Die erfolgreichsten Schauspielerinnen der 90er Jahre

Kinosaal
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Im Laufe der Filmgeschichte haben sich die Rollen der Frau merklich gewandelt. Vorbei sind die Zeiten, in denen sie lediglich das „Damsel in Distress“-Klischee bedienen oder als schmückendes Beiwerk für den strahlenden Helden fungieren durften. Gerade heutzutage sind Streifen mit vielschichtigen, weiblichen Figuren in prominenter Position beliebt wie selten zuvor. Gleichzeitig bedeutet das keinesfalls, dass es sie „damals“ noch nicht gegeben hätte!

Schon in den Neunzigern haben die führenden Damen des Fachs in nahezu alle gängigen Genres überzeugt. Ob sie nun Serienkiller gejagt, sich als Nonne getarnt, gegen Aliens gekämpft oder Batman den Kopf verdreht haben: Wir beleuchten das Schaffen von 15 ausgewählten Darstellerinnen, die das Film-Jahrzehnt mit ihren Rollen prägen konnten!

Sandra Bullock

Sandra Bullock
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Als Tochter einer Deutschen und eines US-Amerikaners kam Sandra Annette Bullock 1964 zur Welt. Zum Ende der Achtziger siedelte sie der Karriere wegen nach Los Angeles um und bekleidete zunächst eher kleinere Rollen in diversen TV-Produktionen.

In „Working Girl“ (1990) verkörperte sie erstmals eine Hauptfigur, allerdings erwies sich die Fernsehserie mit nur zwölf Episoden als kurzlebig. Größerer Erfolg war Bullock anschließend auf der Kinoleinwand vergönnt: Nach Auftritten in „Spurlos“ (1993) oder „The Thing called Love“ (1993) wurde sie einem breiteren Publikum durch „Demolition Man“ (1993) bekannt, wo sie Lt. Lenina Huxley an der Seite von Sylvester Stallone darstellte. Sie profitierte dabei von der Absage der eigentlich gecasteten Lori Petty, die wenig später mit „Tank Girl“ (1995) in einer anderen, actionreichen Zukuftsvision zu sehen war. Auch Bullock blieb dem Genre treu und feierte als Busfahrerin wider Willen in „Speed“ (1994) ihren endgültigen Durchbruch in Hollywood! Eine Fortsetzung war 1997 weniger erfolgreich; allerdings schärfte Bullock mit Thrillern wie „Das Netz“ (1995) und „Die Jury“ (1996) oder Romantikkomödien wie „Während du schliefst“ (1995) ihr Profil.

Meryl Streep

Meryl Streep
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Wie alle Damen auf dieser Liste war Meryl Streep in den Neunzigern beliebt und erfolgreich. Gleichzeitig ist die 1949 geborene US-Amerikanerin jedoch die einzige, die von Filmkennern aller Art regelmäßig als die wohl beste Schauspielerin unserer Zeit geadelt wird!

Würden wir uns mit dem vorhergehenden oder nachfolgenden Jahrzehnt befassen – die mehrfache Oscar-Preisträgerin würde aller Wahrscheinlichkeit genauso hier auftauchen. Da sich diese Aufzählung allerdings mit den Neunzigern befasst, gilt die Aufmerksamkeit zum Beispiel „Der Tod steht ihr gut“ (1992): In der überzeichneten Komödie bewies Streep an der Seite von Goldie Hawn und Bruce Willis ihre Wandelbarkeit, während „Die Brücken am Fluss“ (1995) von Regisseur und Co-Darsteller Clint Eastwood bei Erscheinen als ihre gelungene Rückkehr ins Drama-Fach gefeiert wurde. Neben ihrer Rolle im Familiendrama „Marvins Töchter“ (1996) brachte ihr auch „Music of the Heart“ (1999) eine Golden-Globe-Nominierung ein.

Für die Filmbiographie der Violin-Lehrerin Roberta Guaspar erlernte Meryl Streep eigens den Umgang mit dem anspruchsvollen Instrument; die Academy berücksichtigte sie sicherlich auch deshalb einmal mehr in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“.

