bei der Erweiterung der Text-Bibliothek der App mithelfen.

Auch Musixmatch vom gleichnamigen Hersteller ist kostenlos für Android-, Windows- und iOS-Handys erhältlich und etwa 15 MB groß.

Was ist gut an Musixmatch?

  • Die Erkennungsrate ist sehr hoch
  • Die Musikerkennung funktioniert viel schneller als bei der Konkurrenz
  • Die Integration der Musiksammlung auf dem Handy ist innovativ
  • Die Musiksuche nach Text funktioniert sehr gut

Was gefällt nicht?

  • Nachteile sind nicht bekannt.

MusicID

MusicID Webseite
MusicID Webseite
Ein weniger bekanntes Tool für die Musikerkennung ist MusicID. Diese App bietet alle wichtigen Funktionen, wie sie von Shazam oder SoundHound bekannt sind. Die App erkennt nach wenigen Sekunden gehörte Lieder und zeigt neben Titel, Interpret und Album weitere Informationen an, etwa den Text, aber auch Hintergrundinfos über den Interpreten. Auch schlägt die App Songs vor, die ähnlich klingen wie der gehörte Titel. Erkannte Lieder können direkt online gekauft werden. Wie bei Musixmatch, so ist es auch bei MusicID möglich, Musik anhand des Textes zu suchen. Hierzu gibst Du einfach einen Teil des Textes ein. Interessant ist, dass man jedes erkannte Lied mit einem persönlichen Kommentar und einer Ortsangabe versehen kann.

Wie die anderen Apps, so ist auch MusicID kostenlos für Android und iOS erhältlich. Die App ist etwa 25 MB groß.

Vorteile von MusicId

  • Die Möglichkeit, Suchergebnisse mit Notizen zu versehen, gefällt sehr gut

Nachteile

  • Die Erkennungsrate ist die geringste der hier vorgestellten Apps

Zwischenergebnis

Während Shazam ein sehr ausgewogenes Ergebnis bei der Musikerkennung liefert, schneidet der eigentliche Außenseiter hier insgesamt überraschend am Besten ab. Die App ist unbedingt zu empfehlen. Aber selbst, wenn Du treuer Nutzer von etwa Shazam bist, ist Musixmatch auf jeden Fall eine gute Ergänzung.

Musikerkennunng mit Google Assistant und Siri

Google Assistant beziehungsweise Siri sind auf jedem Handy vorinstalliert, aber kaum ein User weiß, dass beide Dienste auch Musik erkennen können.

Für Google wird die Google-App geöffnet. Der Sprachbefehl „Hallo Google“ öffnet den Assistenten. Ein Klick auf das Mikrofon-Symbol lässt den Assistenten auf einen Befehl warten. Dieser lautet „Welche Musik ist das?“. Die Erkennung erfolgt blitzschnell, es werden Titel, Interpret, Album und weitere Informationen angezeigt, zusammen mit Links zu Youtube, Deezer, Spotify, Amazon…

Schneller geht es, einfach die Startbildschirmtaste (die mittlere) für eine Sekunde gedrückt zu halten, bis der Assistent erscheint, und dann „Welche Musik ist das?“ zu fragen.

Noch schneller geht es mit dem Google-Widget „Sound Search“. Dieses wird einfach auf den Bildschirm geschoben. Ein Klick genügt, und Google beginnt sofort mit der Suche nach dem gerade gespielten Lied.

Bei Siri funktioniert alles im Grunde genauso, nur heißt der „Gesprächspartner“ hier eben nicht Google, sondern Siri.

Wir haben die Funktion mit Pop und sogar Jazz getestet und waren sowohl von der Erkennungsgeschwindigkeit als auch von der Qualität der Ergebnisse wirklich überrascht. Google und Siri sind auf jeden Fall einen Versuch wert!

Exkurs: Musikerkennung am PC

Anders als im Mobilbereich steckt die Musikerkennung am PC leider noch in den Kinderschuhen, die Alternativen sind sehr begrenzt.

Shazam bietet eine Computer-Version seiner Erkennungssoftware an, allerdings nur für Apple-Nutzer.

Für PC-Nutzer gibt es gegenwärtig nur die Software Tunatic, die aber bereits seit 10 Jahren nicht mehr weiterentwickelt wird.

Online bietet die oben bereits genannte App Musixmatch ihre Dienste an, die sich hier aber auf das Bereitstellen von Texten beschränken. Du musst also zumindest teile des Textes kennen. Musixmatch wird den vollständigen Text anzeigen. Aber das ist nichts, das Google nicht auch kann.

Die Webseite Midomi erkennt Lieder, wenn Du die Melodie singst oder summst. Das ist keine Überraschung, denn Midomi ist die Firma hinter dem oben beschriebenen SoundHound. Die Trefferrate ist nicht sehr überzeugend.

Die Seite Musipedia verlangt für die Musiksuche die Eingabe eines Teils der Melodie über eine virtuelle Klaviatur; das dürfte wohl nur für Musiker in Frage kommen. Zudem ist die Datei, auf die Musipedia zurückgreift, sehr klein.

Wenn Du also am Computer ein Lied hörst und es identifizieren möchtest, bleibt also praktisch nur der Griff zum Smartphone.

Wie funktioniert die Musikerkennung von Shazam und Co.?

Die Erkennung einer Sequenz des gesuchten Titels geschieht online durch einen Abgleich eines musikalischen Fingerabdrucks mit einer riesigen Datenbank, in der Millionen von Titeln abgespeichert sind. Mit unglaublicher Geschwindigkeit wird nun diese Datenbank nach dem speziellen Fingerabdruck durchsucht. Allerdings gibt es Störfaktoren, wie Geräuschkulissen von außen, welche die Trefferquote bei der online Musikerkennung schmälern können. Auch kann die Identifizierung von Liveaufnahmen an der Abnahme des korrekten, musikalischen Fingerabdrucks scheitern.

Fazit

Musikerkennungs-Apps für das Android-Handy und das iPhone gibt es viele, und etliche leisten gute Dienste. Die Apps setzen unterschiedliche Schwerpunkte hinsichtlich der Musik und der angebotenen Informationen. Wir empfehlen auf jeden Fall, dem eher unbekannten Musixmatch eine Chance zu geben.

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