Wie wurde Beyoncé berühmt? – Die Erfolgsgeschichte

(c) Sony Music
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Beyoncé Knowles ist ein Star, der geschafft hat, über die Teilnahme an einer Talentshow erst bekannt und schließlich auch berühmt zu werden. Eine beispielhafte Karriere, die zur Nachahmung anregt und daran erinnert, dass jeder, der sich langfristig im Musikbusiness durchsetzen kann, einmal klein angefangen hat.

Beyoncé Giselle Knowles wurde am 4. September 1981 in Houston, Texas geboren. Dort wuchs sie im noblen Stadtteil Riverside Terrace auf. Sie besuchte eine Montessori Schule und erhielt Ballett- und Jazztanzunterricht. Beim Tanzen wurde zuerst ihr besonderes Talent entdeckt. Als ihre Lehrerin Darlette Johnson sie singen hörte, empfahl sie ihr, sich an einer Talentshow der Schule zu beteiligen. Zuerst traute Beyoncé sich nicht. Erst als die Lehrerin ihr gut zusprach, konnte Beyoncé ihre Scheu überwinden. Mit einer Coverversion von John Lennons „Imagine“ entschied sie den Wettbewerb für sich. Als Siebenjährige gewann sie die Auszeichnung The Sammy der Lokalzeitung Houston Chronicle für ihre Darbietung des amerikanischen Songs „Home“.

Im Rückblick sagt der Star:

„Ich war ein introvertiertes Kind, das nur auf der Bühne wirklich aus sich herauskommen konnte.“

Auch im Friseursalon ihrer Mutter fand Beyoncé immer aufmerksame Zuhörer. Sie nutzte jede Gelegenheit beim Auffegen der Haare, den Kunden Songs darzubieten. Mit dem Trinkgeld leistete sie sich das Eintrittsgeld für den Vergnügungspark Six Flags und die von ihr geliebten Achterbahnen. Im Duett mit ihrer fünf Jahre jüngeren Schwester Solange funktionierte ihre Nummer ebenfalls. Die beiden Schwestern luden Verwandte und Bekannte zu Shows ein, verlangten Eintritt und verdienten sich so Taschengeld dazu.

Teilnahme an Talentshows ebnet den Weg zum Erfolg

(c) Parkwood Entertainment
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Während ihrer Schulzeit an der Parker Elementary School gründete Beyoncé gemeinsam mit ihrer Cousine Kelly Rowland und zwei Klassenkameradinnen, LeToya Luckett und LaTavia Roberson, die Girlgroup „Girls Tyme“. Tonangebend war schon von Beginn an Beyoncé, die als Leadsängerin stets der unangefochtene Mittelpunkt der Band blieb.

Dass Beyoncé bekannt und später berühmt wurde, liegt auch daran, dass ihre Eltern und Lehrer ihre Talente schon früh entdeckt und gefördert haben. Ihre Eltern unterstützten sie von klein auf in jeder Hinsicht. Tina, Beyoncés Mutter entwarf und schneiderte die Bühnenoutfits. Matthew, Beyoncés Vater, gab seinen gut bezahlten Job als Handelsvertreter bei Xerox auf und wurde der Manager der Mädchenband.

Bei der landesweit ausgestrahlten Talentshow „Star Search“ unterlagen „Girls Tyme“ 1993 gegen eine andere Gruppe namens Skeleton Crew. Immerhin waren die Mädchen durch ihre Teilnahme aber vielen Menschen in den USA bekannt geworden. Die Band gab trotz der Niederlage nicht auf. Sie gab sich einen neuen Namen. Dann starteten sie mit voller Kraft neu durch. Das war der Beginn der erfolgreichen Bandkarriere von „Destiny’s Child“.

Für Vater Matthew zahlte sich das eingegangene Risiko nun aus. 1997 konnte er seinen Schützlingen einen Plattenvertrag bei Columbia Records sichern.

Das erste Album war die Visitenkarte der Band und nannte sich entsprechend auch „Destiny’s Child*„. Destiny’s Child konnte sich schnell in der R & B Szene durchsetzen und war schon bald einer der beliebtesten Acts. „No, No, No (Part 2)*“ wurde ein Charterfolg und verkaufte sich mehr als eine Million Mal.

Das zweite Album „The Writing’s on the Wall*“ folgte 1999 und enthielt die Hitsingles „Bills, Bills, Bills*„, und „Say My Name*„, mit dem die Band zwei Grammys gewinnen konnte.

Mit dem zweiten Album konnte sich Destiny’s Child fest im Musikgeschäft etablieren und zum eigenen charakteristischen, selbstbewussten Stil finden. Wiedererkennungswert hatte vor allem Beyoncés Stimme. Das zweite Album sandte ein starkes Signal aus: Von Beyoncé würde weiter zu hören sein.

Von Destiny’s Child zur Solokarriere

Parkwood Pictures Entertainment, LLC, Beyonce Knowles with necklaces, CC BY-SA 3.0
Parkwood Pictures Entertainment, LLC, Beyonce Knowles with necklaces, CC BY-SA 3.0
Die anderen Bandmitglieder müssen gespürt haben, dass Beyoncés kometenhafter Aufstieg zum Superstar nicht mehr fern war. Für sie selbst würde nicht viel mehr als ein Abglanz davon bleiben. Ab 1999 kam es zu ersten Differenzen zwischen den Bandmitgliedern. Roberson und Luckett waren der Meinung, dass Matthew Knowles seine Tochter und seine Nichte, für die er die Vormundschaft übernommen hatte, bevorteilen.