Jodie Foster

Jodie Foster
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Früh übt sich: Nach Werbedeals und Fernsehauftritten im Kindesalter stand die 1962 geborene Alicia Christian Foster bereits mit zwölf Jahren für die spätere Regie-Legende Martin Scorcese vor der Kamera. Neben „Alice lebt hier nicht mehr“ (1974) war es insbesondere ihre zweite Kooperation „Taxi Driver“ (1976), die Foster durch ihre Rolle als minderjährige Prostituierte zu weltweitem Ruhm und einer Oscar-Nominierung als „Beste Nebendarstellerin“ verhalf. Nachdem sie die Trophäe fast anderthalb Dekaden später tatsächlich für ihre Hauptrolle in „Angeklagt“ (1988) einheimsen konnte, erweiterte sie ihr kreatives Spektrum zu Beginn der Neunziger: „Das Wunderkind Tate“ (1991) stellte Jodie Fosters Debüt als Regisseurin dar. Als Meilenstein ihrer Karriere erwies sich im selben Jahr der Kriminalthriller „Das Schweigen der Lämmer“, der sowohl ihr als auch ihrem Co-Star Anthony Hopkins den prestigeträchtigen Academy Award bescherte. Immerhin eine Nominierung gab es für das Drama „Nell“ (1994), während sie sich mit „Maverick“ (1994) an der Seite von Mel Gibson oder der Carl-Sagan-Adaption „Contact“ (1997) auch an Komödien beziehungsweise Science Fiction-Filmen versucht hat.

Sigourney Weaver

Sigourney Weaver
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Eigentlich ist Sigourney Weaver im Jahre 1949 als Susan Alexandra Weaver zur Welt gekommen, allerdings ließ sie sich schon im Jugendalter von einer Figur aus F. Scott Fitzgeralds „The Great Gatsby“ zu ihrem künftigen Künstlernamen inspirieren.

Zu Beginn der Neunziger war Weaver längst eine feste Größe in Hollywood und galt gemeinhin als erster weiblicher Actionstar, was sie speziell ihren ikonischen Auftritten als Lieutenant Ellen Ripley in „Alien“ (1979) und „Aliens“ (1986) zu verdanken hatte. Sowohl 1993 („Alien 3“) als auch 1997 („Alien – Die Wiedergeburt“) bekleidete sie ihre Paraderolle erneut, während „Galaxy Quest“ (1999) mit Tim Allen und Alan Rickman eine komödiantische Meta-Sichtweise auf das ihr so vertraute Science-Fiction-Genre eröffnet hat. Darüber hinaus war Weaver in den Neunzigern auch im Historienfilm „1492 – Die Eroberung des Paradieses“ (1992), der Polit-Komödie „Dave“ (1993), dem Thriller „Copycat“ (1995) oder in Ang Lees „Der Eissturm“ (1997) zu sehen; für letztgenannten Film wurde die auch auf der Theaterbühne geschätzte Darstellerin mit dem BAFTA Award geehrt.

Michelle Pfeiffer

Michelle Pfeiffer
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Michelle Marie Pfeiffer, geboren 1958, durchlebte zum Anbrauch der Neunziger ihren ersten großen Karrierehöhepunkt: Für ihre Rolle der Nachtclub-Sängerin Susie Diamond in „Die fabelhaften Baker Boys“ (1989) wurde die US-Amerikanerin mit einem Golden Globe geehrt und 1990 für einen Academy Award nominiert. Bei beiden Preisverleihungen stand sie wenig später auch dank des Dramas „Love Field“ (1993) wieder in der engeren Auswahl, musste sich in beiden Fällen allerdings Emma Thompson geschlagen geben. Dazwischen schlüpfte Pfeiffer für Tim Burtons DC-Comicverfilmung „Batmans Rückkehr“ (1992) ins hautenge Kostüm der Catwoman und prägte die Darstellung der Figur nachhaltig. Im Laufe der Neunziger war sie außerdem in der Literaturadaption „Zeit der Unschuld“ (1993), dem Gruselfilm „Wolf“ (1994) mit Jack Nichoslon oder im Schuldrama „Dangerous Minds“ (1995) zu sehen.

Auch im Musikvideo zum äußerst erfolgreichen Titelsong „Gangster’s Paradise“ von Rapper Coolio trat sie auf. Theoretisch könnte Pfeiffers Filmografie weitere Klassiker des Jahrzehnts enthalten – die weiblichen Hauptrollen in „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) und „Basic Instinct“ (1992) lehnte sie jedoch ab, wovon andere, ebenfalls auf dieser Liste vertretene Frauen erheblich profitieren sollten.

Sarah Michelle Gellar

Sarah Michelle Gellar
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Speziell in der jüngeren Zielgruppe der Neunziger war Sarah Michelle Gellar, 1977 in New York zur Welt gekommen, äußerst beliebt: Nachdem sie bereits im Kindesalter erste Medienerfahrung durch Werbespots für Burger King oder Lee Jeans sammeln konnte, gehörte sie zwischen 1993 und 1995 zur Besetzung der langlebigen US-Seifenoper „All my Children“. Dieses Engagement brachte ihr wiederum die Hauptrolle in der von Joss Whedon erdachten Fantasyserie „Buffy – Im Bann der Dämonen“ (1997 – 2003) ein, wo sie die titelgebende Vampirjägerin Buffy Summers in insgesamt 144 Episoden mimte.

Auf der Kinoleinwand feierte sie ihren ersten kommerziellen Erfolg mit dem Horrorfilm „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (1997), der nicht nur auf professioneller Ebene bereichernd für Gellar war: Am Set lernte sie Freddie Prinze jr. kennen, den sie 2002 geheiratet hat. Dem zur damaligen Zeit im Trend liegenden Horror-Genre hielt sie mit ihrer Beteiligung an „Scream 2“ (1997) zunächst die Treue, ehe sie im Drama „Eiskalte Engel“ (1999) eine intrigante und skrupellose Stiefschwester aus vornehmen Kreisen verkörperte.

Julia Roberts

Julia Roberts
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Der 1967 zur Welt gekommene Julia Fiona Roberts wurde die Karriere gewissermaßen in die Wiege gelegt – schließlich konnte sie bereits in jungen Jahren auf die Dienste der elterlichen Schauspielschule zurückgreifen. Lange Zeit galt Roberts als wohl beliebteste Darstellerin des Planeten, was sie insbesondere ihrem Schaffen in den Neunzigern zu verdanken hat!

Ins Jahrzehnt startete sie fulminant mit „Pretty Woman“ (1990), der sie zu einem weltbekannten Star aufsteigen ließ. Für ihre Rolle als Prostituierte Vivian durfte sie sich sowohl über einen Golden Globe als auch eine Oscar-Nominierung in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ freuen. Anschließend deckte Roberts verschiedene Genres ab: Unter der Regie von Steven Spielberg spielte sie im Fantasyfilm „Hook“ (1991), während „Die Akte“ (1993) sie in einem Thriller und „Prêt-à-Porter“ (1994) in einer Mode-Satire zeigte. Nachdem einige Streifen der Mittneunziger weniger erfolgreich waren, gelangen Roberts insbesondere mit Romantikkomödien wie „Die Hochzeit meines besten Freundes“ (1997), „Notting Hill“ (1999) und „Die Braut, die sich nicht traut“ (1999) mehrere Kassenschlager in Folge, ehe sie für „Erin Brockovich“ (2000) mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

Jennifer Aniston

Jennifer Aniston
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Die Karriere von Jennifer Joanna Aniston, die 1969 das Licht der Welt erblickte, lief zu Beginn des Jahrzehnts gelinde gesagt langsam an: Eine TV-Adaption des Kinohits „Ferris macht blau“ (1986) wurde 1990 nach nur 13 Episoden wieder eingestellt, während es „Muddling Through“ (1994) gerade einmal zehn Folgen lang auf Sendung gehalten hat. Auch auf der Kinoleinwand war Aniston zunächst kein Erfolgserlebnis vergönnt – ihre erste Hauptrolle in „Leprechaun – Der Killerkobold“ (1993) erregte wenig Aufsehen.