Erste Gerüchte über eine Trennung waren schon im Umlauf, als im Februar 2000 das Video zu „Say My Name“ erschien. Zur Überraschung von Fans und Luckett und Roberson waren deren Bilder bereits durch Bildaufnahmen von Michelle Williams und Farrah Franklin ersetzt worden, die zu den Stimmen der ehemaligen Bandmitglieder im Video nur die Lippen bewegten.

„Say My Name“ war derart erfolgreich, dass das Album „Writing“ 2001 acht Mal Platin einspielte. Nur fünf Monate nach ihrem ersten Auftritt verließ Farrah die Band auch schon wieder. Wieder war es die Dominanz der Familie Knowles, die für ihr Ausscheiden verantwortlich gemacht wurde. In der verbleibenden Dreierformation veröffentlichte Destiny’s Child im Herbst 2000 „Independent Woman (Part 1)*„, das auf dem Soundtrack von „3 Engel für Charlie“ erschien.

Mit dem ersten gemeinsamen Album „Survivor*“ setzte die Band das deutliche Zeichen, dass die Querelen überstanden seien, und konnte sich über vier Mal Platin freuen.

Beyoncé genoss den Erfolg, wollte sich darauf aber nicht ausruhen. Sie erprobte sich erstmalig als Schauspielerin. Mit der ihrer Hauptrolle in MTVs „Carmen: A Hip Hopera“ von 2001 wurde auch hier ihr Talent schnell offensichtlich. Schon ein Jahr später übernahm sie die Rolle der Foxxy Cleopatra in der Spionageparodie „Austin Powers in Goldständer“.

Kurz nach der ersten Single als Solokünstlerin mit „Work It Out*„, das 2002 begleitend zu ihrem Filmauftritt für den Soundtrack von „Austin Powers in Goldständer“ produziert wurde, entstand im gleichen Jahr die gemeinsame Single „’03 Bonnie & Clyde*“ mit Jay-Z. 2003 hieß das Debütalbum dazu „Dangerously in Love*„. Weltweit elf Millionen Mal verkauft, präsentierte Beyoncé das Album und die Singles „Crazy in Love*„, „Baby Boy*„, „Me, Myself and I*“ und „Naughty Girl*“ auf der folgenden ersten Welttournee, der „Dangerously in Love Tour“ von 2003.

Neben vielen anderen renommierten Künstlern, mit denen sie gemeinsam Songs produzierte, sollte sich eine Zusammenarbeit als besonders zukunftsweisend herausstellen: Beyoncé nahm einen Song mit Rapper Jay-Z auf, den sie wenige Jahre später heiraten würde.

Destiny’s Child wurde damit endgültig vom Schicksal eingeholt. 2004 veröffentlichte die Band das letzte gemeinsame Studioalbum „Destiny Fulfilled*„. 2005 löste sich die Gruppe nach einer letzten Tournee endgültig auf, während Beyoncé 2006 „B’Day*„, ihr zweites Studioalbum, mit den Hits „Irreplaceable*“ und „Deja Vu*“ veröffentlichte.

Endgültig nun auch ein Star auf der Kinoleinwand, wurde sie für ihre Rolle in „Dreamgirls“, der filmischen Bandbiografie der „Supremes“ und deren Frontfrau Diana Ross, Beyoncés großes Vorbild, für den Golden Globe nominiert.

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2008 kam Beyoncés drittes Album „I Am … Sasha Fierce*“ heraus, das sich zwei Millionen Mal verkaufte und wie die ausgekoppelte „Single Ladies (Put a Ring on It)*“ auf dem Spitzenplatz der US-Charts einstieg. 2010 präsentierten Beyoncé und Lady Gaga den gemeinsamen Song „Telephone*„. Das vierte Album „4*“ wurde 2011 veröffentlicht, das fünfte Studioalbum mit dem Namen „Beyoncé*“ 2013. Ohne, dass überhaupt Werbung gemacht worden war, verkaufte sich das Album mit der Singleauskopplung „Drunk in Love*“ schon am Wochenende nach seinem Erscheinen 830.000 Mal. Das Guinness-Buch der Rekorde führt es seither mit einem Eintrag zum „schnellst verkauften Album auf iTunes“ an. Das sechste Album Beyoncés, das sich auf Platz 1 platzieren konnte, war schließlich 2016 „Lemonade*„.

Alle Ziele erreicht

Wie Beyoncé selbst sagt:

„Ich wollte eine Million verkaufen und habe eine Million verkauft. Ich wollte Platin holen und habe Platin geholt. Ich habe nonstop dafür gearbeitet, seitdem ich 15 bin. Ich weiß gar nicht, wie es ist, mal nichts zu tun.“

Alle ihre sechs Alben als Solokünstlerin haben Platz 1 der US-Charts erreicht. „Queen Bey“ hat nicht nur eine Million, sondern Hunderte von Millionen Tonträgern verkauft. Sie gehört zu den erfolgreichsten Künstlerinnen überhaupt. Beyoncés Vermögen wird auf über 350 Millionen US-Dollar geschätzt. Einen neuen Lexikoneintrag gibt es dank Beyoncé auch: der Oxford English Dictionary hat den Begriff „bootylicious“, eine Wortkreation aus „booty“ für „Hintern“ und „delicious“ für „delikat“, bekannt als gleichnamiger Titel ihres Nummer-eins-Hits, offiziell ins Wörterbuch der englischen Sprache aufgenommen.

Auch privat hat Beyoncé ihr Glück gefunden. Im Jahr 2008 heiratete sie ihren langjährigen Freund, den Rapper und Musikmagnaten Jay-Z. 2012 wurde das Paar Eltern einer Tochter mit dem Namen Blue Ivy Carter. 2017 folgten die Zwillinge Sir und Rumi, ein Junge und ein weiteres Mädchen.

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