Zwischenzeitliche Gedanken, die Schauspielerei an den Nagel zu hängen, gab sie zugunsten eines Vorsprechens auf, das ihr Leben verändern sollte: „Friends“ lief 1994 an und etablierte sich als wohl erfolgreichste Comedy-Serie ihrer Zeit, wodurch neben Aniston auch deren Co-Stars Courteney Cox, Matt LeBlanc, Lisa Kudrow, David Schwimmer und Matthew Perry zu Weltruhm gelangten. Der popkulturelle Einfluss der Show sorgte unter anderem dafür, dass die Frisur von Anistons Serienfigur als „The Rachel“ zum gefragten Schnitt beim Friseurbesuch avancierte. Preise für „Friends“ strich die in Los Angeles geborene Darstellerin erst im nächsten Jahrzehnt ein, als sie sowohl mit einem Emmy (2002) als auch einem Golden Globe (2003) für ihre mit Abstand beliebteste Rolle geehrt wurde.

Sharon Stone

Sharon Stone
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Sharon Vonne Stone wurde 1958 geboren und absolvierte im Laufe der Achtziger zumeist kleine Gastauftritte in Fernsehserien und Kinofilmen, ehe ihr zu Beginn des folgenden Jahrzehnts der Durchbruch gelang: In der Zukunftsvision „Total Recall“ (1990) spielte sie die vermeintliche Ehefrau von Arnold Schwarzeneggers Hauptfigur. Der für den Film verantwortliche Regisseur Paul Verhoeven engagierte Stone anschließend auch für ihre erfolgreichste Produktion, den Erotik-Thriller „Basic Instinct“ (1992). Vielfach diskutiert – und parodiert – wurde insbesondere die Verhörszene, in der ihr Charakter Catherine Tramell wahrlich tief blicken lässt.

Für ihre Darstellung der undurchsichtigen Femme Fatale wurde sie sowohl für einen Golden Globe als auch eine Goldene Himbeere nominiert! Einig waren sich Kritiker hingegen, was ihre Leistung in Martin Scorceses „Casino“ (1995) betrifft: Im zweiten Anlauf konnte Stone den begehrten Golden Globe für sich beanspruchen und heimste außerdem eine Oscar-Nominierung als „Beste Hauptdarstellerin“ ein. Darüber hinaus war Stone unter anderem im Western „Schneller als der Tod“ (1995), der Romanverfilmung „The Mighty – Gemeinsam sind sie stark“ (1998) oder in der Komödie „Die Muse“ (1999) zu sehen.

Meg Ryan

Meg Ryan
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Ihren etwas sperrigen bürgerlichen Namen – Margaret Mary Emily Anne Hyra – hat diese 1961 geborene US-Schauspielerin im Interesse der Eingängikeit abgekürzt; das „Ryan“ entlieh sie dabei dem Mädchennamen ihrer Großmutter. Nachdem sie mit einer Nebenrolle im Achtziger-Kultfilm „Top Gun“ (1986) auf sich aufmerksam machte, entpuppte sich die Liebeskomödie „Harry und Sally“ (1989) als wegweisender Meilenstein ihrer Karriere: In den Neunzigern war sie die wahrscheinlich beliebteste Option für die weibliche Hauptrolle, wenn Studios eine Romanze mit Witz inszenieren wollten.

Zusammen mit Tom Hanks spielte Ryan entsprechende Rollen sowohl in „Schlaflos in Seattle“ (1993) als auch in „e-m@il für Dich“ (1998), während „French Kiss“ (1995) mit Kevin Kline oder „IQ – Liebe ist relativ“ stilistisch in eine ähnliche Kerbe schlugen. Auf der anderen Seite war sie ebenso in der Musikerbiografie „The Doors“ (1991) oder Dramen wie „Mut zur Wahrheit“ (1996) mit Denzel Washington und „Stadt der Engel“ (1998) an der Seite von Nicolas Cage zu sehen.

Rene Russo

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Nachdem die 1954 geborene Rene Marie Russo in den Siebzigern zunächst als Model in der Modebranche erfolgreich war, wechselte sie mit 35 Jahren vergleichsweise spät das Fach und präsentierte sich Kinozuschauern im Baseball-Film „Die Indianer von Cleveland“ erstmals auf der großen Leinwand. In den Neunzigern war sie nicht nur in der dazugehörigen Fortsetzung von 1994, sondern auch in einer Reihe von action-orientierten Streifen zu sehen: Sowohl in zwei Teilen der „Leathal Weapon“-Reihe (1992 und 1998) als auch im äußerst erfolgreichen Entführungs-Thriller „Kopfgeld“ (1996) spielte sie an der Seite von Mel Gibson, während sie der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen nach „In the Line of Fire“ (1992) auch für den Katastrophenfilm „Outbreak – Lautlose Killer“ (1995) engagierte. Darüber hinaus war Russo durch Rollen in „Schnappt Shorty“ (1995) und „Tin Cup“ (1996) in Produktionen mit komödiantischem Einschlag vertreten. Ihr letzter Film in den Neunzigern stellte ein Remake von „Die Thomas Crown Affäre“ (1999) dar, in dem der damalige James-Bond-Mime Pierce Brosnan die Titelrolle des wohlhabenden Kunstdiebs bekleidete.

Whoopi Goldberg

Whoopi Goldberg
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Die 1955 als Caryn Elaine Johnson geborene Schauspielerin ließ sich durch ihren Hang zur Flatulenz zu ihrem ungewöhnlichen Künstlernamen verleiten. Ihre Karriere hingegen ist gewiss kein laues Lüftchen: Goldberg hatte in den Achtzigern bereits diverse erfolgreiche Komödien abgedreht und eine Oscar-Nominierung für „Die Farbe Lila“ (1985) eingestrichen.

Gleich zu Beginn der Neunziger war ihr der begehrte Academy Award für ihre Nebenrolle in „Ghost – Nachricht von Sam“ (1990) schließlich beschieden! Auch mit dem Golden Globe wurde sie für ihren Part im extrem lukrativen Fantasy-Thriller mit Patrick Swayze ausgezeichnet. Nur wenig später konnte Goldberg ihren Status durch ihre wohl beliebteste Rolle festigen: In „Sister Act – Eine himmlische Karriere“ (1992) mimte sie Deloris van Cartier, die zum Zeugenschutz in einem Kloster landet und es getarnt als Schwester Mary Clarence erfolgreich auf Vordermann bringt. Der Erfolgsfilm zog eine Fortsetzung (1994) und ein eigenes Musical nach sich, das Goldberg co-produzierte. Zudem war sie Teil des „Star Trek“-Universums, wo sie als Guinan zwischen 1988 und 1994 zumeist an der Bar der berühmten Enterprise zu finden war.

Winona Ryder

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Winona Laura Horowitz kam 1971 zur Welt und feierte bereits als Jugendliche in der Tragikkomödie „Lucas“ (1986) ihr Kinodebüt. Zu ihrem Künstlernamen ließ sie sich vom US-amerikanischen Musiker Mitch Ryder inspirieren, der von ihrem Vater sehr geschätzt wurde.

Einem größeren Publikum fiel sie erstmals durch „Beetlejuice“ (1988) auf, der zum Kultfilm avancierte und Regisseur Tim Burton dazu veranlasste, Ryder auch für „Edward mit den Scherenhänden“ (1990) zu besetzen. Die fantasievolle Tragikkomödie mit Johnny Depp wurde zum internationalen Erfolg, während „Meerjungfrauen küsst man nicht“ (1990) wenig später für Ryders erste Golden-Globe-Nominierung sorgte. Mit „Bram Stoker’s Dracula“ (1992) blieb sie zunächst bei düster angehauchtem Material, ehe sie sowohl für ihre Rollen in der Romanverfilmung „Zeit der Unschuld“ (1993) als auch im Drama „Betty und ihre Schwestern“ (1994) für einen Oscar nominiert wurde. In der zweiten Hälfte der Neunziger spielte Ryder unter anderem neben Sigourney Weaver in „Alien – Die Wiedergeburt“ (1997) und dem von ihr co-produzierten „Durchgeknallt“ (1999), der einer gewissen Angelina Jolie zum Durchbruch – Academy Award und Golden Globe inklusive – verhalf.

Nicole Kidman

Nicole Kidman
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Die 1967 in Honolulu, Hawaii geborene Nicole Mary Kidman siedelte samt ihrer Familie im jungen Alter nach Australien um, wo sie bereits in den frühen Achtzigern zum Film- und TV-Star aufstieg. Internationale Beachtung brachte ihr ihre Darstellung in „Todesstille“ (1989) ein, die der Legende nach auch Tom Cruise ins Auge fiel: Der Star von „Tage des Donners“ (1990) soll sich persönlich für ihre Besetzung im Sportdrama stark gemacht – ein Einsatz, der in der späteren Hochzeit der beiden Filmstars mündete.

Kurz darauf wurde Kidman aufgrund ihrer Rolle im Gangsterfilm „Billy Bathgate“ (1991) als „Beste Nebendarstellerin“ erstmals für einen Golden Globe in Betracht gezogen. Mit der zweiten Nominierung, diesmal für ihre Hauptrolle in der schwarzen Komödie „To Die For“ (1995), verließ sie die Verleihung schließlich als Preisträgerin! Weitere nennenswerte Produktionen der Neunziger sind etwa die Comic-Adaption „Batman Forever“ (1995), der Actionstreifen „Project: Peacemaker“ (1997) oder – an der Seite ihres Ehemanns Tom Cruise – der Erotikthriller „Eyes Wide Shut“ (1999), der gleichzeitig der letzte vollendete Film der Regie-Legende Stanley Kubrick sein sollte.

Cameron Diaz

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Wer wagt, gewinnt: Cameron Michelle Diaz erblickte 1972 im US-amerikanischen Kaliforinien das Licht der Welt und wuchs ebenda auf, ehe sie im Jugendalter eine Laufbahn als Model einschlug und dafür in verschiedenen Ländern lebte.

Ohne jegliche Schauspielerfahrung sprach sie auf Empfehlung ihrer Agentur bei einem Casting für „Die Maske“ (1994) vor und ergatterte die Rolle neben Jim Carrey zur eigenen Überraschung. Darauf aufbauend war Diaz in den Folgejahren hauptsächlich in weiteren Komödien zu sehen; beispielsweise in „Kopf über Wasser“ (1996), „Lebe lieber ungewöhnlich“ (1997) oder „Die Hochzeit meines besten Freundes“ (1997) an der Seite von Julia Roberts.

Die erfolgreichste Produktion dieser Phase ist allerdings „Verrückt nach Mary“, in dem Diaz die Rolle der von mehreren Männern umworbenen Titelfigur übernahm. Für ihren Part in dem weltweiten Kassenschlager strich sie außerdem ihre erste Golden-Globe-Nominierung ein. Anschließend fokussierte sie sich auf etwas anspruchsvolle Rollen und überzeugte Kritiker dabei sowohl im Football-Drama „An jedem verdammten Sonntag“ (1999) als auch in „Being John Malkovich“ (1999), dank welchem Diaz abermals in die engere Auswahl der Golden-Globe-Jury gelangte.

Fazit:

Wie in den meisten Fällen haben wir uns auch bei der Zusammenstellung dieser Liste nicht ausschließlich nach dem kommerziellen Erfolg der erwähnten Darstellerinnen gerichtet. Ebenso haben zum Beispiel der popkulturelle Status einzelner Schauspielerinnen oder das Erspielen ergebener Fangemeinden einen Einfluss auf die eine oder andere Platzierung genommen.

Wer trotzdem gern der Spur des Geldes folgen möchte, soll an dieser Stelle jedoch nicht komplett leer ausgehen: „Ghost – Nachricht von Sam“ (Platz 12) und „Pretty Woman“ (Platz 19) sind die einzigen hier vertretenen Filme, die zu den 20 größten Blockbustern des Jahrzehnts zählen. Wenig überraschend ist dementsprechend, dass es Whoopi Goldberg und Julia Roberts (Plätze 6 und 7) als einzigen beiden Frauen gelungen ist, die von Samuel L. Jackson angeführten Top Ten der Box-Office-Magneten der Neunziger zu knacken!

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